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Lutz van Dijk erzählt die Geschichte der Juden Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2002 von Dijk, Lutz van (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.03.2008
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (ePUB)
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Lutz van Dijk erzählt die Geschichte der Juden

ab 12 Jahre Lutz van Dijks lebendige Schilderungen und einfühlsame Darstellungen der Vielfalt jüdischer Kultur machen neugierig auf eine der ältesten und faszinierendsten Völker- und Religionsgemeinschaften der Welt. Eine aufregende Reise durch 4000 Jahre und alle Erdteile, die nicht nur für jugendliche Leserinnen und Leser unbedingt empfehlenswert ist. Lutz van Dijk, Dr. phil., geboren 1955 in Berlin, war Lehrer in Hamburg, bevor er im Rahmen seiner Promotion längere Zeit in England, den USA und Israel war. Danach arbeitete er mehrere Jahre im Anne Frank Haus in Amsterdam und Kapstadt. Er veröffentlichte zahlreiche Jugendbücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, unter anderem Der Attentäter (über Herschel Grynspan) und Der Partisan (über Hirsch Glik).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 213
    Erscheinungsdatum: 03.03.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593404257
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 5712 kBytes
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Lutz van Dijk erzählt die Geschichte der Juden

Tausendundeine Geschichte der Juden Es gibt nicht die eine Geschichte der Juden. Wie in der Tradition orientalischer Erzähler kommt man der Wahrheit vielleicht noch am nächsten, wenn man viele verschiedene Geschichten so anschaulich und wahrheitsgetreu wie möglich erzählt. Sie alle zusammen genommen können im besten Fall einen ersten Eindruck von der Vielfalt, vom Reichtum und Elend, vom Leben und Überleben der Juden geben. Auch dieses Buch kann nicht vollständig sein. Aber es will eines: neugierig machen! Neugierig auf den Lebens- und Überlebenswillen einer der ältesten Völker- und Religionsgemeinschaften - und auf die Lebensgeschichten von Menschen, die Wege suchten, ein glückliches und sinnvolles Leben zu führen - auch wenn sie als Minderheit oft einer feindlichen Mehrheit gegenüber standen. Ich glaube nicht, dass man Vorurteile 'bekämpfen' kann. Menschen mit Vorurteilen, ja auch solche, die hassen und morden aufgrund von Vorurteilen, haben ein starkes Bedürfnis nach Vereinfachung und klarer Orientierung - eben nach Vorurteilen. Widersprüchlichkeiten können sie kaum aushalten. Dies anzuklagen hilft wenig. Manchmal kann man diese Menschen überraschen. Manchmal gestatten sie sich, über ihr eigenes Glück nachzudenken - und nicht das anderer zu zerstören. Manchmal sind sie neugierig - und entdecken Gemeinsamkeiten mit jenen, die ihnen bislang nur fremd und bedrohlich erschienen. Manchmal. Auch dafür lohnt es sich. Und natürlich für alle anderen, die weniger gefährdet sind, Vorurteilen zu erliegen. Auch die, die schon viel wissen, haben Hunger nach neuen Perspektiven, brauchen Nahrung für gute Argumente, für Entscheidungen bei Konflikten und vielleicht auch für den ermutigenden Gedanken, dass Glück eben nicht bedeuten muss, mit den Wölfen zu heulen. Wo anfangen? Natürlich beim Stammvater Abraham. Gleich. Zuvor will ich von meiner ersten bewussten Begegnung mit Juden berichten. Damals wusste ich noch nichts von meinem jüdischen Urgroßvater, das kam erst Jahre später, als ich bereits ein paar Mal in Israel gewesen war. Als Kind ahnte ich nichts. Zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war ich in Berlin geboren, aufgewachsen am südwestlichen Stadtrand zwischen Ruinen und Feldern, die bald darauf von einer abenteuerlich anmutenden, weil selbst nachts mit Scheinwerfern angestrahlten Mauer, jener berühmt-berüchtigten 'Berliner Mauer', zertrennt wurden. Ich war als Säugling beschnitten worden - und wurde in der Schule zum christlichen Religionsunterricht geschickt. Die Beschneidung von mir und meinem Bruder fiel mir auf, aber machte mich nicht weiter stutzig. 'Aus hygienischen Gründen...', sagte mein Vater einmal. 'Ach so.' Nichts verstanden. Waren die anderen alle schmuddelig? Ein deutscher Junge, einer von vielen in einer einfachen Mietshaussiedlung, wo es ziemlich schlimm war, als ich mit neun Jahren eine Brille bekam und nicht mehr Fußballspielen durfte. Noch schlimmer aber waren häusliche Konflikte zwischen den Eltern, die uns Kinder liebten und alles für uns gaben, aber aneinander und vor allem an den vielen Schrecken des erlebten Krieges litten, ohne eine Sprache dafür finden zu können. Seit ich zwölf war, wollte ich aufbrechen in die weite Welt, was immer das sein mochte. Mit siebzehn Jahren trat ich aus der evangelischen Kirche aus und nannte mich trotzig Atheist. Mit achtzehn Jahren, nach einigen vergeblichen Versuchen, stand ein gewaltiger Plan: Ich würde von Berlin nach New York gehen. Warum New York? Weil es weit weg war, das Weiteste, das ich mit meinem neben der Schule verdienten Geld bezahlen konnte. Das billigste One-Way-Ticket gab es damals von Brüssel aus. Bis Hannover nahm mich ein Freund auf dem Motorrad mit. Dann ein Stück mit dem Zug und den Rest getrampt. In New York fand ich keine Arbeit. Die erschummelte Arbeitserlaubnis verhalf mir im Bundesstaat Pennsylvania, in einer kleinen Stadt zwei Autostunden von New York, zu einem Job als Busfahrer. Dort begann i

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