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Wahrheit zu verkaufen von Ambjørnsen, Ingvar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2014
  • Verlag: hey! publishing
eBook (ePUB)
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Wahrheit zu verkaufen

Wer glaubt, weiß nicht - und wissen wollen es Peter und der Prof immer ganz genau! Den Heilsversprechen der verschiedenen Religionen schenken sie deshalb nur wenig Vertrauen. Als eine besonders gläubige Schulkameradin aus dem Fenster stürzt, geht die Polizei von einem Selbstmordversuch aus. Doch Peter und der Prof halten diese Theorie vor allem für eines: unglaubwürdig! Der Prof streckte die Hand aus. Mir fiel auf, dass sie leicht zitterte. Sie fasste seine Hand und ließ nach einer Weile ihren rechten Zeigefinger auf dieser feuchten Unterlage kreisen. Ich bereute bitterlich, dass ich nicht in meine eigene Zukunft investiert hatte. "Du hast eine deutliche und lange Lebenslinie", begann sie. "Wenn du es gut mit dir meinst, dann kannst du ein langes Leben leben." "Er frisst zu viel", rutschte es aus mir heraus. "Er bekommt wahrscheinlich einen Herzinfarkt, noch ehe er vierzig ist." Die Wahrsagerin auf dem Osloer Jahrmarkt nehmen Peter und der Prof entgegen ihrer sonstigen Überzeugung durchaus ernst, denn die "Dame aus Kairo" prophezeit den Freunden einen neuen Fall, bei dem es um Leben und Tod geht. Den Tod ihrer Schulkameradin? Während Katja schwerverletzt im Krankenhaus liegt, untersuchen die Freunde die Umstände ihres Sturzes. Auf der Suche nach kriminalistischer Erleuchtung begibt sich Peter schließlich in die Fänge einer dubiosen Sekte, die sich "Das Licht des Lebens" nennt. Und schnell bestätigt sich seine Vermutung: Wo Licht ist, da fällt auch Schatten ... "Wahrheit zu verkaufen" ist der vierte Band der Jugendkrimi-Reihe Peter und der Prof - Vertrauen ist gut, Ermitteln besser! Aus dem Norwegischen übersetzt von Gabriele Haefs.

Ingvar Ambjørnsen wurde 1956 in Norwegen geboren. Nach einer kurzen Schulkarriere begannen lange, unruhige Jahre in den Randgruppen der Gesellschaft, seiner informellen Ausbildung zum Schriftsteller. Inzwischen gilt er nicht nur in Norwegen als erfolgreicher Autor. Seit 1985 lebt er in Hamburg und erhielt u. a. nach dem Hamburger Literaturstipendium 1986 das Literaturstipendium 1988 der Stadt Lübeck mit Stadtschreiberwohnung im Buddenbrook-Haus, darüber hinaus wurden seine "Elling"-Romane verfilmt. Zuletzt erschien von ihm der Roman "Die Nacht träumt vom Tag" im Hamburger Nautilus Verlag. (C) Autorenfoto: Christine Poppe

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 136
    Erscheinungsdatum: 31.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942822817
    Verlag: hey! publishing
    Serie: Peter und der Prof Bd.4
    Größe: 911kBytes
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Wahrheit zu verkaufen

Würstchen auf Grönland

Die Junihitze ließ die verdreckte Luft über dem Kessel von Oslo zittern. Man konnte sie fast sehen. Aber natürlich: Es waren nur die Abgase von Autos und Bussen, und die Hitze ließ den ganzen Schmutz über Hausdächern und asphaltierten Bürgersteigen vibrieren. Der Prof und ich waren unterwegs zum Grönland-Platz. Hatten den Alten ein paar zerknüllte Scheine abgeknöpft. Normalerweise war das schwer, zumindest in meiner Familie, aber die Hitzewelle, die die Stadt in den letzten vier Tagen heimgesucht hatte, hatte meine Eltern schlaff und nachgiebig gemacht. Als ich früher an diesem Tag etwas von Kohle gemurmelt hatte, hatte mein Vater mich bloß trübe angestiert und auf seine Brieftasche gezeigt, die auf der Fensterbank lag. Ich wusste, dass sie ausnahmsweise etwas anderes enthielt als eine zerknüllte Monatskarte für die Straßenbahn, denn er arbeitete seit kurzem in Ammerud als Postbote. "Nimm ruhig", sagte er müde. "Schließlich schufte ich ja für dich und Klein-My." Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Bierglas und schleuderte mit geübter Bewegung seine einen halben Meter langen Haare in den Nacken. "Verschwende die Kohle aber bloß nicht für Markenklamotten und anderen Quatsch." Er grinste unter seinem Bart und blies sich Bierschaum vom Schnurrbart. Er hatte tatsächlich Geld genug, um so große Sprüche zu klopfen, ohne dass das allzu peinlich wirkte. Mein Alter macht gern seine Witze mit mir. Findet mich zu ordentlich. Zu spießig, wie er sagt. Kapiert nicht, dass ich nicht so herumwuseln will wie er. Mit Löchern in beiden Hosentaschen und Schulden bis über beide Ohren.

Aber das ist schon in Ordnung. Auf seine Weise ist er ja okay. Reichlich wirr im Kopf, aber okay. Er hat es noch nie geschafft, irgendeinen Job länger als zwei Monate durchzuhalten, aber zum Kranich - mir hat nie etwas gefehlt. Das hängt natürlich vor allem damit zusammen, dass meine Mutter immer mit beiden Füßen auf festem Boden steht, aber trotzdem. Ich habe meinem Vater immer geglaubt, wenn er sagte, dass er sein Bestes tut. Auch wenn das nicht sehr viel ist im Vergleich dazu, was andere Väter fertigbringen. "Eines Tages ..." sagte mein Vater. "Eines schönen Tages werdet ihr sehen ..." Der Alte glaubt wirklich an die Zukunft. Tag für Tag kann er mäuschenstill im Sessel sitzen und sich Lou Reed anhören, während er felsenfest davon überzeugt ist, dass der "schöne Tag" sich irgendwo in der Zukunft versteckt.

"Der Prof und ich wollen kurz mal nach Grönland", erklärte ich und hielt hundertfünfzig Kronen hoch. "Da unten ist heute Abend so eine Art Rummel."

"Schön. Nehmt Klein-My mit."

"Zum Henker, nein!" sagte ich. "Das geht einfach nicht, das müsste dir doch klar sein."

Klein-My unterbrach plötzlich ihre Lego-Bauerei und fing an zu heulen. Sie ist drei Jahre alt, und jetzt hatte sie ihren Namen gehört und verstanden, dass sie bei irgend etwas nicht dabei sein durfte. "Du Schwein!" schrie sie hinter ihrem Tränenstrom und schmiss einen roten Baustein nach meinem Hosenbein. "Schwein, Schwein, Schwein!"

"Da siehst du, was du angerichtet hast", sagte ich zu meinem Vater und versetzte dem Baustein einen Tritt mit dem rechten dicken Zeh. Aus irgendeinem Grunde gelang mir ein Volltreffer, und der Stein saß plötzlich dem Alten mitten im Gebiss. Vater spuckte Lego und fuchtelte mit den Armen. "Was soll denn das, zum Teufel? Spielst du jetzt etwa Fußball? Hast du mit diesem Unfug angefangen?"

"Keine Panik", antwo

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