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Abgrund Thriller von Peters, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.10.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Abgrund

Die Kriminalpsychologin und ihr schwerster Fall Hannah Jacob ist beim BKA eigentlich Expertin für verschwundene Frauen und Kinder. Doch ihr neuer Fall ist vollkommen anders: Ihr Kollegen Daniel Hihmler wird verdächtigt, den Psychologen getötet zu haben, der seine Frau behandelt hat, bevor sie Selbstmord beging. Die Beweislage scheint erdrückend zu sein, doch Hannah hat ihre Zweifel. Dann entdeckt sie, dass es zwei weitere ungeklärte Kriminalfälle gibt, in die der Psychologe verstrickt ist - und dass er mit einem ominösen Verein zu tun hat, der im Verdacht steht, Kinder von der Straße zu holen, um sie zu Straftätern zu machen. Katharina Peters, Jahrgang 1960, schloss ein Studium in Germanistik und Kunstgeschichte ab. Sie ist passionierte Marathonläuferin, begeistert sich für japanische Kampfkunst und lebt am Rande von Berlin. An die Ostsee fährt sie, um zu recherchieren, zu schreiben – und gelegentlich auch zu entspannen. Aus der Rügen-Serie mit Romy Beccare sind "Hafenmord", "Dünenmord", "Klippenmord", "Bernsteinmord", "Leuchtturmmord", "Deichmord", "Strandmord" und "Fischermord" lieferbar. Mit der Kriminalpsychologin Hannah Jakob als Hauptfigur sind "Herztod", "Wachkoma", "Vergeltung", "Abrechnung", "Toteneis" und "Abgrund" lieferbar. Aus der Ostsee-Serie sind "Todesstrand", "Todeshaff", "Todeswoge" und "Todesklippe" lieferbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 11.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841218070
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 3977 kBytes
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Abgrund

1

Hannah ließ sich Zeit. Die Fortbildung begann erst um zehn Uhr, und Kotti war derart begeistert über das strahlende Frühlingswetter, dass er mit entschlossenen Schritten eine zweite Morgenrunde im Treptower Park einläutete. Seine Ohrspitzen zuckten höchstens für einen winzigen Moment in ihre Richtung, und er drosselte das Tempo gefühlt um wenige Millisekunden, als sie den Ausgang passierten, dann trabte er hechelnd weiter, und Hannah folgte ihm. Ihre Fitness war durchaus ausbaufähig. Am Karpfenteich verschnaufte sie einen Moment und absolvierte ein paar Dehnübungen, die Kotti kritisch beäugte. Sie zog die Brauen hoch. "Was ist? Hältst du das etwa für einen Trick, mit dem ich mir eine Pause erschleiche?"

Kotti gähnte und warf ihr einen Blick zu, den sie lieber nicht deutete. Auf der Rückrunde beschleunigte sie allerdings das Tempo, obwohl sie das dumme Gefühl nicht loswurde, dass Kotti genau darauf spekuliert hatte - was natürlich Blödsinn war. Wie viele andere Hundebesitzer neigte auch sie dazu, das Verhalten ihres Vierbeiners auf grobe Weise zu vermenschlichen. Wenigstens war es ihr bewusst. Änderte das etwas? Nein.

Vielleicht wird es Zeit für Veränderungen, dachte Hannah, als sie später unter der Dusche stand. Seit ungefähr drei Jahren war sie als Kriminalpsychologin sowohl bundesweit unterwegs als auch in Berlin und Brandenburg mit aufreibenden Ermittlungen befasst. Ein vielschichtiger Fall hatte dabei weite Kreise gezogen, wie sich herausgestellt hatte - erschreckend weite Kreise, deren Auswirkungen sie auch Monate später nicht zur Ruhe kommen ließen, obwohl die Nachforschungen inzwischen zum größten Teil abgeschlossen waren. Besser gesagt: Sie konnte sich nicht verzeihen, dass ihr ein Täter aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität über gut anderthalb Jahre hatte folgen können, ohne dass sie es bemerkt hatte. Dabei spielte es keine oder höchstens eine untergeordnete Rolle, dass Mirko Sehler alias Sven Möller offenbar mehrfach und aus welchen Beweggründen heraus auch immer seine schützende Hand über sie - und Kotti - gehalten hatte, nachdem er sich von seinen Leuten losgesagt hatte und seine eigenen Wege gegangen war, die ihn an Hannahs Seite geführt hatten. Der Mann war ihr wie ein Schatten gefolgt, hatte Ermittlungen beeinflusst, der Polizei die Bälle zugespielt und getötet. Und niemand war ihm auf die Schliche gekommen ... Mit Ausnahme einer Beamtin, die sich jedoch zu allem Überfluss auf sein eigenmächtiges Spiel eingelassen und dabei ein Dutzend Regeln und Gesetze gebrochen hatte. Becky Hinrich war inzwischen versetzt worden, wie Hannah mitbekommen hatte, und Sehler war untergetaucht, mal wieder. Sie selbst hatte sich seitdem ausschließlich mit internen Aufgaben befasst - Fortbildungen, Lehrgänge, Vorträge, wissenschaftliche Expertisen, Forschungsarbeit - und sich in keine einzige laufende Ermittlung eingeschaltet, obwohl es genügend Anlässe gegeben hätte. Und so sollte es auch bleiben.

Während Kotti sein Frühstück innerhalb von vier Sekunden vertilgte, gönnte Hannah sich einen Latte macchiato zu ihrem Müsli und feilte innerlich an dem kleinen Vortrag, den sie ihrem Chef halten wollte. Sie war sicher, dass er Verständnis zeigen und ihrem endgültigen Rückzug aus aktueller Ermittlungsarbeit zustimmen würde. Nun, sie hoffte, dass er ihr keine großen Steine in den Weg legen würde. Bevor sie aufbrach, rief sie Krüger über Kurzwahl an, um sich einen Morgentermin zu sichern.

"Du hast es also auch schon gehört?", fiel er ihr ins Wort, kaum dass sie sich gemeldet hatte, und seine Stimme klang angespannt.

"Was habe ich gehört?"

"Hihmler ist verhaftet worden."

"Wie bitte?" Hannah stockte der Atem. "Du sprichst doch nicht etwa von ...?"

"Doch. Am besten kommst du sofort ins Präsidium."

"Natürlich, aber ..."

"Er steht unter Mordverdacht."

"Das ist doch ..."

"Ab

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