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Wenn die Nacht in Scherben fällt von Beer, Anika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2013
  • Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Wenn die Nacht in Scherben fällt

Bildgewaltig, unglaublich atmosphärisch und absolut mitreißend.
Schon immer waren Träume für Nele etwas ganz Besonderes, denn sie besitzt die Fähigkeit, sie zu steuern, wie es ihr gefällt. Doch als sie mit ihren Eltern von München nach Erlfeld zieht, taucht auf einmal jemand in ihrem Traum auf, den sie selbst nicht erschaffen hat: Seth, ein junger Mann, den sie unheimlich und zugleich anziehend findet. Aber was macht er in ihrem Traum? Als Nele sich in der neuen Schule mit Jari anfreundet, hofft sie, in ihm jemanden gefunden zu haben, dem sie sich anvertrauen kann. Doch dann verschwindet Jari wie vom Erdboden verschluckt. Nele macht sich auf die Suche nach ihm, und findet heraus, dass nicht nur er in Gefahr ist - sondern die gesamte Traumwelt zu zerbrechen droht ...

Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine Stelle an der Universität annahm. Inzwischen hat sie mehrere Bücher für Jugendliche und Erwachsene veröffentlicht und lebt mit ihrer Familie in Bielefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 13.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641087319
    Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
    Größe: 820 kBytes
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Wenn die Nacht in Scherben fällt

Zweites Kapitel

Er traf sie an ihrem Strand wieder. In ihrem eigenen Traum, wo flaschengrünes Wasser mit weißen Schaumkronen über blassgrauen Sand brandete und rauer Wind an ihren Haaren zupfte. Sie hatte sich in die Dünen gesetzt, zwischen wogende Halme von Strandhafer unter einem von Sonnenfäden durchwirkten Himmel. Ihr eigener Traum. Eine vertraute Umgebung, erschaffen allein aus ihrer Vorstellungskraft. Sie war enttäuscht.

Ein Lächeln stahl sich auf Seths Lippen, als er sah, wie sie versuchte, ihn herbeizurufen. Wie sie versuchte, ihn innerhalb ihrer Traumwelt zu erschaffen, so wie es ihr auch mit allen anderen Dingen so leicht gelang. Aber kein Mensch, auch ein Klarträumer nicht, konnte einem Wächter des Nachtglases sagen, wann er zu kommen oder zu gehen hatte.

Irgendwann gab sie es auf und erhob sich; ging auf nackten Füßen hinunter zur Brandungslinie. Dort hockte sie sich hin.

SETH , schrieb sie mit großen Buchstaben in den feuchten Sand. WO BIST DU ?

Seth unterdrückte ein Lachen. Sie war klug, das gefiel ihm. Und es reizte ihn sehr, dieses Spiel mitzuspielen. Er schloss die Augen und konzentrierte sich, bis er die Wörter im Sand unter seinen Fingern spüren konnte. Direkt unter ihren formte er weitere Buchstaben, die kurz darauf wie von Zauberhand aus der Brandung auftauchten.

HINTER DIR .

Dann ließ er sich lautlos aus dem Himmel fallen.

Das Mädchen fuhr herum, die Wangen noch bleich, weil ihr im ersten Schreckmoment das Blut aus dem Kopf gewichen war. Aber ihr Gesicht leuchtete auf, als sie ihn entdeckte. Nur zwei Armlängen von ihr entfernt.

"Da bist du ja."

Seth lächelte und trat einen weiteren Schritt auf sie zu. Feiner Sand sickerte zwischen seinen Zehen hindurch. "Du wolltest mich doch wiedersehen."

Das Mädchen runzelte die Stirn. "Aber das hier ist nicht dein Revier. Ich konnte den Eingang nicht mehr finden."

Sie meinte damit, dass sie keinen Eingang erschaffen konnte. Aber sie wollte nicht zeigen, wie sehr sie das frustrierte, das war ihr deutlich anzusehen. Seth beschloss, nicht darauf einzugehen.

"Mein Revier", sagte er sanft, "ist ein Traum jenseits von denen der Menschen. Es liegt dort oben." Er deutete zum Himmel. "Ich nehme dich mit, wenn du willst."

Die beiden Grübchen über ihren Augenbrauen waren wieder da. "Du hast mich gestern gar nicht nach meinem Namen gefragt", sagte sie statt einer Antwort. Es klang wie ein Vorwurf. Als sei das allein die Lösung ihres Problems.

Seth lachte leise und beugte sich vor, um ihr direkt in die Augen zu sehen. "Aber ich weiß deinen Namen doch schon." Er blinzelte und legte seinen Zeigefinger federleicht auf ihre Nasenwurzel. "Er steht genau hier auf deiner Stirn."

Er mochte diesen verwirrten Ausdruck auf ihrem Gesicht. Dies war wirklich ein schönes Spiel. Sein Traum in ihrem. So wie sie in der letzten Nacht ihren in seinen gebracht hatte und doch ganz anders.

"Nele. Soll ich dich so nennen?", flüsterte er.

Nele nickte. "Ja, das wäre nett." Ihre Stimme bebte nun ein ganz kleines bisschen.

Seth richtete sich langsam wieder auf und hielt das Gesicht in den Wind, der vom Meer kam. Ein Wind, der sich so echt anfühlte, als stünden sie wirklich am Ufer der See. Diese Nele hatte eine unglaubliche Fantasie.

Und in

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