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Rosengift Die Arena Thriller von Mischke, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2013
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Rosengift

Anfangs fühlt Matilda sich von Patricks kleinen Aufmerksamkeiten - Briefen, SMS, einer roten Rose vor der Haustür - geschmeichelt. Doch dann kommt es zu einem verhängnisvollen Kuss und die 'Liebesbeweise' nehmen eine völlig neue, beunruhigende Form an. Irgendjemand scheint Matilda offensichtlich bis aufs Blut zu hassen. Und sie zweifelt mehr und mehr daran, dass es wirklich Patrick ist.

Susanne Mischke, geboren in Kempten im Allgäu, studierte zunächst BWL, bevor sie 1993 beschloss, Schriftstellerin zu werden. Seitdem hat sie zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht, darunter ihre bekannte Hannover-Krimiserie sowie mehrere Jugendthriller und Kurzgeschichten. Bei Arena sind von ihr u.a. erschienen: 'Rosengift', 'Zickenjagd', 'Röslein stach' und 'Schneeweiß, blutrot'. Die Autorin lebt in der Nähe von Hannover. Foto © Jens Niebuhr

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 15.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401802220
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 2070 kBytes
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Rosengift

2

Matilda wurde wach. Es war dunkel, nur das Licht der Straßenlaterne warf ein mattes Viereck auf den Fußboden. Wo bin ich? Das ist nicht mein Zimmer! Den Schock des völlig orientierungslosen Erwachens hatte Matilda in der ersten Zeit nach dem Tod ihrer Eltern und dem Umzug hierher oft erlebt. Als hätte ihr Hirn im Schlaf alles vergessen. In den zähen Sekunden nach dem Wachwerden war die Realität dann jedes Mal mit neuer Wucht auf sie eingestürzt: Nein, das ist nicht das Zimmer in deinem Elternhaus, deine Eltern sind tot, das ist dein Zimmer im Haus von Tante Helen. Dieses Mal kamen noch zwei weitere Fragen hinzu: Warum ist es so dunkel? Warum ist mir so schlecht?

Die erste Frage klärte sich nach einem Blick auf die Digitalanzeige ihres Radioweckers: 4:10. Dem Grund der Übelkeit auf die Spur zu kommen, dauerte ein wenig länger, doch ehe sich Matilda darüber weitere Gedanken machen konnte, hatte sie schon den Putzeimer ergriffen - was immer der neben ihrem Bett zu suchen hatte, er kam ihr im Moment äußerst gelegen. Langsam sickerten die Bilder des vergangenen Abends wieder in ihr Gedächtnis. Die Party, die Leute, die Drinks, die Musik... danach verschwamm die Erinnerung. Sie sah sich tanzen. Völliger Schwachsinn! Ich tanze nie vor anderen Leuten.

Erschöpft sank sie auf dem Bett in sich zusammen. Die Übelkeit hatte ein wenig nachgelassen, aber sie fühlte sich noch immer schwach und zitterig. Nach einigen Minuten gewann jedoch ihr Ordnungssinn die Oberhand und sie stand auf, trug den Eimer ins Bad, leerte den Inhalt in die Toilette und spülte ihn aus. Sie putzte sich die Zähne. Im Neonlicht der Badezimmerbeleuchtung sah sie blass aus, fast grünlich, wie eine Wasserleiche. Sie schüttelte sich, angeekelt von sich selbst. Dann drehte sie den Wasserhahn auf und klatschte sich eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht. Schon besser. Vielleicht sollte ich ein Stück Zwieback essen, überlegte Matilda. »Zwieback beruhigt den Magen«, das hatte ihre Mutter immer gesagt, wenn ihr als Kind übel gewesen war. Ohne Licht zu machen, schlich sie hinaus in den Flur. Eine schmale Treppe führte ins Dachgeschoss, wo Miguel sein Reich hatte. Matilda tastete sich ein paar Schritte die Treppe hinauf, bis sie den oberen Flur einsehen konnte. Normalerweise drang nachts unter der alten, schlecht schließenden Tür zu Miguels Zimmer immer ein schwacher Lichtschein hindurch. Miguel hatte die Angewohnheit, eine schummrige Salzkristalllampe anzulassen, wenn er schlief. Er hatte Matilda einmal erzählt, dass er als Kind furchtbare Angst vor der Dunkelheit gehabt hatte. Die Gewohnheit, die Lampe anzulassen, hatte er beibehalten, auch wenn er sich inzwischen selbstverständlich im Dunkeln nicht mehr fürchtete. Nun war da oben alles schwarz, kein Lichtstreif schimmerte unter der Tür, was bedeutete, dass Miguel nicht in seinem Zimmer war. Bestimmt hatte er Juliane nach Hause gebracht und war bei ihr geblieben. Juliane bewohnte das winzige Reihenhäuschen ihrer Mutter, die, weil sie Alzheimer hatte, in einem Pflegeheim lebte. Umso besser. Dann brauche ich auch nicht leise zu sein, dachte Matilda, schaltete das Licht im Flur an und lief barfüßig hinunter in die Küche. Bei dem Anblick, der sich ihr dort bot, wurde ihr erneut ein wenig übel: massenhaft schmutzige Gläser, Pizzakartons, leere Flaschen, volle Aschenbecher. Und wie das roch! Zwieback fand sie auch keinen, aber eine angebrochene Packung Knäckebrot. Sie würgte eine Scheibe davon hinunter und trank in kleinen Schlucken ein Glas Wasser dazu. Irgendwo im Haus rauschte und pfiff es leise. Die Wasserleitung? Der Wind? So ein altes Gemäuer kann ganz schön unheimlich sein in der Nacht, dachte Matilda nicht zum ersten Mal.

»Miguel, du bist für deine Cousine verantwortlich, solange ich weg bin«, hatte Helen ihrem Sohn vor ihrem Abflug wiederholt eingeschärft. »Vor

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