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Essen für den Kopf Rezepte gegen Demenz, Depression, Migräne und mehr - Wie die richtige Ernährung unser Gehirn positiv beeinflusst von Kessler, Christof (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2019
  • Verlag: Südwest
eBook (ePUB)
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Essen für den Kopf

Rezepte für die Gesundheit des Gehirns Die Anzahl der Kopfschmerzpatienten ist in den letzten Jahrzehnten weiter angestiegen, Depression gilt mittlerweile als Volkskrankheit und mit steigender Lebenserwartung treten Alterserkrankungen wie Demenz oder Parkinson immer häufiger auf. Wenn es dem Gehirn nicht gut geht, kann sich das auf vielfältige Weise äußern. Doch es gibt einen Weg, die grauen Zellen zu schützen: Mit der richtigen Ernährung gelingt es. Christof Kessler, geboren 1950, ist als Neurologe in eigener Praxis tätig. Er war Inhaber des Lehrstuhls für Neurologie und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Greifswald. Er forscht u. a. zu Hirnplastizität. Er ist Autor von 'Wahn' und 'Männer, die in Schränken sitzen'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 18.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641252670
    Verlag: Südwest
    Größe: 13304 kBytes
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Essen für den Kopf

Das Gehirn benötigt drei Dinge, um glücklich zu sein: Zucker, Fett und Eiweiß. Zucker dient als Energielieferant und ist dafür zuständig, dass der Motor läuft. Eiweiß gibt den Zellen Struktur und ist Hauptbestandteil wichtiger Hormone, Botenstoffe und Enzyme. Fett ist für die Isolierung des Gehirns zuständig, denn es leitet keinen Strom. Wie wir wissen, läuft die Kommunikation zwischen den Nervenzellen im Gehirn über elektrische Impulse. Ohne eine gute Isolierung hätten wir ununterbrochen Kurzschlüsse im Oberstübchen.

Kohlenhydrate:
Zucker für die grauen Zellen

Unser Gehirn benötigt zur Energieversorgung einen kontinuierlichen Nachschub an Zucker, denn Hirnzellen sind nicht in der Lage, Energie zu speichern. Ohne die beständige Zufuhr von Glukose schaltet das Gehirn sich ab und stellt die Arbeit ein: Ein Beispiel für diesen unangenehmen, bisweilen gefährlichen Zustand ist die Unterzuckerung bei Diabetikern. Bei ihnen baut das Insulin den Zucker im Blut so schnell ab, dass nicht mehr genug im Gehirn ankommt. Ergebnis: Die Sinne schwinden, das Denken stoppt.

Zucker nehmen wir in verschiedenen Formen auf, in erster Linie jedoch über Kohlenhydrate. Kohlenhydrate sind organische Verbindungen aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasser. Die Ketten, die sie bilden, sind unterschiedlich lang, sodass wir kurz- und langkettige Kohlenhydrate unterscheiden.

Kurzkettige Kohlenhydrate sind Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker in Obst (Fruktose) , Laktose in Milchprodukten oder die Saccharose im Rohr- oder Rübenzucker. Die kurzkettigen Kohlenhydrate schmecken im Gegensatz zu den langkettigen süß. Für die Erkennung dieses herrlichen Geschmacks besitzt unsere Zunge spezielle Geschmacksknospen, die um die Zungenspitze verteilt und direkt mit unserem Wohlfühlzentrum im Gehirn verbunden sind. Also Vorsicht: Zucker macht süchtig! Genau das ist auch der Grund, warum so vielen Lebensmitteln und Getränken Zucker hinzugefügt wird: Wir sollen abhängig von ihnen werden. Man glaubt es kaum, aber sogar in Wurst und Käse ist heute Zucker enthalten.

Wenn sich mehrere Zuckermoleküle zu Ketten zusammenschließen entstehen langkettige Kohlenhydrate, auch Mehrfachzucker (Polysaccharide) genannt.

Stärke zum Beispiel ist ein langkettiger Zucker. Sie kommt in Gemüse, Vollkornprodukten, Brot, Reis und Kartoffeln vor, also in den pflanzlichen Grundnahrungsmitteln, die in bestimmten Teilen unseres Landes "Sättigungsbeilage" genannt werden. Und dieser Begriff ist völlig zutreffend. Stärke sorgt nicht, wie die kurzkettigen Zucker, für einen schnellen Glukose-Kick, sondern versorgt das Gehirn kontinuierlich mit Energie und macht satt. Der Grund für die gleichmäßige Energiezufuhr: Stärke besteht aus mehreren Kohlenhydratmolekülen, daher ist es für den Körper schwieriger, sie in Glukose umzuwandeln. Er benötigt mehr Zeit dazu, es dauert länger, bis der Zucker im Gehirn ankommt. Dafür ist der Energiefluss gleichmäßiger und hält länger an. Man ist also länger gesättigt und fühlt sich länger kraftvoll.

Ein anderer Mehrfachzucker ist Glykogen. Darunter versteht man die Speicherform von Kohlenhydraten bei Mensch und Tier, sie wird auch tierische Stärke genannt. Glykogen wird bei einem Überangebot an Kohlenhydraten in der Leber und in Muskelzellen gebunkert und bei Bedarf wieder abgebaut. Bei diesem Prozess wird Glukose abgespalten, welche dann ins Gehirn zu den aktiven Nervenzellen transportiert wird.

Überschüssiger Zucker, der nicht in Glykogen umgebaut werden kann, weil die Speicher voll sind, wird in Fett verwandelt und in unsere Fettzellen eingebaut, sozusagen als Speicher für schlechte Zeiten. Hüftgold und Rettungsring lassen grüßen. Schon deswegen sollte man Zucker nur in Maßen genießen. Schon 2004 wurde nachgewiesen, dass Erwachsene, die täglich mehr als die Zuckermenge zu sich nehmen, die in 250 Milliliter eines Softdrinks steckt,

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