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Zickenjagd Die Arena Thriller von Mischke, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2012
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
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Zickenjagd

Josy ist schön, klug und beliebt. Gemeinsam mit ihren drei Freundinnen gibt sie in ihrer Schule den Ton an. Wen die Clique nicht leiden kann, der hat nichts zu lachen. Ines dagegen hasst ihr Leben. Ihr unscheinbares, plumpes Äußeres. Den täglichen Spießrutenlauf in der Schule. Aber als ein tragischer Unfall geschieht, ändern sich die Rollen. Und Ines wird klar, dass sie ohne Josy nicht mehr leben kann.

Susanne Mischke, geboren in Kempten im Allgäu, studierte zunächst BWL, bevor sie 1993 beschloss, Schriftstellerin zu werden. Seitdem hat sie zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht, darunter ihre bekannte Hannover-Krimiserie sowie mehrere Jugendthriller und Kurzgeschichten. Bei Arena sind von ihr u.a. erschienen: 'Rosengift', 'Zickenjagd', 'Röslein stach' und 'Schneeweiß, blutrot'. Die Autorin lebt in der Nähe von Hannover. Foto © Jens Niebuhr

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 01.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401800790
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1588 kBytes
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Zickenjagd

1

Josy wachte auf mit dem Gefühl, dass irgendetwas an diesem Morgen anders war als sonst. Die Geräusche? Sie stellte den Radiowecker aus. In der Kastanie vor dem Fenster krakeelten die Spatzen, in einiger Entfernung rumpelte die Straßenbahn und von unten, aus der Küche, hörte man Geschirrklappern. Nichts Außergewöhnliches. Sie blinzelte, gähnte, dann öffnete sie die Augen und scannte das Zimmer ab. Sonnenlicht fiel zu Streifen zerhackt durch die Jalousie. Das blaue Sofa an der Wand gegenüber verbarg ein Berg von Klamotten, auf dem Schreibtisch stapelten sich Hefte, lose Blätter und Schulbücher, noch mehr davon lagen auf dem Parkett verstreut, als hätte man sie mit einer lässigen Bewegung vom Tisch gewischt. Rock und Oberteil ihrer Cheerleader-Uniform besetzten den Schreibtischsessel, auf dem Fernseher lagen die Pompons. Vor dem Spiegel der Kommode drängelte sich ein Heer von Döschen, Fläschchen, Pinseln und Tuben. Die Türen des Kleiderschranks standen wegen Überfüllung offen, schon vor Monaten hatte Josy den Versuch aufgegeben, ihn zu schließen. Ähnlich verhielt es sich mit dem Schuhregal.

So weit war alles in bester Ordnung. Josy gähnte erneut. Moment mal! Ja, das war es! Ihre Zunge tastete über die Zähne: glatt wie Glas. Die Zahnspange war weg, endlich! Gestern hatte der Kieferorthopäde die Brackets entfernt, die ihr Aussehen zwei Jahre lang ruiniert hatten. Ein Albtraum war vorbei! Josy sprang aus dem Bett, wobei sie leise aufstöhnte. Gestern war Training gewesen. Die Pompon-Cats hatten einen neuen Tanz eingeübt und Mrs Robinson hatte sie bis aufs Blut gequält, Josy spürte immer noch jeden einzelnen Muskel. Sie ging ins Badezimmer und schloss die Tür hinter sich ab. Vor dem Spiegel schürzte sie die Lippen. Perfekt. Zähne wie eine Perlenkette. Auch der Rest des Gesichts war nicht übel, fand sie. Nur ihr Haar - eine Katastrophe. Es war einfach nicht mehr blond genug, die Strähnchen gehörten dringend aufgefrischt. Das hatte sie gestern auch ihrer Mutter mitgeteilt, aber die hatte kein Geld für den Friseur herausrücken wollen. »Du warst doch erst vor ein paar Wochen beim Friseur, du machst dir noch die Haare kaputt«, hatte sie zu Josy gesagt.

»Es sind meine Haare!«

»Aber mein Geld.«

Es folgte der übliche Hinweis auf Josys Taschengeld, was wenig hilfreich war, denn damit hatte Josy andere Pläne. So weit sie die finanzielle Lage ihrer Familie überblickte, war eine derart rigorose Sparsamkeit nicht notwendig. Ihr Vater betrieb erfolgreich ein Maklerbüro für Immobilien und seit ein paar Monaten arbeitete auch ihre Mutter wieder, in einem kleinen Sachbuchverlag. Nicht weil sie es nötig hätten, sondern weil es ihr Freude machte, das hatte sie zumindest behauptet. Sie besaßen drei Autos, zweimal die Woche kam Antonia, die Haushälterin, und einmal ein Mann, der die groben Arbeiten im Garten verrichtete. Warum also plötzlich dieser Geiz? Vermutlich handelte es sich mal wieder um irgendeine idiotische pädagogische Maßnahme. Was wusste man schon, was in seinen Eltern so vorging?

Josy zog einen Flunsch, doch dabei fiel ihr ein, dass man vom Grimassenschneiden Falten bekam, also beeilte sie sich, ihre Züge wieder zu glätten. Falten! Diesem Übel galt es, mit allen Mitteln entgegenzuwirken.

Jetzt, wo sie endlich diese leidige Zahnspange los war, stand dem Start ihrer Wunschkarriere nichts mehr im Weg. Bei der nächsten Staffel von Germanys next Topmodel wollte sie unbedingt dabei sein, das hatte sie sich fest vorgenommen. Bis zum Finale würde sie siebzehn sein, das ideale Alter, um eine Modelkarriere zu starten. Sie würde alle damit überraschen. Veronika und Marlene würden vor Neid grün werden wie die Salatköpfe, ganz zu schweigen von den anderen Mädchen an ihrer Schule und den übrigen Cheerleadern. Noch wussten nur ihre drei besten Freundinnen von ihren Plänen; bisher hatte sie, wenn sie gefragt wurde, immer erzählt, sie wolle Medizin studieren, was besonders i

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