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Arrowood - Die Mördergrube Kriminalroman für Sherlock Holmes Fans von Finlay, Mick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.06.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Arrowood - Die Mördergrube

William Arrowood ist Privatermittler. Gemeinhin wohl der Zweitbeste in ganz London - direkt nach seinem namhaften Konkurrenten aus der Baker Street 221B. Auch wenn beide ganz unterschiedliche Ansätze in der Verbrechensaufklärung haben. Dieses Mal führt Arrowoods ganz eigene Ermittlungsmethode ihn und seinen Assistenten Barnett auf der Suche nach einer vermissten jungen Frau in die düsteren Gefilde der Viktorianischen Nervenheilanstalten. "William Arrowood ist keinesfalls perfekt, aber sympathisch, und die Geschichte bewegt sich rasant von Gefahr zu Gefahr und von Twist zu Twist." The Times Mick Finlay wurde in Glasgow geboren und verbrachte seine Kindheit in Kanada und England. Er arbeitete als Marktverkäufer in der Portobello Road, in einem Wanderzirkus, als Schlachtergehilfe, als Portier und in verschiedenen Positionen im Gesundheits- und Sozialdienst. Mittlerweile lehrt er an einer psychologischen Fakultät und lebt mit seiner Familie in Brighton.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 03.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678407
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: The Murder Pit
    Größe: 5300 kBytes
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Arrowood - Die Mördergrube

1

Süd-London, 1896

Das Grauen erscheint manchmal in freundlicher Gestalt, und so war es auch im Fall von Birdie Barclay. Es war früh am Neujahrstag, der Schlamm auf den Straßen war gefroren, Ruß schwebte wie schwarzer Schnee im Nebel. Zitternde Pferde trotteten vorbei und wurden von missmutigen, rotgesichtigen Männern zu Orten gelenkt, die sie gar nicht aufsuchen wollten. Straßenkehrer warteten auf Kunden, die ihnen eine Münze verschaffen konnten, während sich alte Menschen an Mauern und Geländern festhielten, um auf dem glatten Kopfsteinpflaster nicht auszurutschen, während sie seufzend und vor sich hin murmelnd dicke, verkeimte Schleimklumpen in die Haufen aus Pferdedung spien, die an jeder Straßenecke gesammelt wurden.

Wir hatten seit fünf Wochen keinen Fall mehr gehabt, daher waren wir über Mr. Barclays Einladung zu einem Besuch bei ihm sehr erfreut. Er lebte am Saville Place in einem der Dreizimmer-Reihenhäuser unter den Bahnlinien zwischen Lambeth Palace und Bethlem. Als wir vor dem Haus eintrafen, konnte ich im Inneren eine Dame zu Klavierbegleitung singen hören. Ich wollte gerade anklopfen, als Mr. Arrowood meinen Arm berührte.

"Warten Sie, Barnett", flüsterte er.

Wir standen vor der Haustür und lauschten, während sich der Nebel dicht um uns ballte. Es war ein Lied, das häufig in Pubs gesungen wurde, kurz bevor sie schlossen, aber ich hatte es noch nie derart schön und traurig gehört, so von Einsamkeit durchdrungen. "In the gloaming, oh my darling, when the lights are dim and low, and the quiet shadows falling, softly come and softly go." Als sich der Refrain aufbaute, schloss Mr. Arrowood die Augen und schwankte im Rhythmus der Musik, wobei er ein Gesicht machte wie ein Schwein beim Stuhlgang. Dann, als die letzte Zeile ertönte, sang er gar mit ausdrucksloser Stimme und völlig neben dem Takt mit: "When the winds are sobbing faintly, with a gentle unknown woe, will you think of me and love me, as you did once long ago?"

Ich vermutete, dass dies die einzige Textzeile war, die er kannte, eine Zeile, die sein gebrochenes Herz direkt ansprach, und die letzten Worte brachte er nur erstickt und zitternd über die Lippen. Nachdem ich seinen drallen Arm gedrückt hatte, öffnete er endlich wieder die Augen und nickte mir zu, damit ich anklopfte.

Ein robuster Mann mit gerötetem Gesicht öffnete die Tür. Das Erste, was einem ins Auge stach, war seine Malvasiernase, an der Spitze gerundet und wie eine Stachelbeere mit feinen Härchen bedeckt, darunter der dichte Schnurrbart, noch schwarz, obwohl das Haar um seinen kahlen Schädel bereits weiß geworden war. Er begrüßte uns mit nervöser Stimme und führte uns in das Empfangszimmer, in dem eine große Frau neben einem Pianoforte stand. Sie musste Spanierin, Portugiesin oder etwas in der Art sein und war von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet.

"Das sind die Detektive, meine Liebe", sagte er und rang aufgeregt die Hände. "Mr. Arrowood, Mr. Barnett, darf ich Ihnen meine Frau Mrs. Barclay vorstellen?"

Als sie unsere Namen hörte, zeichnete sich ein warmherziges Lächeln auf dem Gesicht der Dame ab, und ich konnte an der Art, mit der sich Mr. Arrowood verneigte und eine Hand flach auf die Brust legte, erkennen, dass ihn diese Dame mit ihrem Gesang, ihren tiefbraunen Augen und ihrer gütigen Miene sehr beeindruckte. Sie bat uns, auf der Couch Platz zu nehmen.

Der kleine Salon war mit Möbelstücken gefüllt, die viel zu groß für den kleinen Raum waren, und man hatte das Pianoforte zwischen ein Schreibpult und eine Vitrine gezwängt. Die Couch berührte den Ohrensessel, und eine vergoldete Uhr nahm den Großteil des Kaminsimses ein und tickte unerträglich laut.

"Wie wäre es, wenn Sie uns von Ihren Schwierigkeiten erzählen", begann Mr. Arrowood, "damit wir herausfinden, was wir für Sie tun können?"

"Es geht um unsere Tochter Birdie, Sir", erwiderte Mr. Barclay. "Sie wurde vor

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