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Wildhexe - Das Labyrinth der Vergangenheit von Kaaberbøl, Lene (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2015
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
7,99 €
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Wildhexe - Das Labyrinth der Vergangenheit

Tante Isa ist bei dem Versuch, Clara zu helfen, einem geheimnisvollen Zauber zum Opfer gefallen. Claras Vater liegt verletzt im Krankenhaus und ihre Mutter kämpft mit Erinnerungen an alte Hexen-Prüfungen, bei denen sie ihre beste Freundin verlor. Clara und ihr Freund Oscar müssen allein versuchen, den Rätseln der wilden Welt auf die Spur zu kommen. Doch erst als Claras Mutter ihren Widerstand gegen die Wildhexerei aufgibt, durchdringen sie das Labyrinth der Vergangenheit - und können so der wilden Welt, den Tieren und Claras Freunden helfen. Der fünfte Band der preisgekrönten Abenteuerserie für alle Tier- und Naturfreunde.

Lene Kaaberbøl, 1960 in Kopenhagen geboren, ist eine der bekanntesten und umsatzstärksten dänischen Kinderbuchautorinnen. Sie wird von der Presse und vom Publikum gleichermaßen geschätzt. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie mit 15, seitdem hat sie über 30 Bücher für Kinder- und Jugendliche geschrieben. Ihre Fantasy-Serien werden in 25 Sprachen übersetzt. Mit vielen Preisen ausgezeichnet, war sie zuletzt für den Hans-Christian-Andersen Preis 2014 sowie für den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert. Ihre Serie über die Wildhexe Clara wurde 2012 in einer großen Gala mit dem wichtigsten und größten Kinderbuchpreis Dänemarks ausgezeichnet, dem Orla-Preis des staatlichen dänischen Fernsehens DR. Im Hanser Kinderbuch erschienen 2014 die ersten drei Bände der Reihe Wildhexe - Die Feuerprobe, Wildhexe - Die Botschaft des Falken sowie Wildhexe - Chimäras Rache. Im Frühjahr 2015 folgten Band 4 und 5 ( Wildhexe - Blutsschwester und Wildhexe - Das Labyrinth der Vergangenheit), im Herbst 2015 wurde die Reihe mit dem sechsten Band Wildhexe - Das Versprechen abgeschlossen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 16.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446248403
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Serie: Wildhexe Bd.5
    Originaltitel: Fjendeblod
    Größe: 4173 kBytes
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Wildhexe - Das Labyrinth der Vergangenheit

1 EINE ERSTARRTE SEKUNDE

"Was hast du mit meinem Vater gemacht?"

Kahla stand in der Tür. Ich hatte sie nicht kommen hören, aber das war vielleicht gar nicht so überraschend - ich hatte auf dem Sofa geschlafen wie ein Bär im Winterschlaf, auf dem Bauch das leise schnarchende Katerchen, halb versteckt unter Tante Isas alter Wolldecke. Draußen war es stockfinster, und ich hatte das verwirrende Gefühl, es wäre mitten in der Nacht.

Wirklich überraschend war dagegen, dass Tumpe keinen Mucks von sich gegeben hatte. Normalerweise drehte er völlig durch, wenn sich einer seiner Lieblingsmenschen dem Haus näherte, aber dieses Mal stand er einfach mitten im Zimmer und sah verwirrt aus. Es schien, als wäre er genauso überrumpelt wie ich.

Mama war immer noch nicht wieder da, stellte ich fest. Aber nachdem sie den ganzen Weg zurück in die Merkurgade fahren, Oscar abliefern und alles zusammenpacken musste, was sie für die eine Woche in Tante Isas Haus brauchen würde, die sie mir versprochen hatte ... Und dann sollte ja auch noch Papa aus dem Krankenhaus entlassen werden. So was konnte dauern, das wusste ich aus eigener Erfahrung.

Kahla war triefnass, aber noch etwas an ihr war ungewöhnlich. Sie war nicht wie sonst in drei Mäntel, vier leuchtend bunte Schals und mindestens zwei Wollmützen eingepackt. Sie hatte nur einen ganz gewöhnlichen schwarzen Regenmantel an und nichts auf dem Kopf - außer Haaren natürlich.

Kahlas Haare sind pechschwarz, glänzend und dick - und in diesem Moment waren sie außerdem noch nass.

"Regnet es?", fragte ich dumm. Ich war wohl immer noch nicht ganz wach.

"Mein Vater", wiederholte sie, und ihre Stimme klang wütend und kalt. "Wo ist er? Was ist mit ihm passiert?"

Schlagartig war alles wieder da. Wie um alles in der Welt sollte ich Kahla erklären, dass Meister Millaconda steif wie eine Statue in einem Bett in der großen Eingangshalle von Vestmark lag, ganz genauso wie Tante Isa, Frau Pomeranze, Shanaia und Herr Malkin? Tante Isas gesamter Hexenkreis. Sie alle lagen dort, und ich konnte nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob sie tot oder lebendig waren.

"Es ... es ist etwas passiert", sagte ich.

Kahla war trotz ihrer sonnengebräunten Haut ohnehin schon blass gewesen. Jetzt wurde sie noch blasser.

"Was?", fragte sie. "Jetzt sag schon!"

Also musste ich wohl damit herausrücken. Der ganze schreckliche Kampf in der Grotte, bei dem Bravita Blutsschwester aus ihrem vierhundert Jahre alten Gefängnis entkommen war und versuchte hatte, durch mich ins Leben zurückzukehren.

"Sie wollte mich verschlingen", sagte ich leise. "Dann wäre in mir keine Clara mehr gewesen, sondern nur noch Blutsschwester. Kater und Tante Isa haben versucht, sie aufzuhalten, aber sie waren nicht stark genug. Und dann ... dann habe ich gerufen. So, wie Herr Malkin es mir beigebracht hat: Adiuvate. Und sie sind gekommen. Alle. Der ganze Kreis. Gemeinsam haben sie die Blutsschwester abwehren können, doch ... doch ... danach waren sie ... nicht tot, zumindest glaube ich das nicht, aber wie erstarrt. Und ... und ... das sind sie immer noch."

"Wo?", fragte Kahla nur.

"In Vestmark."

Sie stellte sich ganz dicht vor mich.

"Zeig es mir", sagte sie.

Ich bekam fast Angst vor ihr. Ich wusste zwar, dass sie manchmal ziemlich verschlossen und feindselig wirken konnte, auch wenn sie gar nicht unbedingt in der Stimmung war, einen in irgendetwas Warziges, Ekliges, Krötenartiges zu verwandeln, aber ... also, wenn sie einen so ansah, war das doch wirklich kein Wunder.

Du hast ihr eben erzählt, dass ihr Vater mehr tot als lebendig ist, ermahnte ich mich. Hast du erwartet, dass sie einfach lächeln und das ganz in Ordnung finden würde?

"Jetzt?", fragte ich und hörte selbst, dass meine Frage genauso dumm und unüberlegt klang wie die mit dem Regen.

"Ja. Jetzt!"

Sie streckte mir ihre Hand entgegen, als wollte s

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