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Super unkühl, Alter! von Maral, Adnan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2015
  • Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Super unkühl, Alter!

Ein Buch wie ein Film - voll korrekt, ey! Mit 16 sollte das Leben so richtig cool werden, findet Memo. Da passt die Offenbarung, dass der Mann, den er sein Leben lang für seinen Vater gehalten hat, gar nicht sein leiblicher Vater ist, absolut nicht ins Drehbuch. Sein Vater ist Türke und obendrein Lehrer - uncooler geht's ja wohl nicht! Memo will wissen, was für ein Typ sein Erzeuger so ist, und stattet dessen Schule einen Besuch ab. Er schleicht sich in den Sportunterricht seines Vaters, wo ihn der nächste Schock erwartet, denn Atilla sitzt im Rollstuhl. Und auf den Unterricht des Rollstuhl-Paukers hat die Truppe um King Kongo, die dicke Gigi und Karate-Paul mal gar keinen Bock. Von wegen cooles Leben, denkt Memo, das ist reinstes Assi-TV und alles so was von unkühl, Alter! Adnan Maral, geboren 1968 in Ç?ld?r in der Türkei, lebt seit 40 Jahren in Deutschland und besitzt bis heute keinen deutschen Pass - im Gegensatz zu seinen drei in Deutschland geborenen Kindern. Maral ist Schauspieler und Kulturbotschafter im deutsch-türkischen Dialog. In dieser Funktion begleitete er Außenminister Frank-Walter Steinmeier regelmäßig nach Istanbul und ist in zahlreichen Rollen auf dem Fernsehbildschirm und der Kinoleinwand zu sehen. Zuletzt spielte er in "Türkisch für Anfänger", "Kückückskind" und "Einmal Hans mit scharfer Soße" mit. Er lebt mit seiner Familie bei München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 28.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641166373
    Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
    Größe: 1170 kBytes
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Super unkühl, Alter!

2

Ich traf Bobo an der Theke. Er war schwer zu übersehen mit seiner Batwing-Basecap.

"Zeig mal die Rollen", sagte er.

Ich ließ mich nicht zweimal bitten.

"Byron Essert Wheels, ich werd verrückt", meinte er anerkennend. "Die fahrn sich wie Butter, was?"

Ich nickte.

"Bad ass!"

"Darfst mal mit fahren", sagte ich und Bobo schlug mir grinsend auf die Schulter.

"Ich nehm dich beim Wort, Brudah."

Mir war klar, dass er sich solche Teile nicht leisten konnte. Von dem Geld, was er neben der Schule verdiente, musste er zu Hause die Hälfte abgeben. Der Rest ging für Essen drauf.

Wir orderten zwei Klassik-Burger und zwei Pfund Fritten mit Mayo.

"Draußen?", schlug ich vor.

"Passt", meinte Bobo. "Da vorn wird grad was frei!"

Zielstrebig steuerte er auf einen Tisch an der Hauptstraße zu. Der Autolärm brauste uns um die Ohren, aber was machte das schon an diesem Supertag, mit meinem besten Kumpel und einem Tablett mit feinstem Fast Food.

Mit drei Bissen hatte Bobo seinen Burger vertilgt und machte sich über die Fritten her.

"Haste schon die ersten Profile gesehen?", fragte er, wie üblich mit vollem Mund, und klickte auf das Display seines Handys. Nichts tat sich.

"Verdammt, ich hab Fettflossen." Bobo wischte sich die triefenden Finger an der Hose ab und versuchte es noch mal. "Jetzt."

Er schob mir sein Smartphone rüber.

Für die Homepage unserer Klasse hatten wir Steckbriefe für jeden erstellt und reingepinnt. Das war 'ne coole Aktion, vor allem weil drei oder vier aus unserer Klasse abgehen und 'ne Lehre anfangen würden.

"Krass, jetzt schon arbeiten", sagte Bobo und deutete auf Pauls Profil. "Hier. Der will Altenpfleger werden. Was soll er sich da weiter in der Schule quälen."

"Schade, dass er geht. Ist voll in Ordnung."

"Jap. Nix gegen Paul, aber klick dich mal zu den Mädels durch", meinte Bobo. "Wir sind ja schließlich Ästheten."

Oha!

Als Erste kam Anouk, optisch das Beste, was unsere Stadtteilschule zu bieten hatte. Klar fand ich sie edel, aber bisher war ich immun gegen ihre Charmeoffensiven gewesen. Irgendwie war sie mir zu einseitig. Bisschen fad.

Ich klickte auf den Steckbrief.

"Krasses Foto", sagte Bobo und leckte sich die Mayonnaise von den Fingern.

"Na ja, ich weiß nicht", entgegnete ich. "Mit den photogeshoppten Augen sieht sie aus wie 'n Manga-Girl."

Bobo prustete los. "Hahaha! Korrekt, ey. Wie auf dem Cover von James Hotate. Sexy Mangas. Ich schmeiß mich weg! Hahaha ..." Ein Stück Pommes flog durch seine Zahnlücke auf meinen Arm.

"Sorry, Diggah", meinte er und wischte den Brocken mit seinen Mayonnaise-Fingern weg. "Ich sollte den abgebrochenen Schneidezahn mal richten lassen. Aber irgendwie finde ich ihn lässig. Er gibt mir was Verwegenes, oder, was meinste?"

"Lass ihn richten", antwortete ich knapp. War ja nicht das erste Mal, dass ich mit Essensresten aus Bobos Mund besprüht wurde.

Er hockte sich neben mich. "Komm, scroll dich mal durch."

Was wir dann auch taten.

Name: Anouk

Geburtstag: 20.08.1999

Meine besten Freunde: Alle Jungs und Lea

Lieblingszitat: "Wer sagt, dass man Glück nicht kaufen kann, der kennt nicht die richtigen Shops!"

Lieblingsmusik: Charts

Traummann: Mr. Grey

Kindheitsheld: Ken

Womit ich meine Pausen am liebsten verbringe: Meine Nägel machen

Das Unnötigste, was ich je in der Schule gelernt habe: Algebra

Wo ich mich in zehn Jahren sehe: In einem Loft in Manhattan, an der Seite von irgend 'nem reichen Typen. Kann auch alt sein

Wo ich Ende des Jahres sein will: In Größe 34 passen

Wenn ich einen Wunsch frei hätte: Free shoppin

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