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2 Der Hass von Dreher, Samuel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2014
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Der zweite Fall von Samuel Dreher. Die Beamten der Kraisbacher Kriminalpolizei ermitteln diesmal in einer unheimlichen Mordserie. Das Problem ist, dass es offensichtlich kein Schema bei den Opfern gibt. Sucht der Täter seine Opfer tatsächlich völlig wahllos aus? Erneut eine sehr persönliche Geschichte über Macht, Hass, Freundschaft, Liebe und Musik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 292
    Erscheinungsdatum: 15.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732271702
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 386 kBytes
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Samuel Dreher zwang sich, die grausam zugerichtete Leiche anzusehen. Er wusste wie wichtig es war ein Opfer persönlich in Augenschein zu nehmen. Trotzdem spürte er einen Anflug von Übelkeit in sich. Er war schon am Tatort von vielen Tötungsdelikten gewesen. Am Anfang seiner Laufbahn hatte er gehofft, dass er sich eines Tages an den Anblick von toten Menschen gewöhnen würde, aber dies war bisher leider nur eingeschränkt geschehen. Menschen, die ermordet worden waren, hatten oft einen seltsam erstaunten oder überraschten Gesichtsausdruck. Manchen sah man an, dass sie erschrocken und Sekunden vor ihrem Ableben noch voller Furcht und Angst gewesen waren. Andere wiederum sahen so friedlich drein, als wären sie froh dieses mühselige irdische Leben, endlich hinter sich gebracht zu haben. Trotzdem - der Leichnam eines Menschen, egal, auf welche Art man ihn getötet hatte, verriet dem erfahrenen Kriminalisten durch seinen bloßen Anblick einiges über den Täter. So war erkennbar, ob ein skrupelloser Profi oder ein dilettantisch vorgegangener Laie am Werk gewesen war. Man konnte zumeist erkennen, wenn den Täter und das Opfer Gefühle wie Hass oder Liebe verbunden hatten. Manchmal gab es auch Hinweise, ob der Täter ein Mann oder eine Frau gewesen war. Man konnte sehen, falls ein Opfer vor seinem Tod Schmerzen empfinden sollte, oder ob es sich lediglich um die Eliminierung eines störenden Subjekts gehandelt hat. Der Mord, die Leiche, die Art wie man den Tatort vorfand, dies alles ließ gewisse Rückschlüsse zu. Dreher versuchte die ganze Atmosphäre, die ein Tatort ausstrahlte, stets möglichst intensiv auf sich einwirken zu lassen. Der erste Eindruck konnte entscheidend sein. Vielleicht machte das eine Tat begreifbarer? Nein - zu verstehen gab es an einem Mord nichts. Verständnis für so eine Tat, egal wie kompliziert gelagert ein Fall auch sein sollte, konnte Dreher nicht aufbringen.

"Wir müssen noch ein paar Fotos machen." Der Kommissar schreckte aus seinen Gedanken hoch und nickte dem Leiter der Spurensicherung zu. "Hast du so etwas schon mal gesehen?" Gustav Meyer zeigte auf Theresa Blights Gesicht. Er schüttelte angewidert seinen Kopf. Der blutverschmierte Schädel war an mehreren Stellen eingeschlagen. In die beiden Augenhöhlen hatte man mit Gewalt einen Blei- oder Buntstift gestoßen. Näheres war nicht erkennbar, weil der ganze Schädel der Ermordeten blutverschmiert war. "Dem Täter hat es anscheinend nicht genügt, die Frau zu erschlagen, er musste ihr auch noch die Augen ausstechen!"

Dreher senkte seinen Blick, dann holte er aus seiner Jacke einen Notizblock hervor. "Nein, so was habe ich noch nicht gesehen. Das war kein gewöhnlicher Mord, wenn es so etwas überhaupt gibt. Das hier war eine Hinrichtung!" Er beugte sich zu der Toten hin um die beiden Stifte, die in den Augen steckten, genauer zu betrachten. "Das sind keine Bleistifte, das sind Zeichen- oder Malstifte. Einer mit blauer Farbe und eine mit roter Farbe. Ob das was zu bedeuten hat?" Er klappte seinen Notizblock auf, um sich ein paar Notizen zu machen und sah Meyer dabei fragend an. "Gibt es Hinweise auf die Tatwaffe?"

"Nein - ich würde sagen, so wie das Opfer aussieht, handelte es sich um einen groben, schweren und harten Gegenstand. Vielleicht können wir im Labor mehr herausfinden."

"Hat man sie vergewaltigt?" Dreher deutete auf den hochgezogenen Rock und kniete sich hin. Er sah Franz Wimpek den Polizeiarzt und Pathologen, der den Leichnam gerade untersuchte, fragend an.

"Ich würde sagen nein, ihr Schlüpfer sieht unberührt aus. Spermaspuren sind scheinbar nicht vorhanden, aber genaueres kann ich dir erst später sagen."

"Todeszeitpunkt?"

Wimpek sah auf die Uhr und betastete den Arm der Toten. "Vor dreieinhalb, maximal vier Stunden, später sicher nicht."

"Also ist die Tat etwa um 14:30 Uhr geschehen", murmelte Dreher vor sich hin und machte sich eine entsprechende Notiz. "Was sind das für Spuren an ihr

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