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Sara, die kleine Prinzessin Neuübersetzung (neue deutsche Rechtschreibung) von Burnett, Frances Hodgson (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2015
  • Verlag: Anaconda Verlag
eBook (ePUB)
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Sara, die kleine Prinzessin

Wie eine kleine Prinzessin lebt Sara im Londoner Mädcheninternat, denn ihr Vater im fernen Indien ist reich. Mit einem Mal ist alles verloren: Ihr Vater stirbt, sein Vermögen ist dahin - und für Sara beginnt ein hartes Leben als Waise mit nichts als ihrer reinen Seele und ihrer ausgelassenen Fantasie. Doch jemand hat den Auftrag, nach ihr zu suchen ... Frances Hodgson Burnett, Schöpferin des 'Kleinen Lords', hat mit der 'Kleinen Prinzessin' eine Geschichte über Freundschaft, Schicksal und die Kraft des Guten geschrieben, der seit vielen Generationen junge Leserinnen bezaubert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783730691281
    Verlag: Anaconda Verlag
    Größe: 1107 kBytes
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Sara, die kleine Prinzessin

1. Kapitel

Sara

An einem dunklen Wintertag, als in den Straßen von London fahler Nebel hing, so dicht und schwer, dass die Laternen angezündet werden mussten und die Schaufenster wie am Abend hell erleuchtet waren, saß ein kleines Mädchen mit seinem Vater in einer Kutsche, die langsam die breiten Hauptstraßen entlangfuhr.

Sie hatte die Beine untergeschlagen, schmiegte sich in die Arme ihres Vaters und betrachtete mit ihren großen Augen gedankenverloren die Menschen auf dem Gehsteig.

Weil sie noch sehr jung war, nahm sich der Ausdruck in ihrem schmalen Gesicht ziemlich wunderlich aus. Selbst ein zwölfjähriges Kind hätte dadurch ältlich gewirkt, und Sara Crewe war erst sieben. Es war jedoch ihre Art, stets vor sich hin zu träumen und sich eigenartige Gedanken zu machen, und schon immer hatte sie auch über die Erwachsenen und ihre Welt nachgedacht. Dabei schien ihr, als habe sie selbst schon ein langes Leben hinter sich.

Jetzt dachte sie an die Reise, die sie mit ihrem Vater, Captain Crewe, von Bombay hierhergeführt hatte. Sie dachte an das große Schiff, an die indischen Matrosen, die lautlos hin und her gehuscht waren, an die Kinder, die auf dem heißen Deck miteinander gespielt hatten, und daran, wie die Frauen der jungen Offiziere ihr Fragen gestellt und dann über das, was sie sagte, gelacht hatten.

Am meisten beschäftigte sie jedoch, wie merkwürdig es war, dass sie sich eben noch unter der sengenden Sonne Indiens befunden hatte, dann mitten auf dem Ozean und jetzt in diesem seltsamen Gefährt durch seltsame Straßen fuhr, wo es tagsüber so finster war wie bei Nacht. Diese Vorstellung verwirrte sie, und sie schmiegte sich noch näher an ihren Vater.

"Papa", sagte sie leise und mit schwacher Stimme, fast flüsternd, "Papa."

"Was ist denn, mein Liebling?", fragte Captain Crewe, zog sie an sich und sah zu ihr hinab. "Was geht meiner Sara durch den Kopf?"

"Sind wir jetzt da?", flüsterte Sara und kuschelte sich noch näher an ihn.

"Ja, meine kleine Sara, wir sind da. Jetzt sind wir endlich am Ziel." Und selbst mit ihren sieben Jahren wusste sie, dass er in diesem Moment sehr traurig war.

Sara kam es vor, als habe ihr Vater sie schon seit Jahren darauf vorbereitet, dass sie einmal "dorthin" gehen würde, wie sie für sich sagte. Ihre Mutter war bei ihrer Geburt gestorben, sie hatte sie also nie gekannt oder vermisst. Ihr Vater, jung, gut aussehend, reich und fürsorglich, war der einzige Mensch, den sie im Leben hatte. Sie hatten immer miteinander gespielt und mochten einander sehr gern. Dass er reich war, wusste sie nur, weil die Leute manchmal davon sprachen, wenn sie glaubten, Sara würde nicht zuhören, und sie hatte auch davon reden hören, dass sie selbst einmal reich sein werde. Sie hatte keinerlei Vorstellung davon, was es hieß, reich zu sein. Sie hatte immer in einem herrschaftlichen Haus gelebt und war es gewohnt, von einer Vielzahl von Dienern umgeben zu sein, die sie höflich grüßten, sie "Kleine Miss Sahib" nannten und all ihre Wünsche erfüllten. Sie hatte Spielzeug und Haustiere besessen, war von einem Kindermädchen, das ihr zu Füßen lag, umsorgt worden und hatte mit der Zeit begriffen, dass das bei reichen Leuten einfach so war. Das war jedoch schon alles, was sie darüber wusste.

In ihren wenigen Lebensjahren hatte sie nur eine Sorge gehabt, nämlich dass sie früher oder später "dorthin" gebracht würde. Weil das Klima in Indien sehr schädlich für sie war, wurden die Kinder so früh wie möglich weggeschickt, üblicherweise nach England und auf eine Schule. Sara hatte miterlebt, wie andere Kinder fortgegangen waren, und hatte deren Eltern über die Briefe sprechen hören, die sie von ihnen erhielten. Sie hatte immer gewusst, dass auch sie eines Tages würde weggehen müssen, und obwohl sie ihrem Vater bisweilen interessiert zugehört hatte, wenn er von der neuen Heimat und der Reise dorthin erzählte, hatte der Gedanke, von ihm getrennt z

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