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Altenberger Requiem von Buslau, Oliver (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2013
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Altenberger Requiem

Der Wuppertaler Privatdetektiv Remigius Rott hat es endlich zu einem angenehmen Job gebracht: Für freie Unterkunft und ein ordentliches Honorar soll er das Haus eines Freundes in Wülfrath hüten. Doch dann kommt alles anders: Auf einer Rätsel-Rallye durchs Bergische Land stolpert er zusammen mit der geheimnisvollen Yvonne über eine Leiche in der Nähe des Altenberger Doms. Schnell steckt Rott mittendrin in einem Fall, der ihm nicht nur als Detektiv einiges abverlangt: Der sympathische Privatschnüffler von der Wupper ist bis über beide Ohren verliebt ...

Oliver Buslau, 1962 geboren, ist der Schöpfer des 'bergischen Marlowe' Remigius Rott. 'Altenberger Requiem' ist sein siebter Rott-Krimi. 2000 gründete Oliver Buslau die Zeitschrift 'TextArt - Magazin für kreatives Schreiben', die er als Chefredakteur leitet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 15.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863583309
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Der Bergische Krimi Bd.7
    Größe: 3122kBytes
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Altenberger Requiem

1

George Clooney stand am Himmelstor und verhandelte mit Petrus über seine Rückkehr aus dem Tod ins Leben. Als Petrus, verkörpert von John Malkovich, die Kaffeemaschine sah, die Clooney unter dem Arm trug, war der Deal perfekt. Der Womanizer vom Dienst durfte zurück auf die Erde und blieb der Menschheit noch eine Weile erhalten.

Worüber sich deren weibliche Hälfte wahrscheinlich am meisten freute.

Mir war es wurscht.

Lässig griff ich nach der handlichen Fernbedienung und zappte mich weiter durch die geschätzten tausend Programme, die Manni über seinen sauteuren Digitalreceiver empfing – einschließlich einiger Pay- TV -Sender, deren Themenschwerpunkte ein ganz neues Licht auf seine Interessen warfen: Ein History-Kanal war dabei, der rund um die Uhr irgendwelche Soldaten zeigte, die in Schwarz-Weiß über Schlachtfelder rannten. Ein Disney-Kanal, wo ich all die alten Entenhausener wiedertraf, die mich in meiner Jugend erfreut hatten: Massenhaft Variationen über das Thema "Donald und die Backenhörnchen" oder "Donald und die Ameisen". Und schließlich das Gebiet, das am besten zu Manni passte: gleich drei Erotik-Kanäle, zum Teil mit Klassikern aus den Siebzigern wie "Deep Throat" sowie einer Menge Streifen mit Stars wie John Holmes und Desiree Cousteau.

Manni bewies Geschmack. Immerhin konnte man da noch richtige Frauen sehen, ohne Plastikimplantat und aufgespritzte Lippen. Keine bis zur totalen Sterilität ausgeleuchteten Rammeleien, sondern frivoles Treiben in vielen Spielarten, und das sogar mit Ansätzen von Filmhandlung. Eingebettet in ein Ambiente aus Flokatiteppichen und lila Blumentapeten im Pop-Art-Stil.

Mannis Haus hatte noch viel mehr zu bieten als einen Flachbildfernseher von der Größe einer Plakatwand. Es gab einen Computer, an dem man durch Webseiten so schnell blätterte wie durch die Illustrierte beim Zahnarzt. Eine Bar mit allem Schnick und Schnack für die Herstellung raffinierter Cocktails. Eine Einbauküche, die immerhin gut aussah, von der ich aber nur besagte Kaffeemaschine und die Mikrowelle benutzte – Letztere vor allem, um mir Tiefkühlpizzen aufzutauen. Im Gefrierschrank hatte ich Unmengen davon gehortet.

Draußen erwartete mich ein Garten mit parkähnlicher Rasenfläche, drinnen, am Ende der Wendeltreppe, die vom Wohnzimmer in den ersten Stock hinaufführte, ein Gästezimmer, das ungefähr halb so groß war wie meine ganze Wuppertaler Wohnung.

Was mich betraf, hätte ich in diesem Moment an keinem anderen Ort der Welt sein wollen. Ich war im Paradies, und ich hatte nichts anderes zu tun, als darauf aufzupassen, dass es niemand klaute.

Seit drei Tagen war ich Haushüter statt Detektiv.

Manni, durch irgendein undurchsichtiges geschäftliches Manöver zu Geld gekommen, kajolte irgendwo auf den Malediven herum und hatte fest vor, frühestens in drei Wochen zurückzukommen.

Einundzwanzig Tage. Tausend Sender. Ich rechnete kurz und kam auf knapp fünfzig Sender am Tag. Bei zehn Stunden Fernsehen machte das fünf pro Stunde. Ich brach die Kalkulation ab. Schließlich sollte es ja nicht in Arbeit ausarten.

Ich übersprang ein paar Telefonsexkanäle, streifte Astro- TV , wo eine dicke Dame Karten legte, und verweilte ein wenig bei einer Wiederholung der ZDF -Hitparade, wo ein Schönling mit Plüschfrisur, blauem Samtjackett und einem riesigen Fliegenpropeller an der Gurgel gerade seinen Auftritt hatte. Das Mikro, das er sich vor die Lippen hielt, war ebenfalls von gewaltiger Größe. Ein graues Kabel entsprang ihm. Der Sänger hatte es dekorativ zu einem Kreis geschlungen.

Freddy Breck. Das musste mindest

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