text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Winter Dogs von Körner, Miriam (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2019
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Winter Dogs

Auf der Fährte der Schlittenhunde. Es ist kalt und dunkel im Norden Kanadas, wo Jeremy lebt, und in den Straßen streunen Hunde. Als Jeremy einem der Hunde zu einem alten Mann folgt, erzählt dieser ihm von früher, von der Kultur ihrer Vorfahren, von den Hundeschlitten und der engen Bindung zwischen Mensch und Hunden. Fasziniert beschließt Jeremy sein eigenes Schlittenteam aufzubauen. Eines Tages fahren er und sein Freund Justin auf den zugefrorenen See hinaus, doch dann zieht ein Sturm auf ... Miriam Körner wanderte 2004 von Deutschland nach Kanada, in die Heimat ihres Herzens, aus. Sie lebt mit Mann und Schlittenhunden in der Provinz Saskatchewan und versucht, die fast vergessene Kultur der kanadischen Ureinwohner und ihrer Schlittenhunde zu bewahren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 14.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864180934
    Verlag: Oetinger Taschenbuch
    Originaltitel: Yellow Dog
    Größe: 1267 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Winter Dogs

Kapitel 2

Seit letzter Nacht schneit es in dichten, weißen Flocken, und Poplar Point verwandelt sich in eine Märchenlandschaft. Selbst die Schule sieht freundlicher aus mit den großen, verschneiten Fichten hinter dem Spielplatz. Es ist erst November, aber die Sonne ist schon nah am Horizont, wenn die Schule endlich aus ist. Der Schnee knirscht unter meinen Füßen, und kalte, frische Luft füllt meine Lungen.

"Autsch!" Ein Schneeball trifft mich am Hinterkopf und reißt mich aus meinen Gedanken.

"Hey, Jeremy, warum hast du es denn so eilig?" Justin.

Ich bin ihm in der Schule aus dem Weg gegangen, und auch jetzt habe ich keine Lust, mit ihm zu reden.

"Haste Bock, heute Abend Xbox bei mir zu spielen? Mein Cousin kommt auch."

"Okay", sage ich, obwohl ich schon weiß, dass ich nicht hingehen werde. Zumindest nicht heute.

"Bis später dann." Justin winkt mir zu, aber ich winke nicht zurück.

Erst als ich bei unserem Haus ankomme, drehe ich mich um. Justin ist längst nicht mehr da. Gut. Ich gehe weiter, bis ich bei dem Hügel am Ende von Poplar Point ankomme.

Der Hund schläft auf schmutzigen Decken in einer umgekippten Regentonne. Rauch steigt aus dem Schornstein der alten Hütte. Wer hier wohl wohnt? Schon komisch, dass mir das Haus bis gestern noch nie aufgefallen ist. Die Hütte steht zwar ein bisschen abseits und schon fast im Wald, aber so groß ist Poplar Point ja nun auch wieder nicht.

Mir ist ein bisschen mulmig dabei zumute, einfach in den Hof von einem Fremden zu gehen, aber der Gedanke an den Hund lässt mir einfach keine Ruhe.

So leise, wie es geht, quetsche ich mich durch den Zaun. Der Hund kriecht tiefer in die Regentonne und knurrt mich an. Mein Magen krampft sich zusammen. Klar, ich hatte nicht erwartet, dass er überglücklich wäre, mich zu sehen, aber dass er solche Angst vor mir hat ... Ich wollte ihm wirklich nicht wehtun. Ehrlich. Ich wünsche mir, er wüsste das.

"Na komm. Ist schon okay", sage ich beruhigend und mache einen Schritt näher heran. Das Knurren wird lauter, ich ziehe mich zurück. Was, wenn er sich jetzt an mir rächt? Ich stell mir vor, wie seine Reißzähne sich in mein Fleisch bohren, aber dann dränge ich den Gedanken schnell beiseite.

"Es tut mir echt leid, okay? Ich werde das nie wieder tun. Versprochen. Egal, was Justin sagt." Ich weiß, dass er mich nicht versteht, aber irgendwie hilft es mir, mit ihm zu reden. Als ob ich mir selbst das Versprechen geben würde.

Ich krame in meiner Schultasche herum, bis ich mein Sandwich finde, und strecke es ganz langsam dem Hund entgegen. Er hört auf zu knurren, aber er nimmt das Sandwich nicht aus meiner Hand. Ich lege es vorsichtig vor ihn hin. Er rührt es nicht an. Mist. Jetzt liegt es im Dreck. Ich fühl mich noch schlechter. Weil es nämlich Justins Hälfte ist, die jetzt im Dreck liegt.

Justin macht sich immer darüber lustig, dass meine Mutter mir immer noch Pausenbrote macht, obwohl ich schon dreizehn bin. Trotzdem sagt er nie Nein, wenn ich ihm die Hälfte anbiete. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube nicht, dass seine Mutter ihm jemals Sandwiches gemacht hat. Jedenfalls nicht seitdem wir Freunde sind, und das sind wir schon ewig.

"Was gibt's heute zum Mittag?", hat Justin mich in der großen Pause gefragt. Ich habe ihm gesagt, ich hätte mein Mittagessen zu Hause vergessen. Ich wollte das ganze Sandwich für den Hund aufheben, aber dann hatte ich so einen Hunger, dass ich heimlich die Hälfte auf der Toilette gegessen habe.

"Ich hab so einen Kohldampf, dass ich 'nen ganzen Elch verdrücken könnte", hat Justin gewitzelt, als ich vom Klo wiederkam. Ich konnte ihm nicht in die Augen sehen, also habe ich stattdessen auf meine Füße gestarrt. Ein Ketchupfleck von meinem Elchfleisch-Sandwich war auf meinem Stiefel.

Ich kann ein Seufzen nicht unterdrücken. "Ich hab's extra für d

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen