text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Träum niemals von der Wilden Jagd! Die Abenteuer von Jannis, Motte und Wendel, dem Schrat von Freund, Wieland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2016
  • Verlag: Beltz & Gelberg
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Träum niemals von der Wilden Jagd!

Jannis, Motte und Wendel, der Schrat, sind wieder da und obwohl es eigentlich Zeit für den Winterschlaf wird, geht es jetzt erst richtig los! 'Pest, Pocken und Zeckenbefall!', murmelt Jannis, als er frierend und hungrig erwacht. Weil er im Sommer keine Vorräte angelegt hat, muss er notgedungen aufstehen. Mit Wendel, dem Schrat, macht er sich auf die Suche nach seiner Freundin Motte. Die ist unterwegs mit Amsel Salamander, der endlich sein 'Buch für die Ewigkeit' schreiben will. Doch es ist die Zeit der Rauhnächte, die Nächte der Wilden Jagd, in denen die Königin des Himmels und ihre Untertanen in die Nacht hinausfliegen, um Angst und Schrecken zu verbreiten ... 'Die Wilde Jagd, Motte', sagte Wendel. 'Die Rauhnächte gehören ihr. Dann zieht die Königin des Himmels über den Wald. Die Percht, Motte! Die Percht! Und sie ist eine mächtige Königin, oha! Und ihre Diener folgen ihr wie ein Schweif. Wie ein Schweif dem Kometen. Oha! Hexen, Motte! Zauberer! Der Wode! Ich habe den Woden in sein Jagdhorn blasen hören. Ich habe die Nachtrappen vom Himmel kommen sehen. Wie ein Schwarm Stare. Wie ein einziger Vogel aus vielen Vögeln. Ich hab's gesehen. Oha!''

Wieland Freund, geboren 1969, lebt mit seiner Familie in Berlin. Bei Beltz & Gelberg erschienen von ihm 'Krakonos', 'Die unwahrscheinliche Reise des Jonas Nichts', 'Wecke niemals einen Schrat!', 'Träum niemals von der Wilden Jagd!', die drei Bände um 'Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün', 'Ich,Toft und der Geisterhund von Sandkas' sowie das Pappbilderbuch 'Zuhause gesucht' (illustriert von Tine Schulz).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 08.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783407746184
    Verlag: Beltz & Gelberg
    Serie: Wendel, der Schrat Bd.2
    Größe: 13607 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Träum niemals von der Wilden Jagd!

Im ERSTEN KAPITEL fällt der erste Schnee. Wer jetzt keine Vorräte hat, sammelt keine mehr. Wie Jannis.

Es war nicht zu leugnen: Hinter seinen geschlossenen Lidern war er wach.

"Pest, Pocken und Zeckenbefall", murmelte Jannis. Er wollte weiterschlafen. Er drehte sich noch einmal um, kuschelte sich in das weiche Moos, mit dem er seinen Kobel gepolstert hatte, und kniff die Augen zu, damit sie bloß nicht versehentlich aufklappten. Aufstehen kam gar nicht infrage. Er war ja gerade erst eingeschlafen!

Er deckte sich mit seinem buschigen Schwanz zu, der, seit er sein Winterfell trug, noch ein bisschen dichter war als sonst. Durch das Dach des Kobels kroch eine klamme Kälte. Außerdem war es draußen hell. Licht drang durch das Gewirr der zu einer Kugel zusammengesteckten Zweige. Es drang sogar durch Jannis' geschlossene Lider. Noch einer dieser trüben Wintertage hatte begonnen, der Himmel blassgrau und die Lichtung vom Nachtfrost geweißt. Hart gefrorene Grashalme knisterten unter Elfenfüßen. Elfenhände raschelten im vom Raureif steifen Laub. Die Unruhe kroch in Jannis' Kobel wie ein Marder.

Blitz, Donner und Waldbrand, es war gar nicht das bisschen Licht gewesen, das ihn geweckt hatte! Es war die nervtötende Geschäftigkeit der Elfen! Der panische Fleiß, der immer ausbrach, wenn der Winter nahte. Plötzlich hatte niemand mehr Zeit, und alle waren Frühaufsteher. Krochen zu nachtschlafender Zeit aus ihren Kobeln. Rafften Eicheln, Eckern und verschrumpelte Kastanien zusammen, um sie überall im Wald zu verscharren. Sprachen über nichts anderes als ihre Vorräte, über diebische Eichelhäher und die besten Verstecke. Protzten mit ihren Reichtümern: Händen voll Eicheln, vergraben im Laub; kleinen Seen aus Bucheckern in hart gefrorenen Kuhlen.

Alles, was immer so bleibt

Im Herbst verstecken die Elfen ihre Vorräte für den Winter. Um sie unter dem Schnee wiederzufinden, verfassen sie Merkverse. Die besten, weil genauesten Merkverse dichtete der weise Hyazinth vor langer Zeit. Die schlechtesten Verse (voller sinnloser Reime) stammen von Horn Pappel.

Und alle waren sie in der Sommerschule gewesen und hatten - anders als Jannis, der zweitschlechteste Sommerschüler aller Zeiten - in Vorratshaltung & Versteckkunde aufgepasst. Jannis erinnerte sich mit Grausen an eine der wenigen Unterrichtsstunden, die er nicht geschwänzt hatte. Da hatte ihr Lehrer, Eibert, der Storch, ihnen den Merkvers zu den Merkversen eingebimst. Und entgegen seiner Gewohnheit hatte Jannis diesen Vers nicht vergessen:

Den Hunger stillt bei Schnee und Eis,
der Vorrat nur, das Kind vom Fleiß.
Und willst, was du versteckt, dann haben,
hilft nur das richtige Betragen:
Du musst dir einen Merkvers dichten
und dich beim Suchen nach ihm richten.

Jannis stöhnte. Teils, weil er sich an die Sommerschule erinnerte; teils, weil er einsah, dass er an diesem Wintermorgen keinen Schlaf mehr finden würde. Das Rascheln wurde ja immer lauter.

Und jetzt konnte er sogar den ersten Merkspruch hören.

Der Stimme nach zu urteilen, war es die fleißige Forsythia, die ihn sich ausgedacht hatte. Jetzt sagte sie ihn beflissen auf, um ihn sich für die Ewigkeit des Winters einzuprägen:

Von der Eiche vierzehn Schritt,
sechs nach links zur krummen Buche,
dann halb rechts ein Vierteltritt
und Erfolg hat deine Suche.

Geh weg!, dachte Jannis. Aber kaum war Forsythia raschelnd verschwunden, erklangen die nächsten Stimmen. Offenbar wollte der halbe Elfenwald seine Vorräte ausgerechnet unter Jannis' schlanker Buche verstecken. Diesmal waren es die Zwillinge Luzern und Minze. Und weil sie Zwillinge waren, sagten sie ihren blödsinnigen Merkvers gleich zweimal auf:

Bist du erst an Jannis' Baum,
gehst zehn Schritt zum Birkensaum.
Unterm roten Buchenblatt

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen