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Als er zum ersten Male starb von White, Ethel Lina (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Als er zum ersten Male starb

Charlie Baxter, dessen plötzlicher Tod in der Blüte seines Lebens jeden in Starminster überrascht, sieht sich einer ganzen Reihe von Problemen ausgesetzt. Seine Beerdigung muss vorbereitet werden. An der Tür der trauernden Witwe klopfen unentwegt Menschen an, die Blumen vorbeibringen. Und er merkt bald, dass es ziemlich anstrengend werden kann, tot zu sein, wenn man noch immer lebt ... Ethel Lina White (1876-1944) was one of the best known British crime writers during the 1930s and '40s. One of her novels-"The Wheel Spins"-was adapted by Alfred Hitchcock for his famous film "The Lady Vanishes".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 364
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748153818
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 332 kBytes
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Als er zum ersten Male starb

1 Alle Menschen müssen sterben

Fast alle Bewohner des Städtchens Starminster vernahmen Charlie Baxters Tod mit Bedauern. Bei den Frauen war er beliebt, und die Männer nannten ihn allesamt einen "netten kleinen Kerl", wobei sie sich allerdings merkwürdig unrichtig ausdrückten, denn in Wirklichkeit war er überdurchschnittlich groß.

Als liebenswürdiger, anspruchsloser Mensch stahl er sich so unauffällig aus dem Leben, wie er es bisher beim Verlassen einer Gesellschaft zu tun pflegte - mit einem Nicken verabschiedete er sich von dem Gastgeber und verschwand aus dem Hause, ohne daß jemand etwas davon merkte. Es herrschte gerade eine Grippeepidemie. Eines Tages erwähnte jemand beiläufig, daß es auch Charlie gepackt habe. Die nächste Mitteilung über ihn traf die Leute im Billardraum des Hotels "Zur Traube" wie ein Donnerschlag:

"Der arme Baxter ist gestorben."

"Der arme Kerl!" tönte es im Chor, denn Charlie mochte man gern. Er zahlte seine Rechnungen, beteiligte sich bescheiden an öffentlichen Sammlungen und hörte geduldig zu, wenn jemand Golfgeschichten erzählte. Er tat überall mit, und wenn er mit jemand spielte, so waren seine Leistungen immer etwas geringer als die seines Gegners; wurde eine Runde ausgeknobelt, so mußte er unweigerlich zahlen, aber er verlor mit heiterem Gesicht.

Niemand war daher wirklich überrascht, daß der Tod ihn nicht in bester Form gefunden und aus diesem Gebrechen Vorteil gezogen hatte.

"Wann ist er denn gestorben?" fragte jemand.

"Spät in der letzten Nacht", erwiderte der Mann, der die Nachricht gebracht hatte.

"Vermutlich Grippe?"

"Ja. Plötzlicher Zusammenbruch. Er hatte ein schwaches Herz, wie ich gehört habe."

"Nein, das stimmt nicht", widersprach Acorn, der Versicherungsagent.

Dabei kreidete er seinen Billardstock ein und sah sich ohne rechte Hoffnung nach einem Opfer um, dem er eine Partie abgewinnen könnte. Er vermißte Charlie Baxter zuallererst.

"Es war ein böser Fehler, daß sie den unfähigen, alten Dubarry nahmen", sagte er wütend. "Ein anderer Arzt hätte ihn wahrscheinlich durchgebracht."

"Aber Mrs. Baxter schwört auf ihn", bemerkte ein männliches Klatschmaul.

"Ja, das kann ich mir denken."

Die anderen brummten beifällig. Es war eine allgemein anerkannte Tatsache, daß Dr. Dubarry ebensoviel Verstand hatte wie ein getrockneter Pilz und sich durch nichts in seinen eigenen Vergnügungen stören ließ. Zu seinen Gunsten mußte man jedoch zugeben, daß er seine Praxis kaum noch ausübte und nur dann einen Fall zur Behandlung übernahm, wenn man ihn persönlich dazu überredete.

Als die Damen der Stadt von Charlie Baxters Tod hörten, fügten sie dem Urteil über die Untüchtigkeit des Arztes eine weitere Anklage hinzu. Es waren Anspielungen darauf, daß Vera Baxter den Kranken zu nachlässig gepflegt habe. Man schüttelte den Kopf, und die Zungen kamen nicht mehr zur Ruhe.

"Immer hat er sie bedient. Es wäre doch einmal etwas ganz Neues für sie gewesen, ihn zu bedienen. Nur schade, daß sie keine geprüfte Krankenschwester hatten."

"Aber Dr. Dubarry sagte doch, daß sie sich wunderbar benommen hat", meinte eine etwas milder gestimmte Frau.

"Das ist ja selbstverständlich. Sie ist eine schöne Frau."

Vera Baxter war, im Gegensatz zu ihrem Mann, in der Stadt nicht besonders beliebt. Sie war eine heitere, tüchtige, kleine Person mit einem Sinn für Ordnung, aber weder konnte sie Hockey spielen, noch wußte man genau, ob sie je auch eine richtige Schule besucht hatte.

Ihrer äußeren Erscheinung nach war sie eine schlanke, hübsche Blondine, elegant und dekorativ. Für eine verheiratete Frau wirkte sie eigentlich zu jung, solange man ihre wissenden blauen Augen noch nicht sah, die älter waren als alles andere an ihr.

Am meisten mißfiel den Leuten in der Stadt aber der dritte Bewohner von Jasmine Cottage - Puggie Williams. Seit mehreren Monaten hatte er sich dort fest

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