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Zentolia. Glasglanz von Schmid, Tamara (eBook)

  • Verlag: digi:tales
eBook (ePUB)
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Zentolia. Glasglanz

In einer Welt ohne Sonnenlicht ist Liebe der einzige Weg aus der Dunkelheit Fauna lebt in Zentolia - eine Stadt erbaut aus Stein und Metall, umgeben von hohen Mauern. Draußen lauern nichts als Tod und Verdammnis. Drinnen sorgen Ordnungsstifter für eine strenge Überwachung der Stadtbezirke. Das Leben in Zentolia ist hart. Und die Herrscherin Szempra verzeiht keine Fehler. Daher ist Fauna extrem vorsichtig, lässt außer ihrem besten Freund Ronan und ihrer Mutter niemanden an sich heran. Als plötzlich beide spurlos verschwinden, ist sie gezwungen, bei der Suche die Hilfe eines zwielichtigen Fremden anzunehmen. Aber warum kennt Sander sich an den dunkelsten Ecken Zentolias so gut aus? Und was will er wirklich von ihr? Schon bald begreift Fauna, dass sie erneut bestohlen wird. Die Beute? ? Ihr Herz. Obwohl ihr das anfangs gar nicht passt, bleibt Sander hartnäckig. Er stellt sich als besonders geschickter (und noch dazu verdammt gutaussehender) Dieb heraus. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Tamara Schmid wurde 1991 in Oberbayern geboren. Sie liebt die Berge, Mittelaltermärkte und Regentage. Wo die Realität an ihre Grenzen kommt, erschafft sie durchs Schreiben fantastische Welten voller Magie und Abenteuer. Kreativen Austausch findet die Autorin in einer Münchner Schreibgruppe. 2018 gewann sie mit ihrem Debütroman 'Zentolia. Glasglanz' den Romantasy Schreibwettbewerb von digi:tales und Sweek. Foto © Patricia Schwarz

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 440
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401840536
    Verlag: digi:tales
    Größe: 606 kBytes
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Zentolia. Glasglanz

Zweites Kapitel

Ronan begleitet mich noch durch die Norm, damit ich nicht allein im Dunkeln gehen muss, und dann verabschieden wir uns am Grenzübergang zur Güte. Die Ordnungsstifter schauen Ronan nach, als er sich von uns entfernt.

Ihre Augen kann ich nicht sehen, weil sie hinter getönten Brillengläsern verborgen sind. Absurd, wenn man bedenkt, dass gerade Nacht ist und außerdem in Zentolia die Sonne nie scheint. Der rostrote Helm verbirgt ihre Haare und sogar ihre Hände stecken in Handschuhen. Mit dieser Uniform sehen sie irgendwie alle gleich aus.

Würde ich jetzt in die Norm oder die Rotte gehen, würden sie wahrscheinlich nur einen kurzen Blick auf mich werfen und mich durchwinken. Wenn man allerdings in die Güte, den Bezirk der höchsten Schicht möchte, fallen die Kontrollen strenger aus. Neben ihren roten Uniformen kommt mir das Grau meiner Kleidung schäbig vor.

Niemand interessiert sich für die winzige Ausbuchtung, die sich vage durch mein Oberteil abzeichnet.

Als ich in unsere Gasse einbiege, sehe ich schon von Weitem Licht im Wohnzimmer. Mirja ist zu Hause.

"Fauna, mein Schatz", begrüßt sie mich drinnen.

"Hey", sage ich leise. "Wie war die Arbeit?"

"Anstrengend. Szempra hat uns einige Extrarouten aufgetragen wegen morgen."

Morgen? "Ah, das hatte ich ganz vergessen! Die Gründungsfeier! Ich sollte wirklich schlafen gehen, sonst halte ich den Tag morgen nicht durch."

Am Abend des Gründungstags findet immer eine kleine Parade nach der Ansprache der Regentin statt. Das ist dann einer der seltenen Gelegenheiten, bei denen wir Szempra zu Gesicht bekommen.

Wie konnte ich das nur vergessen?

"Wo bist du eigentlich so spät noch gewesen?" Mirja geht ins Wohnzimmer, ich folge ihr. Mir fällt auf, dass ihr Blick kurz die Schatulle streift. Wahrscheinlich prüft sie, ob sie noch genauso dasteht, wie immer.

"Im Klobigen Kumpel, mit Ronan. Was trinken."

Fragend zieht sie eine Augenbraue hoch.

"Nicht so wichtig. Oh, und er hat mir etwas geschenkt." Ich ziehe vorsichtig an der Kette um meinen Hals und zeige ihr den Stein.

Ihre Augen werden groß. "Ein Bergkristall?"

"Woher weißt du das?"

Sie muss sich davon losreißen. "Was? Ich ... ich habe irgendwann schon einmal davon gehört." Ein zaghaftes Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht, während sie nachdenklich den Schlüssel an ihrer Kette in den Fingern dreht. Obwohl er kaum größer als eine Büroklammer ist, sehe ich die goldenen Verschnörkelungen am hinteren Teil. Ich habe ihn schon so oft angesehen, dass ich ihn mit geschlossenen Augen beschreiben kann. Am auffälligsten ist das Loch, das umrandet ist wie ein Strudel und durch das die Halskette gefädelt ist.

"Ach so."

"Denk bitte an unsere Verabredung morgen, ja?"

"Natürlich, so wie jedes Jahr."

Wir lächeln uns an und sie gibt mir noch einen Kuss auf den Scheitel, bevor sie sich abwendet. "Schlaf gut."

"Du auch."

"Und den Anhänger solltest du besser versteckt halten."

"Ich weiß." Es wundert mich, dass sie mir überhaupt erlaubt, ihn zu tragen. Aber als sie es nicht verbietet, bin ich froh, dass das Thema durch ist.

Ich gehe noch schnell ins Bad und dann in mein Zimmer. In Endlosschleife erlebe ich das Gespräch mit Ronan von vorhin.

Nach gefühlten Stunden, die ich mich unruhig im Bett herumwälze, schlafe ich irgendwann endlich ein.

Die Wohnungstür fällt laut ins Schloss, ich schrecke hoch. Mirja ist schon auf dem Weg zur Arbeit. Ein Blick aus meinem Fenster verrät mir, dass es noch sehr früh ist. Ich schaue auf die Uhr. Der Weckruf für die Frühschicht wird erst in einer Stunde ertönen. Trotzdem stehe ich auf. Wie erschlagen schleppe ich mich ins Badezimmer.

Ich wasche mich - das kalte Wasser in meinem Gesicht ist eine wahre Wohltat - binde meine Haare zusammen und gehe zurück in me

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