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Schnick, schnack, tot von Vries, Mel Wallis de (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
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Schnick, schnack, tot

Ein spannender Krimi von Mel Wallis der Vries, der niederländischen Queen of Crime.

Klassenfahrt! Alle freuen sich auf das verlängerte Wochenende auf der Insel Vlieland. Doch dann wird Kiki erwürgt in den Dünen aufgefunden. Ihre Mitschüler sind im Schockzustand.

Die Polizei fängt an zu ermitteln und schnell wird klar, dass fast jeder ein Motiv gehabt hätte. Dann macht die Neuigkeit die Runde, dass niemand die Insel verlassen kann, weil ein Sturm aufgezogen ist und jeglicher Schiffsverkehr eingestellt wurde. Allen ist klar, dass der Mörder mitten unter ihnen ist. Langsam aber sicher wird der Aufenthalt auf der Insel zu einem wahren Höllentrip ...

Mel Wallis de Vries, geboren 1973, gilt in den Niederlanden auch als die queen of crime

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 09.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732529407
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Klem
    Größe: 847 kBytes
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Schnick, schnack, tot

14:45 Uhr

Juno

Vom Deck der Fähre aus sehe ich, wie der stürmische Wind das Wasser des Wattenmeers in kleine, gemeine Wellen aufpeitscht. Im Tiki-Erlebnisbad in Duinrell sind die Wellen sicher zehnmal höher. Habe ich mich davor so gefürchtet? Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das dahinterkommt, dass im Kleiderschrank keine Monster lauern.

"In den nächsten Tagen bekommen wir es mit den Ausläufern von Orkan Ferdinand zu tun", hatte die Meteorologin am Abend in den Acht-Uhr-Nachrichten gesagt. "Der Wind wird im Laufe des Tages stürmisch auffrischen, Windstärke 8, hier und da bis 9. Im Wattengebiet und auf dem Ijsselmeer können die schweren Windstöße sogar eine Windstärke über 10 erreichen. In den nächsten Tagen bleibt uns das stürmische Frühlingswetter erhalten. Am besten bleiben Sie zu Hause!"

Am liebsten hätte ich das lächelnde Gesicht vom Fernseher gewischt. Zu Hause bleiben? Sie hatte leicht reden. Sie musste morgen nicht auf eine Fähre nach Vlieland. Mein ganzes Leben lang habe ich schon Angst vor Wasser. Meine Mutter sagt, ich hätte mich schon als Baby nur unter Schreien baden lassen. Und seither ist es nur schlimmer geworden. Am liebsten hätte ich mir eine Ausrede ausgedacht, damit ich nicht auf diese Klassenfahrt muss. Kopfschmerzen, meine Regel, Magen-Darm-Virus, Halsschmerzen; bei uns an der Schule glauben sie einem alles.

Aber meine Mutter war heute Morgen erbarmungslos. "Ich denke ja nicht im Traum daran, dir eine Entschuldigung zu schreiben. Natürlich gehst du. Glaubst du wirklich, die Schulleitung würde eine verantwortungslose Entscheidung treffen? So ein bisschen Wind hat noch niemanden umgebracht."

Sie hat mich gezwungen, eine Tablette gegen Seekrankheit zu nehmen und mich anschließend mit dem Auto zur Schule gebracht. Wie ein Gefängnisaufseher hat sie gewartet, bis der Bus vom Parkplatz fuhr. Wahrscheinlich befürchtete sie, ich könnte sonst aussteigen und abhauen. Und genau das hätte ich garantiert gemacht, wenn sich die Gelegenheit dazu geboten hätte.

Die Busfahrt nach Harlingen war grässlich. Mit jedem Meter, den wir dem Meer näher kamen, stieg mein Panikpegel. Ich konnte die Schlagzeilen in der Zeitung schon vor mir sehen: DRAMATISCHES ENDE EINER KLASSENFAHRT. ALLE FÄHRPASSAGIERE ERTRUNKEN. Während ich voller Panik auf die Wipfel der Bäume entlang der Autobahn starrte - bogen sie sich jetzt noch mehr im Wind oder sah das nur so aus? - kippten sich Nynke und Kiki neben mir heimlich ein paar Klopfer. Ob ich auch wollte? Nein, vielen Dank. Nicht dran zu denken, ich war ja jetzt schon seekrank vor lauter Nervosität.

Aus den Augenwinkeln sah ich, dass Lotte still vor sich hin starrte. Ich kapiere nicht, was Kiki an der Langweilerin findet. Oder eigentlich schon: Lottes Vater führt dieses Jahr Regie bei unserem Schulmusical. Als Lotte im Januar nach einem Umzug in die Klasse kam, hatte Kiki ihr keinen einzigen Blick gegönnt. Lotte ist der Typ Mädchen, den Kiki immer "die Mücke" nennt: klein, nervig und vollkommen überflüssig auf dieser Welt. Und dann die Klamotten! Wahrscheinlich strickt Lottes Mutter alle Pullover selbst, so hässlich wie die sind.

Aber als Lottes Vater die Rollenverteilung im Musical übernahm, war Lotte plötzlich keine "Mücke" mehr, sondern Kikis "beste Freundin". Denn Kiki lässt sich natürlich keine Gelegenheit entgehen, im Mittelpunkt zu stehen. Kotzübel wurde mir bei all den Bemerkungen über Lotte. Es sei so gemütlich bei Lotte zu Hause. Lottes Vater sei so nett, und es gebe immer was zu lachen mit ihm. Ach ja, und Kiki konnte echt nichts dafür, dass sie letzte Woche die Hauptrolle im Schulmusical bekam und ich nur eine kleine Nebenrolle, obwohl ich wochenlang dafür geprobt hatte und sie nicht mal einen Tag lang. Ich war wütend. Kiki wusste, wie viel mir die Hauptrolle bedeutet hätte.

"Hello, anybody at home?" , unterbricht Kikis Stimme meine Gedanken.

"Hä, w

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