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Abgerechnet wird zum Schluss Kriminalroman von Bosetzky, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.01.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Abgerechnet wird zum Schluss

Carlo Kolbatzki ist im Leben gescheitert und lebt "rmlich in einer Laube, als er von seinem Neurologen die Diagnose Gehirntumor erh"lt - lange wird er nicht mehr zu leben haben. Kolbatzki will Selbstmord begehen, doch als er den Lauf an die Schl"fe setzt, besinnt er sich eines anderen und beschlieát, zun"chst alle die umzubringen, die sein Leben ruiniert haben. Auf seiner Abschussliste steht auch Hansj rgen Mannhardt, der ihn einst hinter Gitter gebracht hat. Die ersten vier Namen konnte Kolbatzki abhaken, nun w"re Mannhardt an der Reihe ... Dr. Horst Bosetzky (ky) wurde 1938 in Berlin geboren. Der emeritierte Professor f r Soziologie ver"ffentlichte neben etlichen belletristischen und wissenschaftlichen Arbeiten zahlreiche, zum Teil verfilmte und preisgekr"nte Kriminalromane. 1992 erhielt er den Ehren-Glauser des SYNDIKATS f r das Gesamtwerk und die Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman. 2005 wurde ihm der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Zehn Jahre lang war Horst Bosetzky Sprecher des SYNDIKATS und Gr ndungsmitglied von QUO VADIS. Besuchen Sie: www.horstbosetzky.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 245
    Erscheinungsdatum: 10.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839256060
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 1963 kBytes
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Abgerechnet wird zum Schluss

ZWEI

Johann Sebastian Zabakuk ... Etwas kürzer: Johann S. Zabakuk. Er hasste seinen Nachnamen, denn der sorgte bei den einen für die Assoziation: "Ah, ein Syrer!", und bei den anderen für: "Oh, einer vom Zirkus!" Dabei leitete er sich vom Dorfe Zabakuk her, das im Jerichower Land gelegen war und heute zur Stadt Jerichow gehörte. Schlimmer aber noch wäre es gewesen, wenn man Zabakuk aus dem Altslawischen übersetzt hätte, denn dann hätte "Froschesser" auf seinem Türschild gestanden. Das hatte ihm sein Großvater verraten, und seitdem vermied er alle grünen Kleidungsstücke. Trotzdem lag das mit dem Frosch wie ein Fluch über ihm. Seine Augen traten ein wenig unter den Brauen hervor. Klar: Froschaugen. Beim Gehen watschelte er ein wenig. Klar: wie bei einem Frosch. Und einen Froschbauch hatte er auch. Als sie ihm bei einer Schulaufführung angeboten hatten, den Froschkönig zu spielen, hatte er einen Tobsuchtsanfall bekommen. Auch das "Johann Sebastian" machte ihn nicht glücklich, denn schon immer hatte man gespottet: "Deine Eltern haben wohl die Elbe für einen Bach gehalten." In der ersten Klasse hatten ihn alle Kuckuck genannt und bei seinem Anblick Vogellaute ausgestoßen oder Kuckucksuhr gespielt. Na, immerhin besser Kuckuck als Frosch. Gebildete Leute, sein Pfarrer etwa, hatten ihn ab und an auch Habakuk gerufen, denn das war einer der drei Heiligen Ärzte aus Persien.

In der DDR war Zabakuk gut über die Runden gekommen, da es sein Vater mit Hilfe der SED zu Amt und Würden gebracht hatte. Wie es in Betrieben zuging, hatte Zabakuk in Magdeburg im SKET gelernt, dem Schwermaschinenbau-Kombinat Ernst Thälmann. Um zu promovieren, war er nach der Wende nach Berlin gegangen, hatte eine Assistentenstelle an der Humboldt-Universität bekommen und nach diversen Veröffentlichungen und seiner Habilitation einen Lehrstuhl an der Freien Universität. Obwohl er weiß Gott kein Adonis war, hatte er die Frau fürs Leben gefunden, denn zum Glück liefen ja auch auf deren Seite nicht nur Topmodels à la Heidi Klum herum. Was ihn und Uta betraf, so hatten sie unter der Überschrift "Frosch sucht Fröschin" zueinandergefunden und, obwohl das ihre Freunde anatomisch für unmöglich hielten, zwei Kinder gezeugt. Sie wohnten in einem prächtigen Altbau in Friedenau, genauer gesagt in der Schwalbacher Straße.

Zabakuk wusste, dass ihn seine Studenten nicht liebten, und so war er immer auf der Suche nach Menschen, die das taten und die ihm dankten und ihm Respekt entgegenbrachten. Da waren ihm die Flüchtlinge gerade recht gekommen, die im alten Rathaus Wilmersdorf eine halbwegs annehmbare Unterkunft gefunden hatten. Seine Frau zählte zu der Schar ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen, ohne die keine deutsche Gemeinde auskam, Berlin mit seiner kaputt gesparten Verwaltung schon lange nicht. Zabakuk hatte in etlichen Aufsätzen und Interviews die menschenunwürdigen Zustände vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin in Moabit kritisiert und dadurch endlich den Prominentenstatus erreicht, von dem er so lange Jahre vergeblich geträumt hatte. Auch jetzt wieder, als er seine Frau zur Flüchtlingsunterkunft gefahren hatte, kamen die Journalisten scharenweise mit Mikrofonen und Kameras auf ihn zu. Dies nicht vor dem Haupteingang des Rathauses am Fehrbelliner Platz, sondern etwas versteckt am Nebeneingang, der auf der Rückseite des Gebäudekomplexes in der Mansfelder Straße gelegen war.

"Herr Professor Zabakuk, haben Sie neue Ideen, wie man die vielen Flüchtlinge und Asylanten hier auf die ganze Stadt verteilen und sie damit besser integrieren kann?"

"Ja, man sollte alle Pegida-Aktivisten aus ihren Wohnungen holen und hier im Rathaus, in den vielen Traglufthallen in ganz Berlin oder in den Hangars des alten Flughafens Tempelhof unterbringen - und dafür Hunderte von Flüchtlingen und Asylanten in ihren leergemachten Wohnungen unterbringen."

Zabakuk konnte sich sicher sein, dass ihm das hohe PR-Werte ei

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