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Saphir - Rebellische Herzen von Belitz, Bettina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2018
  • Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
eBook (ePUB)
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Saphir - Rebellische Herzen

Roxy ist ein echter Wildfang. Auf dem noblen Gestüt, wo sie Sozialstunden ableisten muss, begegnet sie dem jungen Vollblutaraber Saphir. Doch das ehemalige Rennpferd lässt sich kaum berühren. Nur Roxy hat das richtige Gespür für den sensiblen Araber. Mit viel Einfühlungsvermögen gelingt es ihr, eine besondere Beziehung zu dem scheuen Pferd aufzubauen. Doch statt Bewunderung schlägt ihr nur Missgunst entgegen und bald ist Saphirs Leben in Gefahr ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 04.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783440159828
    Verlag: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
    Größe: 1608 kBytes
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Saphir - Rebellische Herzen

Wüstenhauch

Noch sechseinhalb Wochen.

Sechseinhalb Wochen, in denen ich das sanfte Wiehern von Lavendel ausblenden muss, mit dem er mich begrüßt, sobald ich die Stallgasse betrete, sechseinhalb Wochen, in denen ich ihn weiterhin nur berühre, wenn es gar nicht anders geht, und sofort verschwinde, sobald ich meine Arbeit erledigt habe. Denn das ist es, worum es hier geht. Meinen Job zu machen.

Steffen hat sich gar nicht erst auf eine Diskussion eingelassen. Manchmal kann er knallhart sein. Sozialstunden seien nichts, was man sich aussuchen könne, und ich hätte schließlich etwas gutzumachen. Da ich keine Lust hatte, mit ihm zu streiten und am Ende doch wieder irgendeine Therapie aufgedonnert zu kriegen, habe ich schließlich klein beigegeben.

Die Menschen im Stall machen es mir leicht, mich nicht länger als dringend notwendig auf dem Gestüt aufzuhalten. Wo ich auch auftauche, streifen mich Blicke - lauernde, misstrauische, kritische, abfällige. Vor allem abfällige. Ich weiß nicht, ob Frau Klamm ihnen erzählt hat, wer ich bin. Frau Klamm ist, wie ich inzwischen festgestellt habe, dauerüberfordert. Sie zerreißt sich zwischen Terminen, ehrenamtlichen Aufgaben und Freizeitstress, ist immer auf dem Sprung und hat nie Zeit. Mir ist das recht, denn so muss ich mich selten länger als zwei Minuten mit ihr unterhalten. Aber unterschwellig bin ich auf der Hut und rechne jeden Moment damit, dass jemand von den Privatstallleuten auf mich zugestürmt kommt und mich vom Hof verjagen will, weil er nicht weiß, dass ich offiziell hier sein darf.

Jetzt aber sieht mich niemand. Mit verdreckten Gummiboots stehe ich in Lavendels Box und miste sie aus, während er den spastisch behinderten Max durch die Halle trägt. Das ist eine Arbeit, die ich sogar mag. Sie fühlt sich ehrlich an und es gibt dabei keine Missverständnisse; ich muss weder schreiben noch rechnen. Schmutzige Einstreu raus, frische Einstreu rein - so einfach ist das. Niemand kontrolliert mich oder schaut mir über die Schulter, und ich bin anschließend angenehm müde. In den vergangenen Nächten habe ich sogar durchgeschlafen. Kein Auf-und-ab-Wandern durch den Flur, keine Fernsehmarathons bis früh in den Morgen.

Noch eine Schubkarre, dann ist es für heute geschafft. Anschließend muss ich nur noch Lavendel absatteln und füttern und dann ... Ich stocke mitten in der Bewegung und richte mich lauschend auf. Ein lautes Knallen ertönt vom Hof, dazu hektische Rufe. Ich lasse die Mistgabel sinken, meine Ohren wachsam gespitzt. Ist das Geräusch das Schlagen von Hufen gegen eine Boxenwand? Oder gegen die Tür eines Pferdeanhängers? Hatte ich nicht gerade erst einen Hänger auf den Hof fahren sehen, als ich auf die winzige, schmutzige Toilette der Schulpferdereiter gegangen bin?

Wieder ertönt das Knallen und dazu ein tiefes, heiseres Wiehern, das mir sofort einen Schauer über den Rücken jagt. Vorsichtig stelle ich die Gabel in die Ecke der Box, zwänge mich an der Schubkarre vorbei und laufe zur hinteren Stalltür, die ich wie immer halb aufgeschoben habe, damit frische Luft in die Stallgasse strömen kann. Im Schatten des Tors linse ich auf den Hof. Ein SUV mit Hänger steht vor den Privatstallungen und zwei Männer lösen gerade die hintere Verriegelung des Hängers und ziehen die Rampe aus. Immer wieder knallen die Hufe des Pferdes gegen die Wände, ein Geräusch, das mir durch Mark und Bein geht. Ein blondes Mädchen versucht, von der vorderen Tür des Hängers aus beruhigend auf das Pferd einzureden. Ich erkenne sie sofort wieder. Sie ist eins der beiden Mädchen, die am ersten Tag über mich getuschelt hatten. Auch heute sieht sie aus wie aus einem Reitmodenkatalog entsprungen. Ein junger Mann kommt dazu, schlank und hochgewachsen, und reicht ihr einen Strick.

"Das kann doch nicht gut gehen ...", stöhne ich leise. Der ganze Hänger erbebt unter den Tritten des Pferdes und sie belagern ihn von allen Seiten, wie Raubtiere, die Beute mac

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