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Alles Liebe vom Tod Roman von Rendell, Ruth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Alles Liebe vom Tod

Chief Inspector Wexford steht vor einem Rätsel: Margaret Parsons wurde erdrosselt, und es gibt weder Hinweise auf den Täter noch auf ein Motiv. Zusätzliche Verwirrung stiftet ein teurer Lippenstift, der in der Nähe Tatorts gefunden wurde - denn Margaret benutzte nie Make-up. Wer sollte am Tod einer unbescholtenen Hausfrau Interesse haben? Der Lippenstift erweist sich als Eigentum einer schönen, aber untreuen Ehefrau. Ungewöhnlich sind auch die Gedichtbände, die man unter Margrets Sachen findet und von deren Existenz der Ehemann keine Ahnung hatte. In den Büchern finden sich leidenschaftliche Widmungen eines Unbekannten namens Doon. Allerdings sind sie bereits mehr als zwölf Jahre alt ...

Ruth Rendell wurde 1930 in London geboren und lebte dort bis zu ihrem Tod 2015. Sie arbeitete als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. 1997 wurde sie mit dem Grand Master Award der Crime Writers' Association of America, dem renommiertesten Krimipreis, ausgezeichnet und darüber hinaus von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben. Ruth Rendell ist auch unter dem Pseudonym Barbara Vine bekannt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 92
    Erscheinungsdatum: 31.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641161149
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 594 kBytes
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Alles Liebe vom Tod

1

_____

Ruf einmal noch

mit einer Stimme, die ihr vertraut:

" Margaret, Margaret! "

Matthew Arnold, The Forsaken Merman

"Also jetzt übertreiben Sie aber ein bisschen, Mr. Parsons", sagte Burden. Er war müde und wollte mit seiner Frau ins Kino gehen. Außerdem waren ihm in dem Zimmer, in das Parsons ihn geführt hatte, sofort die Titel auf den Rücken der Bücher ins Auge gefallen, die in dem Regal neben dem Kamin standen. Sie genügten, um auch dem vernünftigsten Mann Angst einzujagen, auch wenn sie völlig unbegründet war. Der Giftmörder Palmer, Der Prozess der Madeleine Smith, Drei ertränkte Bräute, Berühmte Strafprozesse, Bedeutende britische Strafprozesse. "Glauben Sie nicht, dass Ihre Lektüre ein bisschen auf Sie abgefärbt hat?"

"Ich interessiere mich für Verbrechen", antwortete Parsons. "Kriminalistik ist mein Hobby."

"Das ist nicht zu übersehen." Burden wollte sich nicht setzen, wenn es nicht unbedingt sein musste. "Aber man kann jetzt wirklich noch nicht sagen, Ihre Frau sei verschwunden. Sie sind seit anderthalb Stunden zu Hause, und sie ist nicht hier. Das ist alles. Wahrscheinlich ist sie ins Kino gegangen. Meine Frau und ich wollen heute Abend auch hin. Wahrscheinlich treffen wir Ihre Frau, wenn sie herauskommt."

"Das würde Margaret nie tun, Mr. Burden. Ich kenne sie - Sie nicht. Wir sind jetzt fast sechs Jahre verheiratet, und bisher war sie immer da, wenn ich nach Hause gekommen bin."

"Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Mr. Parsons. Nach dem Kino schau ich noch einmal bei Ihnen herein, aber ich bin ganz sicher, dass Ihre Frau dann längst wieder da ist. Gehen Sie ruhig aufs Revier, wenn Sie wollen", fügte Burden, schon auf dem Weg zur Tür, noch hinzu. "Es kann nichts schaden, und Sie beruhigt es vielleicht."

"Nein, nein, das möchte ich nicht. Ich dachte ja nur, weil Sie in der Nähe wohnen und Polizeibeamter sind ..."

... und außerdem dienstfrei, dachte Burden. Wäre ich Arzt und nicht Polizist, hätte ich meine Privatpatienten. Ob Parsons auf meine Hilfe auch so erpicht wäre, wenn er eine saftige Honorarrechnung zu erwarten hätte?

Als er im halbleeren, dunklen Kino saß, spann er seine Gedanken weiter. Das war schon eine seltsame Geschichte. Normale Durchschnittsehefrauen, die so konventionell waren wie Mrs. Parsons, Frauen, die immer Punkt sechs das Essen für ihren Mann fertig hatten - solche Frauen gingen nicht einfach weg, ohne eine Nachricht zu hinterlassen.

"Hast du nicht gesagt, das sei ein guter Film?" flüsterte er seiner Frau zu.

"Die Kritik hat ihn gelobt."

"Die Kritik - ach so!"

Ein anderer Mann, das war natürlich möglich. Aber bei Mrs. Parsons? Vielleicht hatte sie einen Unfall gehabt? Es war wirklich nicht richtig gewesen, dass er Parsons nicht sofort aufs Revier geschickt hatte.

"Hör zu, Schatz", sagte er leise, "ich kann mir diesen Mist wirklich nicht länger ansehen. Bleib ruhig bis zum Ende. Ich muss noch einmal zu Parsons."

"Hätte ich bloß den Reporter geheiratet, der so hinter mir her war!"

"Machst du Witze?" fragte Burden. "Der wäre die ganze Nacht weggeblieben, um seinen Artikeln den letzten Schliff zu geben - oder der Sekretärin des Redakteurs."

Eilig trabte er die Tabard Road hinauf und zwang sich dann, langsamer zu gehen, als er sich dem viktorianischen Haus näherte, in dem die Parsons wohnten. Die Fenster waren dunkel, die Vorhänge in dem großen Erker im Erdgeschoss waren nicht vorgezogen. Die Stufe, die zur Haustür führte, war weißgescheuert, der Klopfer aus Messing poliert. Mrs. Parsons musste eine ordentliche Hausfrau gewesen sein. Musste gewesen sein? Wieso war sie es denn nicht mehr?

Parsons öffnete, bevor er klopfen konnte. Er sah noch immer adrett aus. Sein Anzug war zwar ein bisschen altmodisch, seine Krawatte peinlich korrekt gebunden. Aber sein Gesicht

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