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VerhEXt noch mal! von Both, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2015
  • Verlag: Planet Girl
eBook (ePUB)
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VerhEXt noch mal!

Das darf doch nicht wahr sein!? Ella und Hanno waren DAS Traumpaar an ihrer Schule. Und jetzt macht er Schluss - einfach so, am Telefon? Als Ella erfährt, dass Hanno bereits eine Neue hat, ist ihr sofort klar: Die muss ihn verhext haben! Um Hanno zurückzuerobern, wendet sie alle möglichen Tricks an. Nicht einmal vor nächtlichen Verfolgungsjagden schreckt sie zurück. Ella lässt sich sogar einen speziellen Hexentrunk brauen, doch irgendwie scheint nichts zu wirken ... Sabine Both, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet als freie Autorin in Neuss. Eine rabaukige Kindheit, eine rebellische Pubertät und ein paar turbulente Jahre als Sozialarbeiterin haben genügend Stoff für jede Menge frecher Bücher angehäuft. Wenn Sabine Both gerade nicht mit ihren Zwillingen spielt, beackert sie ihren Garten und kocht für ihre Freunde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 07.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783522652933
    Verlag: Planet Girl
    Größe: 3206 kBytes
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VerhEXt noch mal!

NA KLAR, EIN HIRNTUMOR!

Liebe Ella!

Jetzt sind wir schon ein halbes Jahr zusammen. Du und ich, das ist forever, oder? Ich meine, so was gibt es doch nicht noch einmal im Leben. Was ich für Dich fühle, kann ich gar nicht in Worte fassen. Wenn ich Dich morgens sehe, dann kribbelt es mir wie irre im Bauch und ich freu mich, als wenn die Borussen den Pokal mit nach Hause nehmen.

Wie soll ich sagen, ich schätze, das ist die ganz große Liebe.

Tausend Küsse,

Dein Hanno

Ich klebe den Brief auf. Neben das Foto, auf dem wir Arm in Arm vor dem gigantischen Schneemann, den wir mit Papas altem Wintermantel und Omas Brille zu unserem Standesbeamten gemacht hatten, stehen. Über das Bild, das uns vor diesem irren Sonnenuntergang am Badesee zeigt, kurz bevor wir ins Wasser sprangen und feststellten, dass Unterwasserküsse ziemlich luftraubend sind.

Ich klebe alles auf. Die Fotos von der Klassenfete. Die aus der Jugendherberge. Die von Weihnachten. Fast ein ganzes Jahr matt glänzend und in Farbe. Dazu die Eintrittskarten. Vom Kino, in dem wir mehr geknutscht als geguckt haben. Vom Theater, Romeo und Julia , in das er nur mir zuliebe gegangen ist, damit ich mich auf meine Hauptrolle in der Theater-AG einstellen konnte. Von der Eishalle. Vom Schwimmbad. Ich verbrauche jede Menge Kleister und tapeziere die Schräge über meinem Bett. Mit den getrockneten Rosen zum Dreivierteljahr. Mit der Valentinskarte. Mit den Pralinenpapierchen. Den Preisschildern. Allen Zettelchen, die wir im Unterricht geschrieben haben. Es sind Tausende.

"Ella?" Mama steht vor der Tür.

"Bin beschäftigt!"

"Ella. Mach auf!"

"Hörst du nicht, Mama, ich hab zu tun!"

Ich heule. Schon wieder. Wie ein Schlosshund. Ich kann nicht leise. Es geht nur laut. Und irgendwie gespenstisch. Es kommt aus meinen Eingeweiden. Es kann nicht wahr sein. Es darf nicht wahr sein!

"Ella." Jetzt ist ihre Stimme sanft. "Mein Hase."

"Ich bin kein Hase!"

"Meine Große. Mach mal auf. Komm, ich nehm dich in den Arm."

"Das bringt doch nichts." Ich schließe trotzdem auf und kippe Mama direkt entgegen.

"Das kann er doch nicht machen!", jaule ich. "Ist heute der erste April?"

"Nein, es ist Juni."

"Das muss ein Missverständnis sein. Gestern war doch noch alles in Ordnung."

Ganz sicher. Wir sind Hand in Hand über den Schulhof gelaufen. Wir haben uns hinter den Mülltonnen geküsst. Wir haben uns in Mathe Zettelchen geschrieben. Er hat mit KKK unterschrieben!

Er würde doch niemals KKK schreiben, wenn er es nicht mehr so meint. Unser KKK. Kuss. Kuss. Kuss. Und wie er mir zugehört hat, als ich ihm von der Theaterprobe erzählt habe. Wie er gesagt hat, dass er jederzeit meinen Text mit mir durchgeht. Mein Romeo ist, damit ich mich in die Rolle finden kann. Und der Abschiedskuss am Bus. Mit Zunge. Mit Hände um den Nacken. Der war doch schön. Der war doch echt. Den hab ich doch nicht geträumt. Es kann nicht sein. Es darf nicht sein. Ich muss herausfinden, was los ist!

"Mein Schatz. Solche Dinge kommen oft überraschend, weil man die Anzeichen nicht sehen will."

"Es gab aber keine!" Ich schiebe Mama weg und verschränke die Arme vor der Brust.

"Oder er hat sich gut verstellt. Wahrscheinlich hatte er nicht den Mut, es dir persönlich zu sagen."

"So ist er aber nicht."

"Na ja, anscheinend ..."

"Du hast ja keine Ahnung! Wie immer!" Ich will sie rausschieben, aber sie geht nicht. Sie hat sie entdeckt. Meine neue Tapete. Für einen Moment vergisst sie, dass ich der bedauernswerteste Mensch auf der ganzen Welt bin, und blafft: "Das geht doch nicht mehr ab!"

"Das soll ja auch nicht mehr abgehen. Das soll für immer bleiben!", schreie ich.

Ich schlage ihre wieder ausgestreckten Arme aus, rausche an ihr vorbei, schnappe mir meine Jacke und suche

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