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Sam & Emily Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls von Sloan, Holly Goldberg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2012
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Sam & Emily

Ist es Schicksal oder Zufall, wenn ein Augenblick entsteht, der unvergesslich ist?

Sam Border ist immer auf der Flucht. Wenn es einen Gott gibt, dann hat der schon vor langer Zeit beschlossen, ihn im Stich zu lassen. Emily Bell sammelt die Geschichten anderer Menschen. An nichts glaubt sie so fest wie an das Schicksal. Als Sam und Emily einander zum ersten Mal begegnen, wissen sie, dass sie zusammengehören. Doch das Schicksal ist launisch. Die eigene Vergangenheit lässt sich nicht so einfach abschütteln. Und Glück und Unglück liegen nah beieinander.



Holly Goldberg Sloan wurde in Ann Arbor, Michigan geboren und hat ihre Kindheit in Kalifornien, den Niederlanden, der Türkei, Washington D.C. und Oregon verbracht. Nach ihrem Studium arbeitete sie in New York bei einer Werbeagentur, wo sie begann zu schreiben, wenn niemand hinsah. Ein Jahr später zog sie nach Los Angeles und verkaufte mit 24 Jahren ihr erstes Drehbuch an Paramount Pictures. Sie schrieb weiterhin, aber verdiente ihren Lebensunterhalt in der Wirtschaftswerbung als Produktionsassistentin, Produzentin und Regisseurin. Holly Goldberg Sloan hat acht erfolgreiche Filmdrehbücher geschrieben, unter anderen für Walt Disney, Universal Pictures und MGM. Ihren Roman Sam und Emily - Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls bezeichnet sie als das bereicherndste Werk ihrer Karriere. Holly Goldberg Sloan lebt mit ihrer Familie in Santa Monica, Kalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 10.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401801728
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Arena Taschenbücher 50851
    Originaltitel: I'll be there
    Größe: 2297 kBytes
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Sam & Emily

1

Die Wochentage waren ihm einerlei.

Mit Ausnahme des Sonntags.

Denn sonntags lauschte er dem Klang von Orgeln und Klavieren. Und, wenn er Glück hatte, von Handglocken, hämmernden Trommeln und elektronischen Taktmaschinen, die den Gesang der Leute begleiteten, ihr Klatschen und gelegentlich sogar das Stampfen ihrer fein beschuhten Füße.

Sonntags stand Sam Border - wo immer er sich aufhielt, wann immer es ihm möglich war - früh auf, zog das reinste seiner schmutzigen Hemden an und machte sich auf die Suche nach einer Kirche.

Von Religion hielt er nicht viel.

Es sei denn, man betrachtete Musik als eine Form von Religion. Er hielt nicht viel von ihr, da er wusste, dass Gott, falls es denn einen gab, schlicht nicht auf seiner Seite stand.

Sam kam immer erst, wenn alles längst begonnen hatte. Und ging auch wieder, bevor der Gottesdienst zu Ende war. Er saß ganz hinten, denn er war nur hier, um sich die Noten der Musik bildlich vorzustellen. Und um sich vielleicht beim Hinausgehen einen glasierten Donut oder einen klebrigen Keks zu greifen.

Versuchte jemand, ihn anzusprechen, nickte er ihm einen Gruß zu und fügte notfalls noch ein »Friede sei mit dir« hinzu. Doch Sam beherrschte die Kunst, sich unsichtbar zu machen, bis zur Vollendung und so war er selbst als kleiner Junge meist schon in Ruhe gelassen worden.

***

Es waren vor allem Geräusche, die er - erinnernd - mit den Dutzenden von Städten verband, in denen er gelebt hatte.

Selbst Junction City, wo er einen ganzen Winter verbracht und einen Freund gefunden hatte, war inzwischen verblasst und in Erinnerung blieb nur das Plinggeräusch des Regens, der auf das Metalldach ihres Appartementhauses gefallen war. Es befand sich in unmittelbarer Nähe der Straße, in der die Stadt ihre vielen lärmenden Lkws abstellte.

Das lag nun schon drei Jahre zurück. Und fünfzehn Städte. Ein anderes, längst vergangenes Leben.

Nach Junction City hatten sie sich eine Weile in der Nähe von Reno aufgehalten. Und danach in einem Wohnwagen, der so schepperte, als würden sich sämtliche Schrauben gleich lösen und alle verrosteten Metallteile auseinanderfallen.

Der Wohnwagen stand in Baja California und es lebte sich darin wie in einem Karton, was einem von Sams vielen und stets wiederkehrenden Albträumen entsprach. Die fünf Monate südlich der Grenze hatten ihm trotzdem gefallen.

Als Amerikaner war man hier nämlich automatisch Außenseiter, und blickte Sam auf die Bruchstücke seines zerrütteten Lebens zurück, hatte er an diesem Ort wohl zum allerersten Mal das Gefühl gehabt, er könne entspannen. Er war anders als die anderen. Davon ging man hier aus.

Aber selbst das Gefühl hierherzupassen, weil er nicht zu den anderen passte, war nicht von langer Dauer.

Denn als Sam eben anfing, Spanisch zu lernen und zu durchschauen, wie die Sache mit dem Schwimmen funktionierte, ging sein Vater wieder mit ihnen in die Staaten zurück.

Davor war Sam wochenlang gleich nach Sonnenaufgang, wenn sein Bruder und sein Vater noch schliefen, hinunter zu den tosenden Wellen am Strand gelaufen. Sich selbst etwas beizubringen, war nicht einfach, besonders, wenn es sich um etwas handelte, das einen das Leben kosten konnte, wenn es dumm lief.

Am Anfang ging er nur bis zu den Knien ins Wasser. Doch nach und nach wagte er sich bis in die Dünung vor und bewegte dabei die Arme in den kalten Wellen genau so, wie er es bei den anderen Leuten aus der Ferne beobachtet hatte.

Er war sich ziemlich sicher, dass er dabei wie ein richtiger Idiot aussah.

Aber es gelang ihm jedes Mal wieder, an den Sandstrand zurückzukehren, sogar an jenem Morgen, als der Ozean plötzlich einen anderen Gang einlegte und ihn mit sich fortzog, die Küste entlang. Sam war es vorgekommen, als habe er über Meilen hinweg mit den Armen auf die Wellen eingeschlagen, wie ein Verrückter mit den Beinen gestrampelt und dabe

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