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Krieg gegen das Kalifat Der Westen, die Kurden und die Bedrohung 'Islamischer Staat' von Schneider, Wieland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2015
  • Verlag: Braumüller Verlag
eBook (ePUB)
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Krieg gegen das Kalifat

Emporgestiegen aus dem Chaos des Irak und dem Schlachthaus Syrien haben die IS-Extremisten ihr eigenes Terror-'Kalifat' errichtet. Und auch zahlreiche Jugendliche aus Europa schließen sich den Extremisten an. Welche Beweggründe stecken dahinter? Und erhalten die Kurden für ihren Kampf gegen das IS-'Kalifat' einen unabhängigen Staat? Wieland Schneider berichtet von Menschen, die sich den Extremisten des 'Islamischen Staates' (IS) entgegenstellen. An vorderster Front dieses Kampfes stehen die Kurden. Es ist ein Krieg, der die Zukunft der Kurden bestimmen und die Karten im Nahen Osten neu mischen wird. Und sein Ausgang hat auch Auswirkungen auf Europa.

Wieland Schneider ist stv. Leiter des Ressorts Außenpolitik der Tageszeitung 'Die Presse'. Er hat zahlreiche Krisengebiete bereist und Reportagen, Analysen und Kommentare zu internationalen Entwicklungen verfasst. 2011 berichtete er intensiv von den Schauplätzen des Arabischen Fru?hlings, aus Ägypten, Libyen und der syrischen Hauptstadt Damaskus. Wieland Schneider reiste seit 2003 immer wieder in den Irak und beobachtet seit vielen Jahren das wechselhafte Schicksal der Kurden. Der Krieg gegen die Extremisten des sogenannten 'Islamischen Staates' ist ein neues dramatisches Kapitel, das Wieland Schneider erneut direkt vor Ort mitverfolgt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 252
    Erscheinungsdatum: 12.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783991001669
    Verlag: Braumüller Verlag
    Größe: 1266kBytes
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Krieg gegen das Kalifat

EINLEITUNG: Der Westen, die Kurden und die Bedrohung "Islamischer Staat"

Sie versuchen erst gar nicht, ihre Verbrechen zu verbergen. Im Gegenteil: Für sie hat die Zurschaustellung von Gewalt Methode. Die Jihadisten des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) schockieren gezielt mit Videos von Erschießungen und Enthauptungen. Mit ihrer blutigen Propaganda im Internet wollen sie ihre Gegner in Schrecken versetzen und zugleich neue Kämpfer anwerben - auch in Österreich und anderen Ländern Europas. Binnen kurzer Zeit ist es den Extremisten gelungen, ihr eigenes staatliches Gebilde zu errichten, das weite Teile Syriens und des Irak umfasst. In ihrem Reich herrschen sie mit Terror. Wer sich nicht ihren Vorschriften unterwirft oder gar als Rivale in Erscheinung tritt, wird ausgeschaltet. Die Eiferer des IS zerstören, was nicht in ihr bizarres Weltbild passt. Diesem Wüten fallen antike Kulturgüter zum Opfer, jesidische Heiligtümer, Kirchen, muslimische Pilgerstätten und Moscheen. Und der IS hat ganz offiziell die Sklaverei wieder eingeführt. Mit bürokratischer Grausamkeit hat er genaue Regeln für den sexuellen Missbrauch von Sklavinnen erlassen. Die Opfer sind großteils Frauen und minderjährige Mädchen der Jesiden, einer alten Religionsgemeinschaft, die der IS auslöschen will.

Als Reporter der österreichischen Tageszeitung Die Presse habe ich Menschen getroffen, die unter der Terrorherrschaft des IS gelitten haben: Menschen, die nur mit dem, was sie am Leib trugen, vor den Jihadisten fliehen mussten; die täglich die Ungewissheit darüber peinigt, was mit ihren verschleppten Verwandten geschehen ist. Ich habe mich in Nordiraks abgelegenem Sinjar-Gebirge auf die Spur der IS-Verbrechen gemacht - dort, wo die Extremisten ihre jesidischen Opfer in Massengräbern verscharrt haben.

In diesem Buch werden aber auch die Geschichten der Menschen erzählt, die sich in Syrien und im Irak dem IS entgegenstellen: die Geschichte der jesidischen Familie Shesho etwa, die nach vielen Jahren aus Deutschland in den Nordirak zurückgekehrt ist, um jesidische Kämpfer in der Abwehrschlacht gegen den IS anzuführen. Sie haben sich im Heiligtum von Sherfedîn am Fuße der Sinjar-Berge verschanzt und dort jeden der IS-Angriffe zurückgeschlagen.

Der Kampf gegen den "Islamischen Staat" ist auch ein Kampf der Frauen. Tausende von ihnen leisten in Syrien und im Irak dem IS Widerstand. Sie gehören zu den Guerillatruppen der türkischkurdischen Untergrundorganisation PKK und zu den syrisch-kurdischen "Volksverteidigungseinheiten", die den Jihadisten bereits mehrere schmerzhafte Niederlagen zugefügt haben. Wie leben diese jungen Frauen an der Front? Was denken sie über den Krieg gegen den IS, und was über ihre Zukunft?

Die neue Bedrohung "Islamischer Staat" ließ in Nordiraks Kurdenregion viele Peshmerga-Veteranen, die schon gegen Iraks Diktator Saddam Hussein gekämpft hatten, auf das Schlachtfeld zurückkehren. Die Peshmerga-Truppen der Kurdenregion stehen dem IS an einer mehr als 1000 Kilometer langen Front gegenüber.

Die Kurden in Syrien und im Irak sind eine der wichtigsten Waffen im Krieg gegen den IS - einem Krieg, der auch die Zukunft der Kurden bestimmen wird. Sie kämpfen gegen einen gefährlichen Feind, der weit mehr erreicht hat als andere jihadistische Organisationen vor ihm. Der IS-"Urvater" Abu Musab al-Zarqawi hatte mit seiner damaligen "al-Qaida im Zweistromland" den Irak mit blutigen Attentaten in Atem gehalten. Doch er musste aus dem Untergrund gegen die US-Truppen und die schiitisch dominierte Regierung in Bagdad operieren. Zarqawis Erben rund um IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi haben hingegen ihren eigenen Staat erschaffen. Der IS nennt sein Horrorgebilde ein "Kalifat" - ein Schritt, der vom Großteil der islamischen Welt als absolute Anmaßung angesehen wird. Die islamischen Reiche nach dem Propheten M

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