text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tochter der Finsternis Die Chroniken des Magnus Bane (04) von Clare, Cassandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.09.2013
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tochter der Finsternis

London, 1903: Magnus Bane trifft alte Freunde und schafft sich neue Feinde - doch auf welcher Seite steht der Sohn seines früheren Weggefährten Will Herondale?

Eigentlich wollte Magnus nie wieder nach London zurückkehren. Das äußerst verlockende Angebot von Tatiana Blackthorn - und ihrer betörend schönen Ziehtochter - bringt seinen Entschluss jedoch ins Wanken. Was er nicht ahnt: Tatianas Pläne sind weitaus finsterer, als er sich hätte vorstellen können.

Im London der Jahrhundertwende begegnet Magnus seinen alten Freunden und trifft dabei auf einen äußerst ungewöhnlichen jungen Mann ... den sechzehnjährigen James Herondale.



Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die zweite Reihe Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu internationalen Erfolgen, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

Foto: Kelly Campbell © S&SInc

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 30
    Erscheinungsdatum: 20.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401802787
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Arena Taschenbücher 50819
    Größe: 954 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tochter der Finsternis

Cassandra Clare/Sarah Rees Brennan

Die Chroniken des Magnus Bane

TOCHTER DER FINSTERNIS

Aus dem Amerikanischen
von Ulrike Köbele

1903

Es dauerte fast zwanzig Minuten, bis Magnus den jungen Mann bemerkte, der gerade dabei war, sämtliche Lichter an einem der Kronleuchter auszuschießen. Der Gerechtigkeit halber sollte allerdings ergänzt werden, dass ihn die restliche Inneneinrichtung erheblich abgelenkt hatte.

Seit Magnus das letzte Mal in London gewesen war, war beinahe ein Vierteljahrhundert verstrichen. Es hatte ihm gefehlt. Vom New York der Jahrhundertwende ging natürlich eine Energie aus, mit der keine andere Stadt mithalten konnte. Magnus liebte es, in einer Kutsche in die gleißenden Lichter des Longacre Square hinauszuklappern, um dann vor der üppigen, im Stil der Französischen Renaissance gehaltenen Fassade des Olympia Theatre auszusteigen oder dicht an dicht mit Menschen aus einem Dutzend verschiedener Länder am Hot-Dog-Festival im Greenwich Village teilzunehmen. Er genoss die Fahrten mit der Hochbahn samt ihren quietschenden Bremsen und allem, was sonst noch dazugehörte, und konnte es kaum erwarten, durch die weitläufigen unterirdischen Tunnelsysteme zu brausen, die gerade mitten unter dem Herzen der Stadt gebaut wurden. Kurz vor seiner Abreise hatte er die Baustelle des großen Bahnhofs am Columbus Circle gesehen und hoffte sehr, dass das Gebäude endlich fertig sein würde, wenn er zurückkehrte.

Aber London war London. Es war Schicht um Schicht in seine lange Geschichte gehüllt, wobei jedes neue Zeitalter das vorangegangene umschloss. Magnus hatte seine eigene Vergangenheit mit dieser Stadt. Hier gab es Leute, die er geliebt hatte, und solche, die er gehasst hatte. Eine Frau hatte er sowohl geliebt als auch gehasst - um dieser Erinnerung zu entkommen, war er aus der Stadt geflohen. Manchmal fragte er sich, ob seine Flucht ein Fehler gewesen war, ob er hätte bleiben und leiden, die schlechten Erinnerungen zugunsten der guten erdulden sollen.

Magnus lümmelte sich in seinen plüschigen Samtsessel - dessen Armlehnen im Laufe der Jahrzehnte von unzähligen Ärmeln abgewetzt worden waren - und ließ den Blick durch den Raum schweifen. Von englischen Häusern ging eine Sanftheit aus, die Amerika in seiner forschen Jugendlichkeit vermissen ließ. Funkelnde Kronleuchter hingen von der Decke wie Wassertropfen - die natürlich nur aus geschliffenem Glas bestanden, nicht aus Kristall, aber auch so ein hübsches Licht verbreiteten - und elektrische Fackeln säumten die Wände. Magnus fand elektrisches Licht immer noch ziemlich aufregend, auch wenn es nicht annähernd so hell war wie Elbenlicht.

Die Herren der Oberschicht saßen gruppenweise an Tischen zusammen und spielten Pharo und Pikett. Auf den samtbezogenen Bänken, die entlang der Wände standen, räkelten sich Damen, die sich nicht besser verhielten, als es von ihnen erwartet wurde, in Kleidern, die zu eng und zu bunt waren und auch sonst nicht mit den Attributen geizten, die Magnus an ihnen besonders schätzte. Zu ihnen gesellten sich die Herren, die Erfolg an den Spieltischen gehabt hatten und nun vor Triumphgefühlen und Pfundnoten überquollen; diejenigen, denen das Glück nicht so hold gewesen war, schlüpften an der Tür in ihre Mäntel und schlichen einsam und um ein Vermögen erleichtert in die Nacht hinaus.

Das alles war außerordentlich dramatisch, und das gefiel Magnus. Auch nach all der Zeit hatte er sich am Prunk der gewöhnlichen Leute in ihrem gewöhnlichen Leben nicht sattgesehen - noch lange nicht. Da war es auch egal, dass die Leute unterm Strich alle gleich waren.

Ein lauter Knall riss Magnus aus seinen Gedanken. Mitten im Raum stand ein junger Mann umgeben von Glassplittern. In der Hand hielt er eine gespannte Silberpistole; offenbar hatte er dem Kronleuchter gerade einen Arm abgeschossen.

Magnus überkam ein heftiges Déjà-vu, wie die Franzos

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen