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Rosen und Seifenblasen Verliebt in Serie, Folge 1 von Kaiblinger, Sonja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2014
  • Verlag: Loewe Verlag
eBook (ePUB)
6,99 €
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Rosen und Seifenblasen

Plötzlich Serienstar: Sonja Kaiblingers neue Mädchenbuch-Trilogie voller Witz, Magie und Romantik nimmt sämtliche Soap-Klischees aufs Korn. So lustig war Seifenoper noch nie! Die 14-jährige Abby ist genervt: Ihre Schwester ist süchtig nach der kitschigen Seifenoper 'Ashworth Park'. Abby und ihre Freundin Morgan können sich über die Geschichten rund um die englische Adelsfamilie Ashworth nur kaputtlachen. Doch als Abby auf unerklärliche Weise selbst in der Serie landet, findet sie das Ganze nicht mehr so witzig. Tag für Tag zur selben Sendezeit beginnt sie zu flackern und findet sich kurz darauf in Ashworth Park wieder. Nun steht sie selbst im Zentrum von Intrigen, Liebschaften und Familiengeheimnissen. Und zu allem Übel verliebt sich Serienschönling Julian ausgerechnet in Abby. Das Chaos ist vorprogrammiert ... Sonja Kaiblinger wurde 1985 in Krems geboren. Sie hat als Eisverkäuferin, Museumsführerin, Werbetexterin, Nachtwächterin, Flughafen-Mitarbeiterin und Werbespot-Darstellerin gearbeitet, bevor sie als Lehrerin ihre Brötchen verdiente. In jeder freien Minute bringt sie die Geschichten zu Papier, die ihr im Kopf herumspuken. Sie lebt zusammen mit ihrem Freund in der Nähe von Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 21.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732002290
    Verlag: Loewe Verlag
    Serie: Verliebt in Serie Bd.1
    Größe: 1776 kBytes
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Rosen und Seifenblasen

1

G nade! Nicht schon wieder diese Serie! Alles, nur das nicht! Bitte, Deborah, schalt um." Ich hielt mir die Hände vor die Augen und ließ mich rücklings auf unser altes, verknautschtes Sofa fallen. Es war auch wirklich nicht auszuhalten: diese superkitschigen Geigenklänge im Vorspann. Die eingeblendeten Bilder der Hauptdarsteller mit ihren Föhnfrisuren. Dazu die schnörkelige Schrift, die sich wie ein unheilvolles Versprechen über den ganzen Bildschirm spannte: Ashworth Park . Diese Serie war nichts weniger als eine Heimsuchung.

Und tatsächlich mehr, als ich an einem Tag wie heute ertragen konnte. Die letzten zwölf Stunden hatten sich vor allem dadurch ausgezeichnet, dass ich a) eine Matheklausur komplett verhauen hatte, b) in einem dunklen U-Bahn-Tunnel in Manhattan zusammen mit gefühlten 1573 anderen Menschen (und ohne den süßen Trevor Parker, der eine Station vorher aussteigen musste) stecken geblieben war und c) von einem Regenguss auf der Manhattan Bridge überrascht worden war, der meine dunkelbraunen Locken in eine Frisur Marke "nasser Langhaar-Pudel" verwandelt hatte.

Inzwischen war es fast neunzehn Uhr und ich sehnte mich nur noch nach meinem Allheilmittel für mies gelaufene Tage: mich mit einem Riesenbecher Banana-Brownie-Split auf dem Schoß und der Fernbedienung in der Hand vor den Fernseher zu knallen und besinnungslos vor mich hin zu zappen.

Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass meine ältere Schwester Deborah schon dort saß. Mit meinem Becher Banana-Brownie-Split auf dem Schoß und der Fernbedienung in der Hand – und Letztere verteidigte sie wie unsere Dackelhündin Pebbles ihr Lieblingsspielzeug.

"Vergiss es!", knurrte sie und funkelte mich durch ihre viel zu große Brille an, die sie als eine Art Modestatement trug, obwohl ihr Sehvermögen absolut einwandfrei war. "Ich habe extra den Debattierkurs ausfallen lassen, um mir Ashworth Park anzusehen. Ich schalte um nichts in der Welt um. Verstanden?"

Ich seufzte tief und massierte meine Schläfen. Die Titelmelodie zerrte an meinen Nerven, aber dieses Mal verkniff ich es mir, sie mit verstellter Stimme nachzusingen. Mit meiner Schwester war es zum Mäusemelken. Seit Monaten war sie süchtig nach dieser unsagbar schmalzigen Serie, die Abend für Abend auf einem britischen Sender lief. Die Geschichten rund um die Adelsfamilie Ashworth auf der Kanalinsel "Isle of Roses" waren so fernab der Realität, dass man es kaum aushielt. Jedenfalls bei eingeschaltetem Verstand. Schon allein der lächerliche Vorspann, in dem eine Herde Schafe vor dem herrschaftlichen englischen Gutshaus graste und Rosen im Zeitraffer verblühten, ließ mich würgen.

Ashworth Park war einfach jenseits des guten Geschmacks.

Das einzig Gute an dieser Serie war, dass man super über sie lästern konnte. Am besten ging das eindeutig mit meiner Freundin Morgan, aber die hütete wegen Grippe heute das Bett – was wiederum bestens ins Gesamtbild dieses verkorksten Tages passte.

Zumindest starrte Deborah jetzt so konzentriert auf den Bildschirm, dass ich mir den Eisbecher schnappen konnte, ohne dass sie etwas merkte. Ich ließ mich zurücksinken und tauchte den Löffel in die cremig kalte Masse.

"Wird dir der Mist denn nie zu blöd?", erkundigte ich mich nach einer Weile, als der Adelsspross, auf den Deborah so stand, zum dritten Mal sein blondes Haar im Wind flattern ließ. Dabei merkte ich, wie meine Lieblingseiscreme mich langsam entspannte. "Was gefällt dir nur an diesen Snobs mit ihren endlosen Streitigkeiten?" Ich hob meinen Löffel, neigte das Kinn, spitzte die Lippen und imitie

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