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Wasserbomben und Dosenbrot von Eichinger, Rosemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.08.2015
  • Verlag: Verlag Jungbrunnen
eBook (ePUB)
13,99 €
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Wasserbomben und Dosenbrot

Heinrich wohnt neuerdings in einer Villa mit Garten und drei älteren Herrschaften plus Haustier: mit seinem Großvater, Großtante Klara, Frieda Rost und der hässlichen Nacktkatze Helmut. Anna aus der Nachbarschaft klettert in den Bäumen von Klaras Garten herum. So lernt Heinrich sie kennen und die beiden werden Freunde. Im Nachbarhaus wohnt Herr Schebesta, der auf jede Annäherung an sein Grundstück panisch reagiert und Heinrich über die Gartenmauer hinweg mit allen möglichen Dingen bombardiert. Er hat einen Bunker, in dem er Vorräte aufbewahrt, falls 'etwas Schreckliches' passiert. Dieser Bunker übt eine magische Anziehungskraft auf Anna und Heinrich aus - nur zu gern würden sie wissen, wie es da drin aussieht. Sie schleichen sich ein, werden trotz großer Vorsicht erwischt und zum Glück von der versammelten Senioren-WG befreit. Und schließlich entspannt sich sogar die Beziehung zum Nachbarn.

Rosemarie Eichinger zog für ihr Geschichtestudium vor 20 Jahren nach Wien, wo sie immer noch mit Tochter und Lebensgefährten lebt. Mit dem Schreiben begann sie erst nach dem Studium. Die Spezialisierung auf Kinder- und Jugendliteratur ergab sich dann einfach so. Sie bekam für ihre Arbeit verschiedene Auszeichnungen und Stipendien (u.a. Schreibzeit-Jugendbuch-Wettbewerb, Mira-Lobe-Stipendium 2009), nach und nach folgten die ersten Publikationen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 25.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783702658922
    Verlag: Verlag Jungbrunnen
    Größe: 1337 kBytes
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Wasserbomben und Dosenbrot

Kapitel 1

In dem Heinrich umzieht, nach einem passenden Hut für seine Sichtweise sucht und eine besonders hässliche Katze kennenlernt

So hat es angefangen oder geendet. Je nachdem, wie man es betrachtet. Als der Wagen in die Straße einbog und sich Heinrichs Magen zusammenkrampfte. Nicht besonders, nur ein bisschen, als würde er in der Achterbahn sitzen und kopfüber nach unten rasen. Ein flaues Gefühl in der Magengegend, ein Flattern, ein Kribbeln vielleicht. Oder eine seltsame Vorahnung, dass sein Leben nicht mehr so sein würde wie zuvor.

Und genau genommen traf das ja auch zu. Nicht nur der Wagen bog ab, auch Heinrichs Leben. Einfach so. In einem Schwung, fast ohne zu bremsen.

Natürlich war er schon öfter hier entlang gefahren. Vorbei an den knorrigen Kastanien und Buchen, an den ehrwürdigen Häusern und an der Stille, die über den Gärten liegt. Zu Besuch bei Großtante Klara und ihrem Mann Josef. Nichts Besonderes. Nichts Aufregendes. Aber das mit dem Besuchen sollte nun vorbei sein. In Zukunft würde Heinrich hier leben. In diesem Haus mit seinem Großvater Paul bei dessen Schwester Klara.

Und warum das Ganze? Weil das Leben nun mal kein Wunschkonzert ist, wie ihm sein Großvater erklärt hat. Das war der eine Grund. Der andere war Josef Pucks plötzlicher Tod. Im Schlaf, ohne Vorwarnung.

Von einem Moment auf den anderen war Klara Witwe. Ein Schock nach über fünfzig Jahren Ehe. Und dann auch noch das große Haus! Mit seinen unzähligen Zimmern, den Giebeln und Türmchen und dem großen Wintergarten an der Südseite zum Garten hin.

Die Villa, beinahe ein kleines Schloss, wurde in einer Zeit gebaut, da trugen die Männer noch Zylinder und Spazierstöcke und die Frauen lange Röcke. Karamellbonbons gab es einzeln zu kaufen und Dienstboten sorgten dafür, dass es den Bewohnern an nichts fehlte.

Das ist aber lange her. Schon über hundert Jahre. Übrig geblieben ist nur mehr Klara. Allein in dem riesigen Kasten. Einmal die Woche kommen zwei Frauen zum Saubermachen und alle zwei Wochen kommt der Gärtner. Das wars.

Eines Tages, als Klara so in ihrem Wintergarten saß, bei einer Tasse Tee, und sich einsam und verlassen fühlte, fiel ihr Paul ein, ihr kleiner Bruder Paul. Er ist zwar beinahe eins neunzig groß und auch schon 73, aber ihr kleiner Bruder wird er dennoch immer bleiben.

Paul, der mit seinem Enkel Heinrich in einer Wohnung lebte, wo doch jeder weiß, dass ein Junge mit viel Energie genügend Auslauf braucht, um sich prächtig entwickeln zu können. So ein großes Haus mit Garten wäre da geradezu ideal.

Also ließ sie ihren Tee ausnahmsweise einmal kalt werden und griff zum Telefon. Lange musste sie ihren Bruder nicht überreden. Man wird ja schließlich nicht jünger und könnte sich gegenseitig unterstützen.

"Alte Knacker müssen zusammenhalten", sagte Klara zu ihrem Bruder. Damit war die Sache besiegelt.

Ehe Heinrich sichs versah, parkte sein Großvater schon den Wagen vor dem schmiedeeisernen Tor ihres neuen Zuhauses. Schließlich ist in der Villa wirklich genug Platz und der Garten drum herum ein Paradies für einen Jungen. Eben. Genau. Was soll man da auch sagen? Heinrich fiel nichts ein.

An seine Eltern dachte er, die er nur von Fotos kennt, weil sie kurz nach seiner Geburt bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren. Dass er seitdem bei seinem Großvater lebt, was toll ist, weil sie so gut miteinander auskommen. Mit Großtante Klara sind sie zu dritt und da ist das Miteinanderauskommen schon viel schwieriger als zu zweit.

Bestimmt gibt es Schlimmeres als in eine Villa zu ziehen, sagte sich Heinrich also. Und Umzüge sind nichts Besonderes. Menschen ziehen andauernd um. Trotzdem blieb da dieses seltsame Gefühl in der Magengegend.

Bis Klara ihn begrüßte, überschwänglich und aufgeregt. Sie drückte Heinrich so fest an sich, dass sie das flaue Gefühl fast oben rausgedrückt hätte. Aber eben nur fast.

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