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Wenn auch nur für einen Tag von Moser, Annette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2013
  • Verlag: Loewe Verlag
eBook (ePUB)
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Wenn auch nur für einen Tag

Lukas steht vor dem Nichts. Unter Zeugenschutz muss er alles verleugnen: seine Herkunft, seine Familie, sogar seinen richtigen Namen. Erst als er Jana kennen lernt, kann er sein neues Leben langsam akzeptieren. Jana trauert um ihren Bruder Florian. Um den Schmerz zu lindern, verdrängt sie seinen Tod und verstrickt sich dadurch immer mehr in ein Gewirr aus Lügen. Keiner von beiden ahnt, dass ihre Schicksale ausgerechnet durch Florians Tod verknüpft sind. Die Lügen drohen ihre Liebe zu zerstören. Dennoch wünschen sich Lukas und Jana nichts sehnlicher, als einmal ungetrübt glücklich sein zu dürfen - wenn auch nur für einen Tag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 16.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732001040
    Verlag: Loewe Verlag
    Größe: 1106kBytes
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Wenn auch nur für einen Tag

PROLOG

Zwei Monate vorher

Der junge Mann lief in der Menge der anderen Fluggäste den endlosen Gang hinunter. Ohne stehen zu bleiben, passierte er die Gepäckausgabebänder - er hatte nichts aufgegeben. Sein Blick konzentrierte sich auf die Ausgangsschilder des Hamburger Flughafens. Hinter der riesigen Glasfront tummelten sich unzählige Wartende, die die Hälse nach ankommenden Bekannten und Familienmitgliedern reckten. Es wurde sich umarmt, geküsst und überschwänglich begrüßt. Der Junge entdeckte den Kaffeekiosk und lief darauf zu. Hier war ihr Treffpunkt. Während seine Finger seinen Personalausweis umklammerten, blickte er sich suchend um. Er hatte keine Ahnung, auf wen er wartete. Kein Foto, keine Altersangabe, keine sonstige Beschreibung. Den Namen hatte sein Vater zwar ein- oder zweimal erwähnt, aber er hatte ihn in der ganzen Aufregung wieder vergessen. Es war etwas Banales, Klangloses gewesen. Ein unauffälliger Name, was in diesem Fall wahrscheinlich von Vorteil war. Egal, es hatte geheißen, er brauche sich um nichts zu kümmern, man würde ihn finden.

Als sein Blick erneut die Glasscheibe streifte, zuckte er unwillkürlich zusammen. Vage zeichnete sich dort sein eigenes Spiegelbild ab. Am deutlichsten stachen die blonden Strähnen hervor, die ihm in die Stirn fielen. Sie umrahmten sein ebenmäßiges Gesicht wie selbstverständlich, aber in seinen Augen ließen sie jedes Detail fremd erscheinen: die gerade Nase, die schmalen Lippen, die Augen, die unter dichten Brauen lagen und deren ungewohnte grüne Farbe er glücklicherweise nicht erkennen konnte. Er ließ seinen Blick an sich hinabwandern. Wenigstens seine Statur erinnerte ihn noch an sich selbst. Zwar hatte sein Körper in den vergangenen Wochen ein wenig an Muskelmasse verloren und wirkte insgesamt etwas schmaler, aber seine Schultern waren nach wie vor kräftig, und mit ein bisschen Training würde er auch den Rest schnell wieder in Form bringen. Er schluckte. Je länger er hier herumstand und sich anstarrte, desto stärker wurde dieses beklemmende Gefühl in ihm. Nach den Vorbereitungen, der Hektik und der Flut an Informationen, die man ihm in der kurzen Zeit eingeimpft hatte, hatte er keine Ruhe gehabt, über das Geschehene, geschweige denn über das, was noch auf ihn zukommen konnte, nachzudenken. Erst jetzt, bei seinem eigenen Anblick, wurde ihm langsam wieder bewusst, weshalb er eigentlich hier war.

Jemand fasste ihn von hinten an der Schulter, exakt dort, wo sich seine Narbe befand. Erschrocken fuhr er herum.

"Lukas Richter?"

Er nickte zögerlich und musterte den Mann, der vor ihm stand, mit skeptischem Blick. Er trug einen schwarzen Mantel, hatte grau durchsträhntes dunkles Haar, eine schmale Nase und eine hohe furchige Stirn. Auch der Mann betrachtete sein Gegenüber einen Moment lang kritisch, dann lächelte er zufrieden, zog den Jungen an sich und umarmte ihn.

"He, scusi , was -"

"Willkommen in Hamburg, Lukas. Ich bin dein Onkel Fred."

"Mein - was ?" Der Junge machte sich los und wich mit Unbehagen einen Schritt zurück.

Der Fremde zog seine linke Augenbraue hoch. "Was denn, so zimperlich? Ich dachte, ihr Italiener umarmt euch ständig", bemerkte er leise und mit einer nicht zu überhörenden Ironie in der Stimme. "Gewöhn dich lieber gleich an unser inniges Verhältnis, ab heute sind wir verwandt." Er deutete mit einem Kopfnicken auf die Sporttasche, die der Junge über der Schulter trug. "Mehr hast du nicht dabei?"

"Nein ... ich durfte nicht." Den Jungen überkam ein leichtes Schwindelgefühl und obwohl er fließend Deutsch sprach, fiel es ihm plötzlich schwer, dieser Flut an Worten, die auf ihn einströmte, zu folgen. Es war alles so schnell gegangen, man hatte ihn noch nicht einmal für eine Stunde nach Hause gelassen, damit er seine wichtigsten Sachen zusammenpacken konnte. Noch im Krankenhaus war er notdürftig mit Klamotten ausgestat

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