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Secret Woods 2: Die Schleiereule des Prinzen (Märchenadaption von "Brüderchen und Schwesterchen") von Jager, Jennifer Alice (eBook)

  • Verlag: Impress
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Secret Woods 2: Die Schleiereule des Prinzen (Märchenadaption von "Brüderchen und Schwesterchen")

Freiheit kann trügerisch sein, besonders wenn sie dich fliegen lässt
Noch weiß Nala nicht, wer sich hinter dem wahren Gesicht des attraktiven Jägers verbirgt, der sie um jeden Preis finden will. Sie genießt die Freiheit, die ihr die weiten Wälder der königlichen Jagdgründe bieten, in der Hoffnung, doch noch den Bann von ihrem verwunschenen Bruder lösen zu können. Aber die neu gewonnene Freiheit ist trügerisch. Ihre böse Stiefmutter trachtet nach Nalas Leben – und nach der Liebe des Prinzen, damit ihre eigene Tochter Königin werden kann. Dessen Herz ist jedoch längst vergeben...
//Textauszug:
Er war nur ein Jäger und Dale nur ein Reh. Nun, wo sie ihm so nahe war und sein Antlitz genauer betrachten konnte, da kam es ihr seltsam vertraut vor... Hatte er nicht eben ihren Namen gesagt? Hatte er das nicht voller Entsetzen, nein, voll unbändiger Freude, gesagt? Aber woher kannte sie ihn? Kam er vielleicht aus Dornwall? Kannte er ihre Stiefmutter? Er würde sie verraten können. Dieser Gedanke überrannte Nala mit einem Mal.//
//Alle Bände der Märchenadaption von "Brüderchen und Schwesterchen":
-- Secret Woods 1: Das Reh der Baronesse
-- Secret Woods 2: Die Schleiereule des Prinzen//
Diese Reihe ist abgeschlossen.
//Weitere märchenhafte Romane der Autorin:
-- Sinabell. Zeit der Magie
-- Being Beastly. Der Fluch der Schönheit
-- Prinzessin Fantaghiro. Im Bann der Weißen Wälder
-- Schneeweiße Rose. Der verwunschene Prinz (Rosenmärchen 1)
-- Blutrote Dornen. Der verzauberte Kuss (Rosenmärchen 2)//

Jennifer Alice Jager begann ihre schriftstellerische Laufbahn 2014. Nach ihrem Schulabschluss unterrichtete sie Kunst an Volkshochschulen und gab später Privatunterricht in Japan. Heute ist sie wieder in ihrer Heimat, dem Saarland, und widmet sich dem Schreiben, Zeichnen und ihren Tieren. So findet man nicht selten ihren treuen Husky an ihrer Seite oder einen großen, schwarzen Kater auf ihren Schultern. Ihre Devise ist: mit Worten Bilder malen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 276
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646602791
    Verlag: Impress
    Größe: 2393 kBytes
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Secret Woods 2: Die Schleiereule des Prinzen (Märchenadaption von "Brüderchen und Schwesterchen")

Prolog

"Geh zu ihr", verlangte ihre Mutter mit monotoner Stimme.

Imogen sah zu ihr auf. Tränen ließen die Augen der Frau glitzern, doch ihre Züge waren hart und ungerührt. Sie stand mit den anderen Dorfbewohnern am Flussufer und beobachtete, wie die Scharfrichter ihre älteste Tochter durch das seichte Wasser zerrten.

Imogens Herz war wie verkrampft. Sie wagte es nicht einmal hinzusehen, wo es doch ihre Schuld war, dass Evelyn diese grausame Strafe auf sich nehmen musste.

"Mutter, ich ...", krächzte Imogen mit brüchiger Stimme.

"Geh schon", wiederholte ihre Mutter mit scharfem Ton.

Sie war wütend auf Imogen, hätte ihr das aber niemals offen gesagt und würde es auch in Zukunft nie zugeben. Sie liebte Evelyn noch immer und trotz allem.

Imogen ging es ja nicht anders. Evelyn war ihre große Schwester, hatte immer ihre schützende Hand über sie gelegt, ihr bei den Schulaufgaben geholfen und die Schuld auf sich genommen, wenn sie gemeinsam Streiche ausgeheckt hatten.

In den letzten Jahren aber hatten sie sich entfremdet. Imogen war erwachsen geworden und aus dem zu klein geratenen, schmächtigen Ding von damals war eine junge Dame geworden. Die Jungen, die sie früher geneckt und an den Haaren gezogen hatten, pfiffen ihr jetzt hinterher, brachten ihr Blumen und sangen Lieder für sie.

Imogen war hübsch und das missfiel Evelyn. Dabei war sie auch nicht gerade schlecht anzusehen.

Woher diese Eifersucht genau kam, wusste Imogen nicht. Sie wusste nur, dass sie die beiden Schwestern hierhergeführt hatte. Genau an diesen Ort, wo der Fluss, an dem sie als Kinder gespielt hatten, in einem tosenden Wasserfall endete.

Der Hexenfall. Sie hatte sich bei diesem Namen nie etwas gedacht, dabei war er mehr als bezeichnend.

Imogen atmete tief durch. Sich zu drücken nutzte nichts. Als Anklägerin musste sie vortreten, so wie es das Gesetz von Littover forderte und wie es ihre Mutter verlangte.

Sie watete also durch den Fluss. Das Wasser war ruhig und warm, was für einen seichten Sommertag wie heute nicht ungewöhnlich war. Es reichte ihr bald bis zu den Waden, zog sich in den Saum ihres Kleides und zerrte an dem Stoff, wodurch das Vorankommen immer beschwerlicher wurde.

Die beiden Männer, die Evelyn bis in die Mitte des Flusses geführt hatten, flankierten die junge Frau, hielten aber genügend Abstand. Sie hatten Respekt vor ihr, so wie jeder andere im Dorf auch.

Evelyn war mächtig. Das stand außer Frage. Etwas Großes sollte einmal aus ihr werden, bis zum Königshof sollte sie es schaffen. Dieses Ansehen, das sie sich schon als Kind in ihrem Heimatdorf errungen hatte, war nun aber Angst gewichen. Und das hatte Evelyn sich ganz alleine zuzuschreiben.

"Deine letzten Worte?", fragte Evelyn ihre Schwester spöttisch.

Ihre Stimme kam dabei kaum gegen den tosenden Wasserfall in ihrem Rücken an.

Sie trug ein einfaches weißes Leinenkleid. Kaum mehr als ein Unterhemd. Ihr dunkles, dichtes Haar war offen und wurde vom Wind in Strähnen vor ihr bleiches Gesicht geweht. Dahinter blitzten hasserfüllte Augen wie Smaragde.

Imogen konnte dem Blick ihrer Schwester nicht standhalten. Sie sah zur Wasseroberfläche und auf Evelyns Spiegelbild, das darin waberte.

"So ... so ist es Brauch", antwortete Imogen.

"Komm schon, Schwesterchen, du wirst jetzt doch kein schlechtes Gewissen haben, oder? Ich bin hier die Böse, schon vergessen? Ich bin die Hexe, nicht du!"

"Es geht nicht darum, dass du eine Hexe bist!", warf Imogen ihr entgegen.

"Nein? Worum dann?", verlangte Evelyn zu wissen. "Die Leute haben doch nur Angst vor mir! Das haben sie schon immer gehabt. Feige sind sie!" Sie wandte sich den Dorfbewohnern zu. "Hört ihr das? Ihr alle seid feige!"

Imogen schüttelte den Kopf. "Du hast meinen Verlobten verführt."

Evelyn warf den Kopf in den Nacken und lachte. Es war ein schauriges, durchdringende

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