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Verloren sind wir nur allein Roman von Summers, Mila (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.02.2020
  • Verlag: Parkstone-International
eBook (ePUB)
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Verloren sind wir nur allein

Nach einem schweren Schicksalsschlag zieht Sky mit ihrer Mutter nach Texas. Ihre Mom will endlich alles hinter sich lassen, doch Sky kann und will vor ihrem Schmerz nicht davonlaufen. Sie fühlt sich so verloren wie nie zuvor. Doch dann trifft sie den 18-jährigen Jeff, und mit ihm stiehlt sich ganz zaghaft wieder mehr Licht in Skys Leben. Aber auch Jeff hat mit schrecklichen Erlebnissen aus seiner Vergangenheit zu kämpfen. Können die beiden sich gegenseitig retten? Mila Summers wurde 1984 in Würzburg geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie studierte Europäische Ethnologie, Geschichte und Öffentliches Recht und erfüllte sich mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans einen großen Traum. Wenn sie nicht gerade reist oder in den Büchern auf ihrem SuB schmökert, gilt ihre ganze Leidenschaft dem Schreiben von Liebes- und Jugendromanen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 28.02.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732585731
    Verlag: Parkstone-International
    Größe: 1411 kBytes
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Verloren sind wir nur allein

Kapitel 1

Verunsichert sehe ich mich in dem kahlen Raum um, in dem mich, bis auf ein alter Holzschrank, nur Leere empfängt. Vier weiße Wände starren mich an. Ich starre zurück.

Das ist es nun also. Mein neues Zuhause.

"Oh, Schatz, du bist ja schon in deinem Zimmer! Ist es nicht wunderschön?" Mom rauscht herein, natürlich ohne anzuklopfen, und eilt zu dem breiten Fenster auf der gegenüberliegenden Seite des Raums. "Es ist das schönste im ganzen Haus!" Sie öffnet die beiden Flügel und lässt neben dem orangefarbenen Abendlicht auch eine frische Sommerbrise herein. Die Scharniere quietschen. Einzelne weiß lackierte Holzsplitter des Rahmens bröckeln zu Boden, und ich frage mich unweigerlich, ob man den schönsten Raum des Hauses wirklich so verkommen lassen würde.

Ich sage kein Wort. Die ganze Situation überfordert mich völlig. Erst vor wenigen Wochen schleppte Mom Roger an. Ihr neuer Freund ist im Gegensatz zu dem Loser, den sie davor gedatet hat, ein absoluter Glücksgriff. Roger ist Rancher. Sein Anwesen ist so groß wie der gesamte Block, in dem wir in Boston gelebt haben. Die Betonung liegt auf gelebt haben , denn Mom hatte nichts Besseres zu tun, als unsere Zelte vollkommen überstürzt abzubrechen und zu Roger auf seine Ranch nach Lewisville in Texas zu ziehen. Roger züchtet nämlich Rinder und Pferde. Und anscheinend ist er damit so erfolgreich, dass Geld von nun an kein Problem mehr für uns sein wird. Wie praktisch.

"Sky, Liebes, jetzt schau doch nicht so." Mom kommt zu mir rüber, legt ihren Arm um meine Schulter und zieht mich in eine feste Umarmung.

Ich seufze und sorge für ein wenig Abstand zwischen uns. "Wie schaue ich denn?" Ich kann ihr nicht in die Augen sehen, also wende ich meinen Blick zum Fenster. Auf einer Koppel grasen ein paar Pferde, und das Gras ist so grün wie unser Haus in Boston.

"Du schaust wie damals, als du noch klein warst und Dad dir erklärt hat, dass wir doch nicht ins Disneyland fahren können."

Ein Stich durchfährt mein Herz, als Mom von Dad spricht. Es sind nun genau zwei Jahre und einundfünfzig Tage, seit er für immer von dieser Welt gegangen ist. Und allein der Gedanke an ihn schmerzt noch immer so qualvoll wie an dem Tag, als er während eines Baseballspiels zusammengebrochen und nicht mehr aufgestanden ist.

Ich winde mich ganz aus ihrer Umarmung. "Lass gut sein, Mom. Ich werde mich mit der Situation schon irgendwie arrangieren."

So, wie ich mich in den letzten zwei Jahren und einundfünfzig Tagen mit allem abgefunden habe, was sie für richtig hielt und mir gänzlich gegen den Strich ging. Schon knapp ein halbes Jahr nach Dads Tod hat Mom wieder begonnen, Männer zu treffen, ist ausgegangen, hatte Spaß.

Für mich kommt das einem Verrat gleich. Einem Verrat, den sie an allem begeht, was unsere Familie ausgemacht hat. Die feste Einheit, die wir mit Dad gebildet haben, gibt es nicht mehr. Anstatt an einem Strang zu ziehen, scheinen Mom und ich in unterschiedliche Richtungen zu laufen.

Während ich versuche, die Erinnerung an ihn zu bewahren, hat Mom nach Dads Tod schnell damit begonnen, alles, was einmal ihm gehörte, nach und nach in den Keller zu räumen. Außer den Bildern und den Baseballpokalen in der Wohnzimmervitrine erinnerte in unserer alten Wohnung schon bald nichts mehr an ihn. Ganz so, als hätte es ihn nie gegeben.

Dabei steckte so viel von Dad in unserer Wohnung. Immer hatte er irgendwelche Ideen, um unser Heim zu verschönern. Ich sehe ihn vor mir, wie er uns verschwitzt und mit strahlenden Augen sein neuestes Projekt präsentiert. Er war schon immer so. Als Mom ihm erzählte, dass sie mit mir schwanger war, hatte er sofort damit begonnen, aus dem Büro ein Kinderzimmer zu machen. Für die Menschen, die er liebte, hätte er alles getan. Tränen steigen in mir auf, und ich schlucke gegen den Kloß an, der sich in meinem Hals bildet.

Aus d

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