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Shadow Dragon. Die falsche Prinzessin Band 1 von Otts, Kristin Br. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2017
  • Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
eBook (ePUB)
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Shadow Dragon. Die falsche Prinzessin

Vier Königreiche, ein mächtiger Drache und eine mutige Kämpferin: Folge dem Ruf des Shadow Dragon! Als Onna bugeisha kennt Kai nur Disziplin und Gehorsam. Das Leben der Kämpferin erfüllt nur einen Zweck: Prinzessin Noriko zu beschützen. Das ändert sich, als Kai nach einem Attentat auf die Prinzessin in deren Rolle schlüpfen muss. Allein in der intriganten Welt der Mächtigen und Reichen, lernt sie nicht nur Prinz Enlai, sondern auch den Drachenhüter Jao kennen. Nur kann sie ihnen wirklich trauen? Und soll sie dem Ruf des sagenumwobenen Shadow Dragon folgen, zu dem sie eine geheimnisvolle Verbindung zu haben scheint? Opulentes Fantasyepos mit fesselnder Lovestory in exotischem, fernöstlichem Setting. Kristin Briana Otts wuchs in den Bergen von Colorado auf und verbrachte ihre Zeit am liebsten mit Fantasy- und Science Fiction-Romanen. Sie hat einen Bachelor of Arts in Creative Writing und lebt mit ihrer Familie in Nordamerika. Kristin hat eine Vorliebe für Tattoos, laute Musik und Secondhandläden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 25.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960520115
    Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
    Serie: Shadow Dragon .1
    Originaltitel: Shadow Wars - The false princess
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Shadow Dragon. Die falsche Prinzessin

Prolog

Mit dem Gesicht nach unten liege ich am Flussufer, das Kinn fast im Wasser. Am Grund des langsam fließenden Stroms kann ich ihre Schatten erkennen. Ihre Bewegungen sind so schnell, dass sie mit bloßem Auge kaum zu verfolgen sind, aber wenn ich fest blinzle, kann ich die blaugrünen Körper, die silbrigen Linien entlang des Rückgrats und die Füße mit den Schwimmhäuten und den messerscharfen Krallen erkennen. Schlangengleich winden sie sich am Grund des Flusses entlang. Ihre Köpfe sind lang und schmal und elegant und ihre Augen groß wie kleine Monde. Gelegentlich blickt eines dieser Augen zu mir hoch und betrachtet mein neugieriges Gesicht über der Wasseroberfläche.

Ich halte die Hände über den Strom und berühre den weißen Schaum auf den Wellen, doch ich achte sorgfältig darauf, nicht zu tief einzutauchen. Ein Mal habe ich meine Hände ins Wasser gesteckt, damit ich das Lied der Drachen in meinem Körper hören konnte. Doch schon nach zwei Minuten wurde die Musik unerträglich, mein Herz begann zu zittern, und ich konnte an nichts anderes mehr denken als daran, wie gerne ich in den Fluss springen und in die lächelnden Rachen schwimmen würde. Keuchend riss ich die Hände aus dem Wasser und kam wieder zu mir.

Nie wieder werde ich so unvorsichtig sein.

Also fasse ich dieses Mal nichts an. Ich halte Abstand und sehe hin, aber ich bleibe misstrauisch - genau wie die Drachen.

Uns wurde immer gesagt, dass die Drachen von den Göttern kamen - als eine Gabe der Zwillingsmacher der Welt. Schließlich waren Drachen Magie, und Magie war ein Zeichen des Göttlichen. Nur Götter und Göttinnen konnten Magie vergeben, und nur die ergebensten aller Diener konnten sie anwenden.

Aber ich weiß nicht, ob das stimmt. Schließlich verhindern die von den Schamanen gemachten Amulette der Fischer nicht immer, dass die Drachen ihnen einen großen Fischfang stehlen. Die Talismane in der Menagerie verhindern nicht immer, dass die gefangenen Drachen nach ihren Hütern schnappen. Daher glaube ich, dass die Drachen vielleicht aus anderem Holz geschnitzt sind als die Götter. Ihre Macht ist nicht so vage wie das Kribbeln, das ich im inneren Heiligtum des Tempels spüre - sie ist mehr wie die wilde Kraft des Flusses während eines Monsuns. Es ist eine raue, starke, irdische Macht, und sie ruft mich, seit ich denken kann. Deshalb komme ich immer wieder zum Fluss. Deshalb kann ich mich nicht davon fernhalten.

"Kai!" Ich erschrecke, als Aiko mich am Arm packt. "Was machst du denn da? Komm schon, sonst kommen wir noch zu spät!"

Ich springe auf und folge ihr über die schmale Brücke, die sich über den Fluss zu der kleinen Insel darin spannt. Der Tempel glänzt im goldenen Licht der Morgensonne, sein poliertes Dach reflektiert ihre Strahlen genauso wie das Wasser, das um ihn herum plätschert. Es ist der Tempel der Sonnengöttin Kosuke und die Schule der Onna-Bugeisha. Als ich noch ganz klein war, glaubte ich, dass ich im Tempel geboren wurde. Ich glaubte, dass mich die Muttergöttin aus verbranntem Weihrauch und Flussschlamm erschaffen hatte. Das war, bevor ich herausfand, was es bedeutete, ein Findelkind zu sein - von seinen Eltern verlassen, gerettet von den Onna-Bugeisha und der Gnade von Kosuke.

Früher lag ich mit meinen Freundinnen oft zusammen wach, und wir unterhielten uns flüsternd über unsere Eltern, die wir nicht kannten. Immer wieder stellten wir uns dieselben Fragen: Wer waren sie wirklich? Waren sie schlechte Menschen oder Narren, die uns weggegeben haben, weil sie böse waren? Sind sie gestorben, oder haben sie uns auf der Schwelle von Kosukas Tempel abgelegt, um uns vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren? "Vielleicht", wisperten wir, "... vielleicht war das ja wirklich wahr, und sie waren gar nicht schrecklich, und irgendwann kommen sie uns holen ..."/em

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