text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Wenn das Leben dich nervt, streu Glitzer drauf von Andeck, Mara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Wenn das Leben dich nervt, streu Glitzer drauf

Wie heißt Liebe auf Finnisch?

Tess ist genervt: Gerade hat sie noch von den perfekten Sommerferien mit Sonne, Stränden und Jungs geträumt, da machen ihre Eltern ihr einen Strich durch die Rechnung: Sie wollen umziehen - und ab sofort mit Opa, Cousin, Onkel und Tante sowie deren vier Nervensägen einen auf Großfamilie machen. Da ist Chaos vorprogrammiert. Tess ist schon dabei, sich auf unschlagbar öde Ferien einzustellen, da bahnt sich plötzlich eine süße Überraschung aus dem Norden an. Vielleicht steht Tess ja doch noch ein glitzernder Sommer bevor ...

Leicht, witzig und zum Mitschmachten schön: Mara Andecks Jugendbuch 'Wenn das Leben dich nervt, streu Glitzer drauf'

Von Mara Andeck gibt es bei Boje bereits die erfolgreiche Trilogie rund um Lilia. Außerdem hat sie diverse Sachbücher und einen Frauenroman geschrieben - und weitere Bücher sind in Vorbereitung. Als gelernte Wissenschaftsjournalistin geht sie den Sachen gerne auf den Grund, das gilt auch für das Phänomen Liebe. Und auch das Thema Großfamilie ist ihr nicht fremd, immerhin lebt sie in unmittelbarer Umgebung vieler Verwandter. Die Familientreffen sind jedes Mal bemerkenswert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 10.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732513482
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1270 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Wenn das Leben dich nervt, streu Glitzer drauf

1

Vor ungefähr einem Jahr, an einem sonnigen Tag im Mai, saß ich zufrieden in meinem Zimmer und häkelte Topflappen.

Ja, echt. Ich thronte im Schneidersitz auf meinem Bett, und zwischen meinen Fingern entstand ein gelb-rosa geringelter Lappen mit Aufhängeschlaufe. Und das, obwohl vor mir auf der Bettdecke bereits drei dieser Schlabberlappen lagen - allesamt made by me, einer scheußlicher als der andere.

Zufrieden war ich in diesem Moment, weil ich gerade einen Brief geschrieben hatte, der die Welt für Tausende von Jugendlichen ein bisschen lebenswerter machen sollte. Und ich häkelte aus einem ähnlichen Grund. Ich wollte damit ein bestimmtes Teenieleben ein bisschen lebenswerter machen - meins nämlich.

Häkeln? Lebensverändernd? Das leuchtet vielleicht nicht auf den ersten Blick ein, aber ich kann es erklären: Meine Eltern und ich, wir befanden uns damals in einer ganz klassischen Erziehungs-Situation: Ich hatte eine Idee. Sie hatten was dagegen. Und um einen Ausweg zu finden, musste ich diesmal eben häkeln.

Jeder, der selbst mal Eltern hatte, kennt die Regel: Versuche nie, deine Eltern zu verstehen. Es ist nicht möglich. Sie handeln grundsätzlich nicht nach den Gesetzen der Logik, und man kann ihre Gründe auch nicht nachvollziehen.

Trotzdem weiß jeder, der mal prägende Jugendjahre mit Eltern verbracht hat, wie leicht sie zu berechnen und zu lenken sind. Man muss nur zwei Grundregeln kennen.

Erstens: Eltern wollen niemals, dass du das tust, was du gerade tust. Und zweitens: Sie wollen immer, dass du tust, was du gerade nicht tust.

Mal an einem konkreten Beispiel: Angenommen es ist Sommer, es ist heiß, und du gehst ins Freibad. Was werden deine Eltern sagen? Richtig! "Solltest du nicht lieber ..." Und dann kommen Vorschläge wie Hausaufgaben machen, Vokabeln lernen oder dein Zimmer aufräumen.

Aber mal angenommen, es ist heiß, du räumst dein Zimmer auf, machst Hausaufgaben und lernst Vokabeln. Wetten, dass dann irgendwann die Tür aufgeht, ein Elternteil den Kopf hereinstreckt und fragt: "Sag mal, solltest du bei dem schönen Sonnenschein nicht lieber ins Freibad gehen und dich mit deinen Freunden treffen? Als ich in deinem Alter war, habe ich immer ..."

Ja, so sind sie. Und so kriegt man sie auch rum, wenn man etwas von ihnen will. Man darf nicht nach dem Warum fragen, man muss ihr Verhalten einfach einplanen.

Und genau das tat ich an jenem sonnigen Häkel-Nachmittag im Mai. Ich hatte nämlich ein paar Tage zuvor den Plan gefasst, die Sommerferien mit meiner besten Freundin Jojo in einem coolen Jugendzeltlager in Spanien zu verbringen.

Und wenn ich jetzt erzähle, dass meine Eltern mich dafür zu jung hielten, wird jeder, der mal Eltern hatte, verstehen, warum ich kurzerhand zur Häkelnadel griff und wie früher im Kindergarten hässliche, geringelte Lappen herstellte. Denn dafür war ich mit fast fünfzehn definitiv zu alt.

Es konnte nicht mehr lange dauern, dann würden sie kommen und mir altersgemäße Freizeitbeschäftigungen vorschlagen, die ich natürlich ausschlagen musste, egal wie himmlisch sie klingen mochten. So lange, bis sie sich Sorgen machen würden, abends im Wohnzimmer über mich sprechen und über einen Besuch bei einem Psychologen nachdenken würden.

Irgendwann würden sie dann weich werden und nach jedem Strohhalm greifen, der sich ihnen bot. Und das war der Moment, in dem ich die Sommerferien wieder ins Gespräch bringen musste.

Natürlich würde ich Spanien nicht mehr erwähnen. Bloß nicht! Das wäre viel zu durchschaubar. Ich würde stattdessen so tun, als hätte ich nur noch Häkeln im Kopf. Zum Beispiel könnte ich laut darüber nachdenken, wie viel Wolle man für sechs Wochen Ferien benötigte. Ja, das war gut! Sie würden erbleichen und mir tolle Reisevorschläge machen. Alles würde ihnen recht sein - alles außer Häkeln. So weit die Theorie.

Und sie funktionierte. Tatsächlich streckten an d

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen