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Sommernachtsfunkeln von Gurian, Beatrix (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2017
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
13,99 €
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Sommernachtsfunkeln

Luke ist schon lange Katis bester Freund. Dass sie mehr für ihn empfindet, will sie ihm nach einer Party endlich sagen. Doch dann passiert ein tragischer Unfall, von dem Kati schwere Narben davonträgt. Niedergeschlagen reist sie als Au-Pair nach L.A., wo ihr Leben einen geradezu magischen Aufschwung nimmt. In einer Bar namens 'LIVED' findet Kati in den attraktiven Geschwistern Jeff und Lucy neue Freunde. All ihre Träume scheinen plötzlich wahr zu werden. Doch die Glamour-Welt verbirgt etwas - und erst mit Lukes Hilfe erkennt Kati, dass sie längst in einem Albtraum gefangen ist. Beatrix Gurian (Beatrix Mannel) studierte Theater- und Literaturwissenschaften in Erlangen, Perugia und München. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Redakteurin beim Fernsehen. Seitdem schreibt sie Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden. Für ihre aufwändigen Recherchen reist sie um die ganze Welt. Außerdem unterrichtet sie kreatives Schreiben für alle Altersstufen. Sie lebt mit ihrer Familie in München. Foto © Erol Gurian

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 01.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401807331
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1978 kBytes
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Sommernachtsfunkeln

1

K ati sah sich nervös in der menschenleeren Gegend um, überprüfte noch einmal, ob sie Lindas SUV auch wirklich abgeschlossen hatte, und machte sich auf die Suche. Reichlich runtergekommen war es hier - wie in den düsteren Graphic Novels über Rapper in Los Angeles, die Luke so gern gelesen hatte.

Luke. Die Narbe auf Katis Wange fing an zu kribbeln. Nicht an Luke denken, nicht jetzt. Sie musste nach vorn sehen. Denk "Linda", nicht "Luke". Tausch einfach die Buchstaben hinter dem L.

Linda hatte behauptet, das Viertel wäre gerade dabei, hipp zu werden, aber wenn es Linda Vorteile brachte, dann hätte sie auch eine atomverseuchte Insel als Vergnügungspark ausgegeben. Und um Kati dazu zu bringen, für sie in diese ominöse Bar zu gehen und sich dort "ein bisschen umzusehen", hatte sie ihr nicht nur Extra-Taschengeld angeboten, sondern sie war sogar so weit gegangen, Kati zum ersten Mal wie eine Freundin und nicht wie ihre Untergebene zu behandeln. Hinter vorgehaltener Hand hatte sie ihr zugeflüstert, sie wüsste aus todsicherer Quelle, die aber leider absolut Top Secret bleiben müsste, dass in dieser Bar neben Jennifer Lawrence auch Matthew Macfadyen und Ellen Terry Stammgäste waren.

Kati hatte ein Augenrollen nur mühsam unterdrücken können, denn damit kamen nur zwei Secrets ans Licht: Erstens, Linda hatte in ihrem Zimmer rumgeschnüffelt, um rauszukriegen, womit sie Kati ködern könnte, und zweitens hatte Linda keine Ahnung, dass Ellen Terry, die berühmteste Shakespearedarstellerin aller Zeiten, schon lange tot war und deshalb nur als Zombie in der Bar hätte aufkreuzen können.

Aber wo zum Teufel sollte die Bar denn sein? Diese Adresse konnte einfach nicht stimmen! Suchend sah Kati sich an der Kreuzung um, laut ihrem Navi müsste sie sich irgendwo hier befinden.

Links gegenüber war nur ein einsamer Ed-Hardy- Klamottenladen, der von einer Straße um die Ecke bis zur anderen Straße reichte. Und in jedem der drei garagentorgroßen Schaufenster hingen knallrote Plakate, die jetzt schon einen großen Supersale zum elften November, dem Veteransday, ankündigten.

Rechts von ihr befand sich eine Ladenzeile, in der die meisten Geschäfte mit heruntergelassenen Rollläden verrammelt und mit Graffiti besprüht waren. Einige waren mit neongelben Zetteln beklebt, die vor Ratten warnten. Nur ein einsames Nail-and-Fish-Beautystudio hielt dort noch die Stellung.

Das einzige Gebäude, in dem Menschen ein und aus gingen, stand auf der anderen Straßenseite etwas versetzt von ihr. Es war kein gewöhnliches Haus, sondern ein strahlend weiß getünchter Bau, offensichtlich eine kleine mexikanische Kirche.

Das konnte unmöglich die Bar sein, die Linda gemeint hatte. Aber die Adresse stimmte und deshalb lief Kati wie magisch von dem prächtigen Eingangsportal der Kirche angezogen, über die Straße, um das Gebäude genauer unter die Lupe zu nehmen. Rechts und links ragten zwei nicht sehr hohe Türme auf, die mit einem Querbalken verbunden waren. Daran hing eine große eiserne Glocke, die sich im heißen Nachmittagswind leicht hin und her bewegte. Zwischen den Türmen im quadratischen Mittelbau befand sich der imposante Eingang zur Kirche, aus dem gerade drei miteinander lachende Frauen in Nadelstreifenkostümen und eleganten Laptoptaschen herauskamen. Nein, dachte Kati, während sie direkt darauf zusteuerte, das hier war definitiv keine Bar.

Hinter den drei Frauen fiel das riesige Holztor völlig lautlos ins Schloss. Als Kati nur noch wenige Meter davorstand, musste sie den Kopf in den Nacken legen, um es betrachten zu können. Das Tor wurde nämlich von drei gewaltigen Bögen eingerahmt. Der erste war dunkelgrün gestrichen und in viele Rechtecke unterteilt, bemalt mit merkwürdigen Symbolen, von denen keines dem anderen glich: Spiralen, bunte Kreise und Kreuzvariationen, darüber verlief ein dunkelblauer Bogen mit Schmetterlingen und Totenköpfen. Abgeschlossen wurde das G

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