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Saphir - Für immer vereint von Belitz, Bettina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.10.2019
  • Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
eBook (ePUB)
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Saphir - Für immer vereint

Endlich scheint sich für Roxy alles zum Guten zu wenden. Saphir hat sich in seiner neuen Herde gut eingelebt und sie darf mit Steffen ihr Probejahr als Vater und Tochter beginnen. Doch dann offenbart sich, dass Nolan in einer tiefen Krise steckt. Sein Erfolgs-Springpferd Lady verweigert immer öfter die Hindernisse und wirft ihn ab. Nolan leidet unter starken Schmerzen und lässt Roxy kaum noch an sich heran. Um ihm zu helfen, muss sie sich Nolans Vater stellen - und ihren eigenen tiefen Gefühlen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 15.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783440500002
    Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
    Serie: Saphir 3
    Größe: 1918 kBytes
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Saphir - Für immer vereint

Tapetenwechsel

"Und, was meinst du?"

Steffen ist nervös. Er versucht, sich cool zu geben, aber seine Finger zittern leicht, als er sich halb von mir wegdreht und ins Wohnzimmer zeigt, wo lediglich eine nackte Glühbirne von der Decke baumelt und weiße Vierecke an den vergilbten Wänden verraten, dass hier vor Kurzem noch Bilder gehangen haben.

Jetzt ist es ein leerer, kalter Raum in einem leeren, kalten Haus - ein Haus, in dem Steffen und ich bald wohnen könnten. Nicht als ehemaliges Straßenmädchen und sein Betreuer in einer Wohngruppe zusammen mit anderen sogenannten schwer erziehbaren Jugendlichen, sondern als Tochter und Vater. Noch immer kann ich mir es nicht vorstellen und auch ich bin nervös. Doch mir sieht man es nicht direkt an. Ich zittere innerlich.

"Roxy?" Steffen fährt sich mit der Linken über seine Brusttasche. Er sucht nach seinen Zigaretten, aber die liegen im Auto. "Wenn es dir nicht gefällt, kann ich auch weitersuchen, wir können ..."

"Nein", unterbreche ich ihn heiser und huste den Frosch in meinem Hals weg. "Nein, es ist ... es ist okay."

Das Haus ist in Ordnung. Ich weiß nur nicht, wie das werden soll, mit uns beiden als Mini-Familie ohne die ganzen WG-Regeln. Erst vergangene Woche hat Steffen erfahren, dass wir unsere Adoptions-Probezeit beginnen können. Und jetzt stehen wir schon zusammen in einem Haus am Stadtrand, das Steffen sofort mieten könnte - wenn ich zustimme.

"Und groß", füge ich hinzu, weil er mich fragend anschaut, als würde er mir nicht glauben. So viel Platz hab ich noch nie gehabt. Ich bin in einem Wohnwagen geboren und habe anschließend nur kleine Zimmer in kleinen, engen Wohnungen gehabt, für mich ist das wirklich großzügig hier.

"Natürlich würde ich einiges renovieren, den Boden erneuern und die Wände streichen ... Die Substanz ist gut und mit Möbeln wird es schon gemütlicher aussehen ..." Er wendet seine dunklen Augen nicht von mir ab, als er mit den Schultern zuckt und verhalten lächelt. "Es wäre unser Zuhause, Fledermaus."

"Ja." Meine Stimme hat sich schon wieder verabschiedet. Mein Herz scheint meine Kehle hinaufgekrochen zu sein und sie zu versperren.

"Wenn du magst, geh doch mal nach oben und schau dich um, das Zimmer auf der linken Flurseite könnte deines sein, ich muss gerade noch ... oh, Augenblick." Sein Diensthandy hat zu klingeln begonnen. Steffens Gesicht verfinstert sich, als er auf das Display schaut. "Diana. Da muss ich ran. Ich habe ihr ..." Er seufzt. "Sie weiß es. Seit heute Morgen. Hab es ihr gesagt - also, dass ich den Antrag zur Adoption tatsächlich gestellt und genehmigt bekommen habe."

Ui - und das wird ihr nicht gefallen haben. Ich hatte die beiden vor einigen Monaten in der Waschküche belauscht. In dem Gespräch hatte Steffen angedeutet, dass er mich gerne adoptieren würde - und daraus ist ein handfester Streit zwischen den beiden entstanden.

Wir haben es geschafft, dass niemand in der WG und vor allem Diana nichts von Steffens Adoptionsantrag erfahren hat . Es war klar, dass Diana versuchen würde, es Steffen auszureden. Sie hält nicht viel von mir und ich nicht von ihr - diesbezüglich sind wir uns einig.

"Okay, ich lasse dich alleine", erwidere ich und bin froh, einen guten Grund zu haben, mich ohne ihn umzusehen. Außerdem will ich das Gespräch der beiden nicht mit anhören.

Flink husche ich die urige Holztreppe hinauf, deren Stufen unter dem Gewicht meiner Füße knarzen. Die Böden bestehen aus alten, abgetretenen Holzplanken, ich mag das. Und ich mag auch den Raum, der mein Zimmer werden soll - ich spüre es gleich, als ich ihn betrete.

Das Fenster zeigt auf den Garten hinaus, der ähnlich verwildert wirkt wie der unserer WG, doch der Raum ist größer als mein WG-Zimmer und vor allem heller. Bücherregale werde ich nicht hineinstellen, das Lesen fällt mir nach wie vor schwer

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