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Wir wollten nichts. Wir wollten alles. von Munk Jensen, Sanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.01.2015
  • Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
eBook (ePUB)
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Wir wollten nichts. Wir wollten alles.

Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben. Ein Roman, der unter die Haut geht: gewaltig und voller Sehnsucht mit einer Heldin voller Hingabe und einem Protagonist voller Widersprüche. In der Tradition der großen skandinavischen Autoren.

Sanne Munk Jensen, Jahrgang 1979, ist eine dänische Schriftstellerin. Sie schreibt vorwiegend für junge Erwachsene und wurde mehrfach ausgezeichnet. Für den Roman 'Wir wollten nichts, als es begann. Wir wollten nichts. Wir wollten alles' erhielt sie gemeinsam mit Koautor Glenn Ringtved den Autorenpreis des dänischen Kultusministeriums 2013. Glenn Ringtved, 1968 geboren, ist ein dänsicher Schriftsteller. Er hat bereits mehr als vierzig Bücher für Kinder und junge Erwachsene geschrieben, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Für den Roman 'Wir wollten nichts, als es begann. Wir wollten nichts. Wir wollten alles' wurde er gemeinsam mit seiner Koautorin Sanne Munk Jensen mit dem Autorenpreis des dänischen Kultusministeriums 2013 ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 20.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862743810
    Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
    Größe: 1294kBytes
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Wir wollten nichts. Wir wollten alles.

2 . Teil

Als Jeppe begraben wurde, waren wir nicht einmal dabei. Ich wäre gern hingegangen, aber Liam brachte es einfach nicht fertig. Er schüttelte nur den Kopf, als ich ihn fragte, doch am Tag nach der Beerdigung fand ich ihn auf der Toilette - er saß weinend in der Ecke, trat mit der Fußsohle gegen die Toilettenschüssel und meinte, wir hätten doch hingehen sollen. So verhielt er sich ständig zu dieser Zeit. Dann musste ich ihn in Ruhe lassen, einfach in Ruhe lassen, ich durfte ihn nicht einmal anfassen; andererseits sollte ich ihn plötzlich niemals loslassen, und er drückte mich so fest an sich, dass es wehtat und ich mich wehren musste, um wieder freizukommen. Dann war Jeppe ein "fucking cock" und ein "selfish bastard", der ihn verlassen hatte, obwohl sie sich versprochen und geschworen hatten, sich jederzeit zu unterstützen und zu helfen, und im nächsten Moment war wiederum alles Liams eigene Schuld. Er hatte versagt. Er hätte besser auf Jeppe aufpassen müssen.

"Was soll ich dazu sagen. Also, dass Liam sich so verhält", meinte mein Vater. Mit vollem Mund. "Er ist wütend auf Jeppe, und gleichzeitig tut es ihm leid, und diese beiden Gefühle prallen in seinem Kopf aufeinander."

Ich nickte.

"Es fällt mir nur einfach sehr schwer ...", erwiderte ich, und mein Vater legte eine Hand auf meine. Tätschelte sie. Er spürte genau, dass ich gleich anfangen würde zu weinen.

Er konnte es gut verstehen.

"Du kannst doch nichts anderes tun, als für ihn da zu sein."

Wieder nickte ich. Grub mit dem Löffel in meiner Backkartoffel.

Meine Mutter sagte nichts, aber sie hätte es offensichtlich gern getan. Sie biss sich auf die Lippe und sog ständig Luft ein, als wollte sie etwas sagen, ohne aber genau zu wissen, was.

"Er ist einfach so weit weg", sagte ich leise.

"Jeppe?", fragte meine Mutter schließlich, und ich wrang mir ein "Nein, Liam" ab. Fügte dann aber hinzu, dass Jeppe auch weit weg sei.

"Irgendetwas in ihm ist kaputtgegangen. Ich sehe es ihm an. Er ist so völlig ..." Ich fuhr mit der Handfläche über mein Gesicht. "Als wäre er ganz woanders. Ich weiß nicht, ob er je wieder glücklich wird. Ich glaube es eigentlich nicht."

"Hilft ihm jemand?", erkundigte sich mein Vater, und ich erzählte von Jørgen, dem Polizisten, der ein paarmal gekommen war, um mit ihm zu reden. Ich sagte, er sei Psychologe, obwohl das eine Lüge war, doch es beruhigte sie erst einmal. Es gab keinen Grund, dass sie total ausflippten, vor allem meine Mutter, und glaubten, wir wären auf Crack oder würden uns Heroin und alles Mögliche spritzen. Sie hatte doch so gut gekocht, weil ich zu Besuch gekommen war.

"Ich glaube allerdings nicht, dass es wirklich nützt. Mit diesem ... Psychologen. Aber ich weiß auch nicht, was ich machen soll, ich sehe nur, dass es ihm total dreckig geht, das ist so ..."

"Eigentlich machen wir uns mehr Sorgen, wie es dir geht, Louise", unterbrach mich meine Mutter und zog die Brauen zusammen.

Mein Blick flackerte zwischen ihnen hin und her.

"Wer, ich?"

"Ja? Wie geht es dir bei dieser ganzen Geschichte?"

Ich schnaubte. Schüttelte den Kopf.

"Na ja, Liam geht es scheiße, also natürlich ..."

"Ja, Liam", unterbrach sie mich wieder. "Aber was ist mit dir, Louise? Es sieht aus, als würdest du bei der ganzen Sache überhaupt nicht an dich denken."

"Was glaubst du denn, wie es mir geht?", erwiderte ich. "Der beste Kumpel meines Freundes hat sich gerade erhängt, wir haben ihn gefunden, und Liam ist vollkommen ..."

"Was ist mit dir, Louise?"

"Aber Liam bin doch auch ich!" Ich zeigte auf mich. "Begreifst du das denn nicht? Verstehst du nicht, dass seine Probleme auch meine Probleme sind? Wir sind seelenverwandt. Und wenn ihr nicht ..."

Mein Vater schnaufte.

"Aber so ist es!" Ich sah ihm direkt ins

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