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Als Luca verschwand Roman von Hammesfahr, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Als Luca verschwand

Die junge Mel ist im Drogeriemarkt mit der Auswahl eines Lippenstiftes beschäftigt, als ihr kleiner Sohn Luca verschwindet. Hat ihn die merkwürdige Frau vor dem Schaufenster, die Lucas Bruder einen Lolli schenkte, aus dem Kinderwagen genommen? Warum ließ Mel ihr Baby an einem eisigen Januartag im Wagen draußen vor dem Laden stehen? Oder hatte sie Luca gar nicht dabei? Ein heikler Fall für Kommissar Klinkhammer, denn er kennt die Familie gut und weiß, dass es in Mels Ehe nicht zum Besten steht. Aber gibt es einen Zusammenhang zwischen Lucas Verschwinden und den Problemen der Eltern? Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf. Und mit jeder Stunde, die vergeht, wird es unwahrscheinlicher, dass Luca überlebt. Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller "Der stille Herr Genardy" bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie auch "Die Sünderin". Der Roman wurde unter dem Titel "The Sinner" mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche US-Fernsehserie produziert und läuft derzeit weltweit auf Netflix.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 12.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641222345
    Verlag: Diana Verlag
    Größe: 2291 kBytes
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Als Luca verschwand

TEIL 1

Die Frau im Poncho

Zeugen

Der Vormittag war hektisch, weil sie nur zu dritt waren. Seit Wochenbeginn fehlte eine Kollegin - krankheitsbedingt, und das nicht zum ersten Mal, doch die Zentrale sah nicht ein, für Ersatz zu sorgen. Für den Nachmittag erwartete Jutta Meuser den gewohnt stressigen Freitagsbetrieb. Jetzt über Mittag war es noch ruhig, aber Zeit zum Verschnaufen blieb trotzdem nicht.

Helene Matthies ging um halb zwei in die Pause. Zu dem Zeitpunkt hielten sich nur drei Kunden im Laden auf. Weiter hinten konnten sich zwei Stammkundinnen, beide weit über siebzig, wieder mal nicht entscheiden, ob sie rote oder weiße Grablichter nehmen sollten. Und am Foto-Sofort-Drucker ließ sich ein scheinbar begriffsstutziger Mann in den Dreißigern, den Jutta bisher noch nie hier gesehen hatte, von Ilonka Koskolviak erklären, wie Bilder von einem USB-Stick auf den Automaten geladen werden konnten.

Entweder versuchte der Typ zu flirten, oder er nahm Ilonka wegen ihres Akzents nicht für voll und machte sich lustig über sie. Jutta tippte auf Letzteres. Kurz zuvor hatte er sich nämlich schon ausführlich von Ilonka beraten lassen, welches Deo am besten zu ihm passte. Den Vorschlag hatte er auch gekauft und brav an der Kasse bezahlt. Dann war er noch mal umgekehrt und hatte Ilonkas Dienste erneut in Anspruch genommen.

Die Frau, die kurz nach halb zwei hereinkam, war keine Stammkundin, in den letzten Wochen hatte Jutta sie jedoch schon öfter abkassiert, bisher immer am Freitagvormittag zwischen elf und zwölf. Eine von denen, die sogar Kleckerbeträge mit Karte zahlten und vermutlich selten übersehen wurden. Platinblond, flotte Kurzhaarfrisur, mindestens eins achtzig groß und so dürr, dass Jutta sich fragte, ob sie sich wohl zwei oder drei Wattebällchen zum Frühstück gönnte. Mit Orangensaft getränkt, den die superdünnen Models angeblich bevorzugten, oder lieber mit Apfelschorle, weil die weniger Kalorien hatte?

Hübsch war sie, das ließ sich nicht leugnen, und perfekt gestylt. Für Anfang Januar vielleicht zu dünn angezogen. Draußen waren es nur knapp über null Grad, aber wenn man mehr Wert aufs Äußere legte als auf die Gesundheit ... Knallenge schwarze Jeans, schwarzes Raulederjäckchen, das nur bis zur Taille reichte. Flache Wildlederstiefeletten mit Strassapplikationen. Bei ihrer Größe waren höhere Absätze auch nicht zu empfehlen.

Das Gesicht so perfekt geschminkt, als wolle sie gleich zum Casting für Germany's Next Topmodel . Doch dafür war sie wohl schon etwas zu alt. Jutta schätzte sie auf Mitte zwanzig, war selbst achtundfünfzig und mindestens sechzig Kilo schwerer. Ihren Platz an der Kasse hatte sie nur ungern verlassen. Aber wo gerade nichts los war, blieb ihr nichts anderes übrig, als in gebückter Haltung die Kästen unter den Regalen mit Schaumfestiger und Haartönung aufzufüllen und dabei weiter die Kundschaft zu beobachten, so gut es eben ging.

Bisher hatte die Blonde jedes Mal einen dreirädrigen Kinderwagen mit einem ausnehmend hübschen Baby dabeigehabt. Eins von den Kindern, bei denen man sich unwillkürlich fragte, welche Gene man haben musste, um so was Süßes auf die Welt zu bringen. Diesmal brachte sie einen etwa dreijährigen Jungen mit, vom Aussehen her der größere Bruder des Babys.

Handy am linken Ohr, den Jungen an der rechten Hand mit sich zerrend, steuerte sie den Stapel Körbe an, gab dabei ihren Standort durch, wie das heutzutage bei jungen Leuten üblich zu sein schien, und wollte wissen: "Wo bist du denn gerade?"

Jutta, die keine zwei Meter entfernt am Boden hockte, wurde keines Blickes gewürdigt. Weiterplappernd - jetzt ging es um einen Hustensaft, der supergut wirkte - nahm sie einen Korb und ließ dafür den Jungen los. Der machte sich augenblicklich in Richtung der Süßigkeiten davon. Einige lagen in Griffhöhe von Kinderhänden, aber ihn hatte Jutta gut im Blick.

"Nichts anfassen, Max", mah

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