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Wings. Das Herz der Harpyie Göttlicher Urban Fantasy von Pax, Rebekka (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.09.2019
  • Verlag: Impress
eBook (ePUB)
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Wings. Das Herz der Harpyie

'Fantasy der Extraklasse!' 'Klare Leseempfehlung.' (Leserstimmen) Gejagt von göttlichem Zorn... Für Milena ist das Praktikum in der Vogelstation die perfekte Ablenkung von ihren Albträumen, in denen sie graue, glänzende Schwingen durch die Lüfte tragen und der Tod sie wie ein Magnet anzieht. Bis sie einen folgenschweren Fehler begeht und erkennen muss, dass ihre nächtlichen Verwandlungen real sind. Als Milena John begegnet, der ihr auf seltsame Weise vertraut vorkommt, beschließt sie seine Seele zu retten anstatt sie ihm zu entreißen. Ein Vergehen, das bestraft werden muss. Denn Milena ist eine Harpyie, eine Kreatur der Götter. Und nur deren Wünschen darf sie folgen... //Textauszug: Für den Bruchteil einer Sekunde begegnete Milena Johns Blick mit ihren Raubvogelaugen, dann stürzte sie mit ihrer Beute durch die Erde, hinab in die Unterwelt, fort zum weißen Tor.// //'Wings. Das Herz der Harpyie' ist ein in sich abgeschlossener Einzelband.// Rebekka Pax, geboren 1978, studierte Skandinavistik, Archäologie und Runenkunde. Sie war mehrere Jahre in Amerika und Deutschland beim Film tätig und lebt heute wieder in ihrer Geburtsstadt Mülheim. Unter ihrem Namen und den Pseudonymen Rebecca Maly und Erin Hamilton sind bereits zahlreiche Romane von ihr erschienen. 'Das Herz der Harpyie' ist ihr erster Jugendroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 377
    Erscheinungsdatum: 05.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646605532
    Verlag: Impress
    Größe: 2864 kBytes
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Wings. Das Herz der Harpyie

Flügel

Dir ist, als ob dich große Flügel decken,

Als ob du stiegst und fühltest nicht das Steigen,

Als ob du schwiegst und redetest im Schweigen,

Als ob dich, nachtbeklemmt, Gesichte schrecken,

Als ob dich, früh am Morgen, Lerchen wecken -

Doch was du siehst ist nicht die Erde mehr.

(Gustav Schüler)

Die Träume kündigten sich immer gleich an: Herzrasen, das plötzliche Bewusstsein davon, dass sie träumte, gekoppelt mit der Unmöglichkeit aufzuwachen. Ihr Herz schlug so schnell, dass sie glaubte, es müsse ihr im nächsten Moment aus der Brust springen. Dann kam der Fall, ein Sturz wie durch einen engen Brunnen, so unendlich lang wie der Märchensturz zu Frau Holle. Doch an Stelle des Aufpralls leuchtete ein greller Blitz auf und entfachte ein neues Körpergefühl.

Wind, schwarze Nacht, die Leichtigkeit des Fliegens.

Ihre Hände waren zu Schwingen geworden. Graue, glänzende Federn ersetzten die Finger. Jeder Lufthauch war wie ein Streicheln. Jede Bö die starken Hände eines Freundes, die sie emporhoben, drehten, führten.

Sie segelte und genoss. Das war Freiheit.

Milena liebte diesen Teil des Traums, den vom Fliegen. Doch es würde nicht dabei bleiben. Nach dem Flug kam der Tod, manchmal blutig, selten sanft, immer unaufhaltsam.

Die Stadt, in die der Wind sie diesmal führte, war erhellt von Laternen und dem Licht, das aus Fenstern fiel. Autos fuhren auf einem Netzwerk aus Straßen und schienen von den Lichtkegeln ihrer Scheinwerfer auf vorbestimmten Bahnen entlanggezogen zu werden.

Milena sank tiefer, folgte ihrem Gefühl. Sie wäre lieber ewig so weitergeflogen, doch ihre Träume verliefen immer nach demselben Muster.

Schon begannen Gebäude den zuvor gleichmäßigen Luftstrom so zu beeinflussen, wie Felsblöcke Wasserläufe ändern. An einer Fassade wurde sie emporgerissen, so plötzlich, dass ihr ein überraschter Schrei entfuhr. Schrill. Ein Raubvogelruf, doch einer, den sie keinem Tier der realen Welt würde zuordnen können.

Milena zog die Flügel dichter an ihren Körper und tauchte hinab. Backsteinwände rasten vorbei, zahllose Satellitenschüsseln sprossen wie Pilze aus den Häusern, deutsche, türkische und arabische Fernsehprogramme hallten aus Wohnungen, vermischten sich zu einer exotischen Kakofonie.

Trotz des Lichts zahlreicher Straßenlaternen warf ihr Körper keinen Schatten. Unsichtbar, wie immer.

Ihre klauenbewehrten Füße fanden Halt auf dem knorrigen Ast einer Platane. Borkensplitter lösten sich und taumelten gleich schwarzen Schneeflocken zu Boden. Milena neigte ihren Kopf und starrte den Punkten hinterher, bis sie den von Schlaglöchern zersiebten Beton unter ihr erreichten. Stimmen ließen sie aufhorchen. Eine davon klang sehr angenehm.

Milena balancierte den Ast hinauf, näher an ein Fenster heran, hinter dem eine heftige Diskussion geführt wurde, und spähte in die Wohnung hinein.

Ein Mann von vielleicht sechzig Jahren saß an einem Schreibtisch und redete auf jemanden ein, der offenbar im Zimmer auf und ab ging. Wahrscheinlich war einer von den beiden der Mörder. Denn darum ging es in diesen Träumen. Ein Mensch würde sterben: durch Krankheit oder einen Unfall oder eben von menschlicher Hand. Milena wurde flau. Was würde es diesmal sein? Ihrem Gefühl nach würde dies ein gewaltsames Ende nehmen.

War es ein Streit unter Freunden? Oder gar innerhalb der Familie?

In ihren Traumreisen hatte Milena schon fast jede Spielart des Todes beobachtet. Und der Tod war kreativ.

Leises Bedauern schlich sich in ihre Gedanken, als sich der zweite Sprecher endlich in ihrem Blickfeld befand. Er war jung, kaum älter als sie, und sah sympathisch aus. "Ich habe selber kein Geld", sagte er gerade, und seine angenehme Stimme wurde energisch, fast scharf. "Das ist doch sicher nur ein Trick. Sobald sie den Umschlag haben, saugen s

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