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Wie ich einmal eine Meerjungfrau vor dem Ertrinken rettete von Cameron, Josephine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.04.2020
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Wie ich einmal eine Meerjungfrau vor dem Ertrinken rettete

Ein besonderes Mädchenbuch mit ganz viel Herz und einem Funken Magie! Anthoni und ihre Mutter ziehen mit einem Bienenmobil durchs Land, um Honigshampoo und Cremes zu verkaufen. Dabei wünscht sich die Elfjährige nichts sehnlicher, als endlich eine Freundin zu finden. Doch dann lassen sich die beiden in dem verschlafenen Nest Eagle Waters nieder, in dem wunderlichen Hotel der alten Charlotte, von der man sagt, sie sei eine Meerjungfrau. Eine Zeit voller Geheimnisse wartet auf Anthoni. Und voller Mutproben. Bis sie am Ende nicht nur Schwimmen gelernt hat, sondern auch, was echte Freunde sind. Von Nixen, Freundschaften und anderen magischen Gesheimnissen - eine Geschichte so leuchtend und süß wie ein honiggoldener Sommer.

Josephine Cameron wuchs im Norden von Wisconsin auf. Nach ihrem Studium in Kreatives Schreiben legt sie nun ihr erstes Kinderbuch vor. Ihre zweite große Leidenschaft ist die Musik, sie gibt Musikunterricht an Schulen und komponiert eigene Songs.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 30.04.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646929799
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
    Originaltitel: Maybe a Mermaid
    Größe: 3005 kBytes
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Wie ich einmal eine Meerjungfrau vor dem Ertrinken rettete

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Vielversprechende Kandidatinnen

Ich hoffe, ihr sucht nicht nach Lebendködern. Die sind echt eklig, und meine Mom musste kurz nach nebenan, deswegen halte ich hier die Stellung. Ich kann euch mit allem helfen, nur mit Ködern nicht so gern. Es sei denn, ihr braucht sie wirklich dringend.«

Das Mädchen, das in Annas Lädchen auf dem Hocker hinter der Kasse saß, war so klein, dass man sie für eine Drittklässlerin hätte halten können. Aber passend zu ihrem limettengrünen T-Shirt mit der Aufschrift »Club der Wasserskiratten« trug sie glitzernden Lidschatten und lackierte sich die Fingernägel mit übel riechendem limettengrünen Lack. Dazu hatte sie die Finger gespreizt auf die Glasoberfläche einer riesigen Kühltruhe gelegt. In normalen Läden hätte man darin Eis am Stiel vermutet. Auf dieser Truhe jedoch klebte ein Schild mit der Aufschrift RIESENREGENWÜRMER, BLUTEGEL, DICKKOPF-ELRITZEN und SCHIFFSHALTER - DIE FRISCHESTEN IN DER GANZEN STADT!

»Wie steht es denn mit Ohrstöpseln?«, fragte Mom. Das Mädchen seufzte erleichtert auf, schraubte den Deckel auf das Fläschchen und pustete über ihre Nägel.

»Die sind hinten bei den Aspirin und der Zahnpasta. Ich habe euch beide hier noch nie gesehen. Woher kommt ihr? Mein Name ist Julie. Ich bin elfeinhalb, aber im Oktober werde ich zwölf, also bin ich fast elfdreiviertel.«

»Anthoni ist auch elf! Ihr würdet euch bestimmt super verstehen.« Mom stieß mich mit dem Ellbogen an und nickte mir aufmunternd zu, damit ich die Chance ergriff. »TFE«, flüsterte sie mir zu, drehte sich um und ließ mich mit Julie und den Riesenregenwürmern allein.

TFEs nannte man bei BienenBeauty die »Taktiken fürs Erstgespräch«, die einem die richtige Richtung vorgeben sollten und die man sich leicht merken konnte. Es waren Dinge wie »Stellen Sie sich vor«, »Erzählen Sie eine persönliche Anekdote« und »Entdecken Sie Gemeinsamkeiten«.

Julie lächelte mich an und entblößte dabei eine Zahnspange mit limettengrünen Gummis. »Ich dachte immer, Anthoni wäre ein Jungenname«, sagte sie. »Aber er ist schön. Ich kannte mal ein Mädchen, die hieß Sam, aber das war nur die Abkürzung für Samantha. Deinen Namen könnte man auch abkürzen. Ann oder Toni, zum Beispiel. Oder Annie?«

»Nur Anthoni«, erwiderte ich. »So hieß mein Großvater.«

Julie sah mich nachdenklich an und schien darauf zu warten, dass ich noch etwas sagte.

»Meine Mom dachte, ich würde ein Junge werden, und sie hält sich immer an ihre Pläne«, fuhr ich daher fort.

»Wie lustig! Wie wärs dann mit Initialen? Der neue Junge in unserer Klasse heißt Dana, das klingt eher wie ein Mädchenname. Deswegen nennt er sich DJ. Ist ein ziemlich komischer Vogel. Das heißt jetzt nicht, dass ich denke, du wärst das auch oder so.« Sie griff nach dem Nagellackfläschchen. »Soll ich dir deine Nägel auch anmalen? Der Lack leuchtet im Dunkeln. Aber komm damit bloß nicht in die Nähe von Lavendel. Das ist mein Meerschweinchen. Die dreht dann immer voll durch.«

Auf der Suche nach einem anderen Gesprächsthema sah ich mich im Laden um. Ich wollte ihre Gefühle nicht verletzen, aber den Geruch von Nagellack konnte ich einfach nicht ertragen, und vor Meerschweinchen ekelte ich mich. Auf einem Ständer mit Postkarten entdeckte ich einige Archie-Comics. »Habt ihr auch was von den X-Men?«

»Oh Gott!« Julie schnaubte, als hätte ich etwas Heikles angesprochen. »Meine beste Freundin ist total besessen davon, und ich weiß einfach nicht, warum. Wer will schon etwas von kämpfenden Mutationen hören, die sich ständig gegenseitig in die Luft jagen?«

»Mutanten«, verbesserte ich sie. Julie war das einzige menschliche Wesen in meinem Alter, das ich bisher in Eagle Waters gesehen hatte. Allein deshalb musste ich sie als viel

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