text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Alicia. Erotischer Roman von Voss, Ulrike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.07.2009
  • Verlag: Konkursbuch
eBook (ePUB)
8,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Alicia. Erotischer Roman

Anna verliebt sich in Alicia. Eine langjährige Liebesgeschichte beginnt, beide haben viel Lust an Sex, probieren viel miteinander aus. Doch auf einem Urlaub in La Gomera beginnt Anna eine heimliche Affäre, dies ist nur die erste - Anna glaubt, beides leben zu können, die große Liebe und ihre heimlichen Abenteuer... Eines Tages macht Alicia das nicht mehr mit. Sie verschwindet spurlos. Werden sie sich wiedersehen ? Ein erotischer Thriller über Liebe, Sex, Sehnsucht, Abenteuer und Angst. 'Erfrischend ehrlich und aufregend erzählt.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 05.07.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783887698690
    Verlag: Konkursbuch
    Größe: 326kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Alicia. Erotischer Roman

Fast zwei Jahre

waren vergangen, seit wir uns kennengelernt hatten, wieder war es Frühjahr, Ende März, als sie mich feierlich ins Gartenhaus einlud, eine Flasche teuren Bordeaux öffnete und sagte: "Ich habe mir ein Häuschen gekauft. Du wirst dich wundern, wo. Und ich werde dieses Gartenhaus aufgeben und in die Stadt ziehen." Ich wohnte noch immer in der WG. Susi hatte sich inzwischen von Frauen ab- und Männern zugewandt. Der erste Freund war ebenso schnell weg, wie sie ihn kennengelernt hatte. Sie lag jetzt noch häufiger als früher leicht leidend, mit Genuss am Faulsein und mit dem älter gewordenen Hund im Bett. Gabriele, die Referendarin, war fertige Lehrerin und ausgezogen in eine eigene Wohnung, so dass wir ein Gemeinschaftszimmer eingerichtet hatten. Ich wollte es sofort Alicia anbieten, als sie mich im Ansatz unterbrach und sagte: "Ich weiß, dass ihr ein Zimmer übrig habt. Ich möchte nicht zu dir ziehen. Ich glaube, zu viel Nähe verdirbt die Liebe, ich habe schon eine kleine Wohnung gemietet."

Und dann eröffnete sie mir, dass es mit Sabine ganz vorbei sei. Das Kind sei nun alt genug zu verstehen, dass ihre beiden Mamas sich nicht mehr regelmäßig sehen müssten.

Ich war sprachlos. Fast hatte ich mich inzwischen ja daran gewöhnt, dass es Sabine gab. Ich fragte nur: "Und was hast du dir für ein Häuschen gekauft und wo und wie hast du das Geld dafür aufgetrieben?"

Sie verriet es mir nicht. "Lass dich überraschen."

In dieser Nacht erzählte sie mir das erste Mal mehr von sich. Dass Sabine für sie Stabilität bedeutet habe, ein Ruhepol in einem ansonsten recht zerrissenen Leben. Sie erzählte diesmal auch etwas aus ihrer Kindheit. Sie hatte noch vier Geschwister, zwei ältere und zwei jüngere, sie war mittendrin und habe sich immer als eine zu viel empfunden. Die Mutter habe häufig gesagt: "Schau mal, der tolle Junge, was der schon wieder geschafft hat!", und meinte damit ihren ältesten Bruder. Die Mutter habe eigentlich nur Söhne gewollt und dann kamen die Mädchen. Eins war kurz nach der Geburt gestorben. Sie konnte ihrer Mutter nichts recht machen, immer wurde gemeckert, immer hieß es, schau mal, was diese oder jener erreicht haben, schau mal, wie ordentlich ich bin und wie chaotisch du. Sie reagierte darauf, indem sie sich wie ein Clown benahm und ihre Verletztheit durch die Zurückweisungen nicht zeigte. Schon als kleines Mädchen hatte sie es geschafft, komplizierte Gedichte auswendig zu lernen und familiäre Geburtstagsgesellschaften zu unterhalten. Auf der anderen Seite habe sie ihre Mutter bewundert. Eine kluge Frau. Die Lust am Lesen habe sie ihr vermittelt. Ihr Vater sei - trotz der Kinder - eines Tages mit einer anderen abgehauen und die Mutter habe sie alleine versorgt, schon nicht mehr auf dem Hof, den hatten sie vorher aufgegeben, sie habe in der Stadt gejobbt. Als Sekretärin. Eine vom Dorf Sekretärin in der Stadt! Das Gerede. Die schrecklichen Vereine, Hausschlachtungen, Dorffeste. Aber im Dorf gab es in jeder Familie eine kleine oder größere Katastrophe. In der Anonymität verstecken ließ sich nichts. "Das Einzige, was ich im Musikverein wenigstens gelernt habe, ist Singen", fügte sie einen Hauch versöhnlicher hinzu.

Ich bat sie, mir etwas vorzusingen, und sie sang mit tiefer Stimme ein spanisches Lied und riss mich beim Singen in einen schnellen Tanz. Ich war verwirrt und hingerissen. Und hörte hier das erste Mal, dass sie auch Spanisch konnte. Dieses Lied aus den Vierzigern, La Zarzamora, und andere Lieder von Lola Flores würde sie mir noch oft vorsingen. Lola Flores sei eine ihrer Lieblingssängerinnen. Danach erzählte sie mir noch, wie sie sich

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen