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So leise wie ein Sommerregen von Lastella, Leonie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2021
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)

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So leise wie ein Sommerregen

Nicht nur eine Lüge, auch die Wahrheit kann Herzen brechen Als Hope Cooper kennenlernt, ist sie wütend. Wütend auf ihre Mutter, die ihren Vater hintergangen hat, wütend auf die Welt, die ihr einen geliebten Menschen genommen hat. Doch Cooper gelingt es mit seiner unvergleichlichen Art, Hope zumindest für ein paar Stunden ihre Sorgen vergessen zu lassen. Auch Cooper genießt die gemeinsame Zeit und wünscht sich am Ende des Tages, Hope wiederzusehen. Denn nach allem, was er erlebt hat, waren die Stunden mit ihr die glücklichsten seit Langem. Doch dann erfährt Cooper, dass ihre Liebe womöglich keine Chance hat. Er behält es für sich - wohl wissend, dass dieses Geheimnis seine Beziehung zu Hope zerstören könnte ...

Leonie Lastella wurde in Lübeck geboren und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf nordwestlich von Hamburg. Seit 2017 widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben und wurde unter anderem von der DELIA, der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautor*innen, für ihre Werke ausgezeichnet. Die Autorin steht für Veranstaltungen zur Verfügung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 01.04.2021
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423438858
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 1074 kBytes
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So leise wie ein Sommerregen

Prolog

Die Bilder an der Wand meines Zimmers vibrieren, als mehrere Kampfjets tief über das Dach unseres Hauses auf der Militärbasis hinwegdonnern. Die Typen im Cockpit ziehen mal wieder eine Show über Cherry Point ab. Da ihr Auftrag wohl kaum lautet, den Normalsterblichen, die auf der Basis wohnen, das Trommelfell mit einem Tiefflug zu zerfetzen, tippe ich auf ausgewachsene Egoprobleme.

Seufzend schnappe ich mir meinen Rucksack, in dem ich Kleidung, eine Zahnbürste und mein Kissen verstaut habe, und hüpfe die Treppenstufen hinab. Zumindest brauche ich mein Partyoutfit für heute Abend nicht unter einem schlichten Pullover zu verstecken. Mom ist nicht da. Sie arbeitet eine Doppelschicht im Krankenhaus. Ich öffne den Kühlschrank, schnappe mir den Orangensaft und trinke direkt aus der Verpackung. Mom würde einen Anfall bekommen. Auf dem Küchentisch liegt eine Nachricht von ihr. Natürlich.

Vergiss nicht abzuschließen, wenn du gehst, und lass dich von Ivy nicht zu irgendwelchem Blödsinn überreden. Und keine Partys, Pumpkin. Viel Spaß, Mom.

Ich verdrehe die Augen und stelle den Saft zurück. Pumpkin. Sie nennt mich immer noch so. Nur weil ich mich im Kindergarten drei Jahre hintereinander an Halloween als Kürbis verkleidet habe und das Kostüm auch dazwischen kaum ausziehen wollte. Ich hasse diesen Spitznamen. Nur bei Dad stört er mich nicht. Ich vermisse ihn, aber es ist noch zu früh, um ihn per Skype zu erwischen. In Kandahar ist es noch mitten in der Nacht.

Das Wochenende werde ich bei den Johnsons verbringen. Wie immer, wenn Mom arbeiten muss. Etwas, worauf ich mich im Grunde freue, auch wenn es mich ärgert, dass Mom nur deswegen darauf besteht, weil sie nicht will, dass ich allein zu Hause bin. Frustriert knülle ich die Nachricht zusammen. Ich bin achtzehn. Viele meiner Freunde ziehen jetzt nach unserem Highschool-Abschluss auf den Campus, in andere Bundesstaaten, ans andere Ende des Landes. Ivy ist eine von ihnen. Mir traut Mom nicht mal zu, zwei Tage allein zu bleiben.

Ich schultere den Rucksack, nehme die Schlüssel für meinen Wagen und will gerade die Haustür hinter mir zuziehen, als ein schwarzer SUV in die Einfahrt einbiegt und mich zuparkt.

Ein ungutes Gefühl umschlingt augenblicklich meine Eingeweide und wird zu einem heißen Brennen, als zwei Männer in Uniform aussteigen. Es gibt nur einen Grund, warum Militärs in Uniform, mit unbeweglichem Gesichtsausdruck und im Gleichschritt, Privatgrundstücke betreten. Es muss etwas mit Dad sein. Das darf nicht ... Ein Stöhnen verkantet sich in meiner Kehle. Die beiden Männer erreichen die Veranda und bleiben vor mir stehen. Den einen kenne ich. Jake. Er war in derselben Einheit wie Dad und hat uns ein paarmal besucht. Seitdem er im Einsatz verletzt wurde, arbeitet er für den Casualty Notification Sevice. Die Männer, die niemand sehen will. Sie überbringen die schlimmsten aller schlimmen Nachrichten. Jake darf nicht hier sein. Mir ist eiskalt, obwohl die Sonne unbeirrt meine Haut wärmt.

»Miss Miller?«, spricht mich sein Kollege an.

Ich sehe nicht auf. Mein Blick bleibt an den Abzeichen auf Jakes Brust hängen. Sie sind schief. Einige Millimeter nur, aber ich habe den irrationalen Wunsch, sie gerade zu richten.

»Miss Miller?«, wiederholt sich Jakes Kollege und endlich gelingt es mir zu nicken, den Blick noch immer auf das schiefe Metall gerichtet.

»Ist Ihre Mutter zu Hause?«

Meine Beine sind wachsweich, als ich den Kopf schüttle. »Was ist mit Dad?«, bringe ich krächzend hervor. Vielleicht wird er nur vermisst. Ich klammere mich an dieser Hoffnung fest.

»Hope.« Jake wechselt wie selbstverständlich zu meinem Vornamen und sieht mich mitfühlend an. Dieser Blick zerkleinert meine löchrige Zuversicht. Seine Hand auf meiner Schulter vernichtet sie. »Was ist mit ihm?«, wiederhole ich mit wackliger Stimme. Ich weiß nicht, wieso

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