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Wo immer du bist von Busby, Cylin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Wo immer du bist

Ich spürte ihre Wärme, als ihre Finger meinen Arm hinaufwanderten und auf meiner Schulter liegen blieben. Sie lächelte, ihr Gesicht ganz nah an meinem. 'Ich hab mir Sorgen gemacht, aber jetzt ist alles gut, oder? Ich bleibe bei dir.' West liegt nach einem Unfall im Krankenhaus. Er kann sich nicht bewegen, kann nicht sprechen - und doch trifft er genau hier das Mädchen seiner Träume. Olivia ist wunderschön und geheimnisvoll - und auch sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Doch West spürt, dass sie etwas zu verbergen hat. Und ihm ist klar: Wenn er wieder gesund ist, muss er ihr Geheimnis unbedingt ergründen...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 15.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838752846
    Verlag: Bastei Lübbe
    Übersetzt von: Übersetzung: Hachmeister, Sylke
    Größe: 1817kBytes
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Wo immer du bist

1 . Kapitel

Da weint jemand. Ein Mädchen. Es ist kein schönes Weinen wie bei einer Schauspielerin, der die Tränen leise über das hübsche Gesicht rinnen. Dieses Mädchen schluchzt, schnieft, schnappt nach Luft. Ein lautes Geheul. Ich muss aufwachen. Ganz egal, wer sie ist, ich muss ihr helfen. Ich zwinge mich, die Augen zu öffnen, aber ich sehe niemanden. Nur eine weiße Wand mit einem Apparat davor. Ich erkenne eine Blutdruckmanschette und eine große Messskala, wie in einer Arztpraxis. Auf einmal verstummt das Weinen. Wo ist das Mädchen? Ich muss sie finden. Irgendwas stimmt hier nicht, ganz und gar nicht. Ich versuche mich im Bett aufzusetzen, aber das geht nicht. Meine Arme sind festgebunden. Auch meine Beine sind irgendwie fixiert. Ich liege in einem Bett auf dem Rücken und kann mich nicht bewegen. Mein Herz rast. Ich falle, ich falle.

Meine Kehle machte mich wahnsinnig. Sie war so rau und trocken, Schlucken war unmöglich. Die schlimmsten Halsschmerzen der Welt. Ich schlug die Augen auf. War heute Schule? Wie spät war es? Was für einen Tag hatten wir? Ich befand mich in einer seltsamen Position – obwohl ich auf dem Bauch lag, schaute ich auf den Boden. Es war, als ob ich schwebte. Und ich konnte mich nicht bewegen. Die Fliesen unter mir waren grün und weiß. Ich falle , dachte ich. Aber ich falle nicht. Ich hänge in der Luft.

Dann verlor ich das Bewusstsein.

Als ich wieder aufwachte, schaute ich auf weiße Fliesen – Deckenfliesen diesmal. Eins war sicher, ich lag im Krankenhaus. Mein Hals tat so weh, ein betäubender Schmerz. Dieser Schmerz war alles, woran ich denken konnte. Dann hörte ich ein Geräusch und verstand erst gar nicht, dass es meine eigene Stimme war, die "Aaaaaah" machte.

Um mich herum war es still. Neben meinem Kopf pumpte irgendeine Maschine. Auf der anderen Seite hörte ich ein vollkommen gleichmäßiges Piepsen. Piep. Pause. Piep. Pause. Piep .

Ich konnte mich ein bisschen umschauen. Etwas umgab meinen Kopf und meine Schultern, etwas Großes, Weißes, das in mein Blickfeld kam, wenn ich ganz weit nach rechts oder links guckte. Drehen konnte ich den Kopf nicht. "Aaaaaah", sagte ich wieder. Ich wollte "Durst" sagen, doch meine Kehle war so ausgedörrt, dass ich das Wort nicht herausbekam. Da steckte was in meiner Nase. Ich wollte mir ins Gesicht fassen und fühlen, was es war, aber meine Hand ließ sich nicht bewegen. Irgendetwas um mein Handgelenk hielt den Arm nieder. Auf der anderen Seite ebenso. Ich schaute nach unten, konnte jedoch nichts erkennen. Was war los? Wer hatte das mit mir gemacht? Und warum?

Als ich wieder aufwachte, stand eine Frau an meinem Bett. Sie hielt mein Handgelenk und hatte den Blick auf ein Gerät gerichtet. Ich schaute nach unten und konnte meinen Arm in ihren Händen sehen. Er sah ganz normal aus. Nicht geschwollen oder so. Aber er fühlte sich komisch an, als wäre er mit einer dicken Transchicht bedeckt. "Aaaaaah", sagte ich zu der Frau. Sie schaute mich an und lächelte. Meine Muskeln entspannten sich. Ein Glück, endlich ein richtiger Mensch, der mir sagen konnte, was los war.

"Wie geht's, Mr West?", fragte sie, wandte den Blick jedoch gleich wieder ab, als wäre es ihr egal, dass ich wach war. War ich schon lange hier? Wo waren meine Eltern? "Aaaaaah." Noch ein Versuch.

"So." Die Krankenschwester tätschelte meinen Arm. "Alles in Ordnung." Sie legte meine Hand ab und rieb sie, dann schob sie meinen Arm unter eine Art breiten Gurt, der über das Bett gespannt war. Ihre Berührung fühlte sich merkwürdig an, als trüge

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