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Was blubbert da im Wasserglas? Kinder entdecken Naturphänomene von Lück, Gisela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.02.2015
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Was blubbert da im Wasserglas?

Experimente im Kindergarten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. So positiv diese Entwicklung ist,, gilt es folgende Fragen zu klären: Wann und wie können Kinder behutsam und kindgerecht an Naturphänomene herangeführt werden? Welche Materialien und welche räumlichen Gegebenheiten sollten bereit gestellt werden? Wie sind die Vorgaben der neuen Bildungspläne zu verstehen, wie können sie in die Praxis umgesetzt werden? Fundierte Antworten und praxisnahe Ratschläge finden sich in diesem Buch. Gisela Lück ist Professorin für Didaktik der Chemie an der Universität Bielefeld, sie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Naturwissenschaftsvermittlung im Vorschulalter. Die Autorin hält regelmäßig Fachvorträge in In- und Ausland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 05.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451804304
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3985 kBytes
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Was blubbert da im Wasserglas?

3. Kinder als Naturforscher - Ein paar theoretische Überlegungen vorweg

Allein die Tatsache, dass Naturwissenschaften in der heutigen Zeit ein wichtiges Bildungsgut darstellen, reicht nicht aus, diese Themen bereits im Kindergarten einzuführen - entscheidend ist das Interesse der Kinder und deren kognitive Fähigkeit, Deutungen des Beobachteten und Hinterfragten überhaupt zu verstehen.

Über lange Zeit hinweg wurde das naturwissenschaftliche Interesse von Kindern im Kindergartenalter nicht wissenschaftlich untersucht, ging man doch davon aus, dass die bereits mehrere Jahrzehnte zurückliegenden empirischen Untersuchungsergebnisse Jean Piagets (1896 - 1980) auch heute noch Gültigkeit hätten. Demnach könnten Kinder im Elementarbereich noch nicht logisch denken und wären daher für naturwissenschaftliche Deutungen noch nicht offen. Dabei wurde offensichtlich die große Resonanz naturwissenschaftlicher Kindersendungen gerade bei den 5- und 6-Jährigen völlig übersehen. Studien zeigen, dass Wissenschaftssendungen bei Kindern in der Beliebtheit nach Zeichentrickfilmen bereits Platz zwei einnehmen (Frey-Vor, Schumacher 2004, S. 433). Wie ist das möglich, wenn ihnen das Verständnis für die naturwissenschaftlichen Erklärungen fehlen sollte?
3.1 Was Kindergartenkinder wissen wollen und verstehen können

Mitte der 90er Jahre wurden in Kindergärten Untersuchungen zum Interesse der Kinder an naturwissenschaftlichem Experimentieren und zur Erinnerungsfähigkeit an die Deutung der Experimente durchgeführt.

Kinder sind Naturforscher

Es zeigte sich, dass ca. 70 % der Kinder - trotz konkurrierender Angebote - freiwillig über ca. 10 Wochen an Experimentierangeboten (einmal pro Woche, 20 Minuten) teilnahmen, ein Ergebnis, das mit den Vorlieben der Kinder an Naturwissenschaftssendungen in Einklang steht!

Kinder haben ein Elefantengedächtnis

Wie aber ist die kognitive Leistung der Kinder in Bezug auf die Deutung der Naturphänomene? Sind sie - wie Piaget folgerte - tatsächlich noch zu jung für kausale Begründungen? Warum stellen sie dann aber die für dieses Alter so charakteristischen Warum-Fragen? Macht es Sinn, dass Kinder diese Fragen stellen, wenn sie eigentlich noch nicht in der Lage sind, die Antworten zu verstehen oder ist es eine Annahme der Erwachsenen, dass Kinder noch zu klein für naturwissenschaftliche Deutungen sind, um sich der Antwort entziehen zu können?

Im Rahmen der Studie wurden die kognitiven Fähigkeiten der Kinder über ihre Erinnerungsfähigkeit an die Experimente und ihre Deutungen per Einzelinterview ermittelt. Dazu wurde mit ca. drei bis sechs Monaten ein bewusst langer Zeitraum zwischen Experiment und Befragung gewählt, um auszuschließen, dass die naturwissenschaftlichen Erklärungen von den Kindern lediglich rekapituliert wurden. Auch hier waren die Ergebnisse verblüffend gut: Rund die Hälfte der Experimente und ihre Deutung konnten die Kinder - z. T. mit ein wenig Hilfestellung - erinnern! Dieses überraschend gute Ergebnis zeigte sich über alle sozialen Schichten hinweg: Auch Kinder aus einem weniger privilegierten Umfeld zeigten vergleichbar gute Ergebnisse wie Kinder, die aus einem bildungsnahen Umfeld stammen. Liegt nicht gerade in diesem Ergebnis auch eine bildungspolitische Brisanz? Bietet sich hier nicht die Möglichkeit zu einer Chancengleichheit auch für diejenigen, die sonst nicht so leicht an Bildung teilhaben können? Gerade die Ergebnisse der PISA-Studie 2001 bescheinigen Deutschland einen erheblichen Nachholbedarf, was die Förderung von Lernenden mit bildungsfernem familiären Hintergrund betrifft!

Was Hänschen lernt ...

Die Frage, wie lange sich eine frühe Heranführung an Naturphänomene auf das spätere Leben auswirkt

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