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Aschenspuren von Lukasch, Peter (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Aschenspuren

Weil Flaute im Morddezernat herrscht, bekommen Chefinspektor Hagenberg und seine neue Partnerin den Auftrag, einen alten Fall aufzuarbeiten. Sie sollen klären, was mit einem Mädchen geschehen ist, das vor fast dreißig Jahren bei der Besetzung der Hainburger Au durch Umweltaktivisten spurlos verschwunden ist. Ihre Ermittlungen führen sie in die Pornoszene und ins Rotlichtmilieu und kreuzen sich schließlich mit den Spuren eines alten, längst vergessenen Mordfalls, der sich im Jahre 1908 in Hainburg ereignet hat und der im Zusammenhang mit dem Brand des Ringtheaters in Wien steht. Peter Lukasch wurde 1942 in Wien geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft trat er in den Staatsdienst ein, wo er bis zu seiner Pensionierung im Bereich der Strafjustiz tätig war. Seinem Interesse für Geschichte und Kriminalistik folgt der Autor in einem Zyklus historischer Kriminalromane. Bisher sind erschienen: 'Zu Hainburg verblieb man über Nacht' (auf der Suche nach dem Schatz der Nibelungen), 'Teufels-Liebchen' (aus der Zeit der Hexenverfolgungen), 'Aschenspuren' (ein Kriminalfall um den Brand des Ringtheaters in Wien), 'Der Spion von Hainburg' (aus der Zeit der Türkenkriege) und 'Solo Valat' (ein Kriminalroman aus dem Wien des Jahres 1905).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 392
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741236624
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 2139kBytes
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Aschenspuren

Kapitel 1

Hainburg und Wien im Jahre 1908

D er elegante, von zwei Pferden gezogene Landauer hatte Hainburg durch das Wienertor kommend erreicht und bog nun, nachdem er das Städtchen auf der Wienerstraße fast durchquert hatte, in die alte Poststraße nächst dem Ungartor ein. Das Verdeck war trotz der Hitze geschlossen, wohl um den Passagier vor der stechenden Sonne und den Staubschwaden, die von der ungepflasterten Straße aufwirbelten, zu schützen. Denn der Frühsommer des Jahres 1908, in welchem seine Majestät Kaiser Franz Josef I. den 60. Jahrestag seiner Thronbesteigung feierte, war ungewöhnlich heiß und trocken, hatte die Wiesen und Felder um die Stadt schon früh verdorren lassen und machte Mensch und Tier gleichermaßen zu schaffen.

In der alten Poststraße verlangsamte der Wagen seine Fahrt und hielt schließlich nicht weit vom Stadttor entfernt vor einem schlichten einstöckigen Haus. Der Kutscher, der trotz des Fahrtwindes, den er auf der fast vierstündigen Fahrt von Wien her genossen hatte, in seiner schwarzen Dienstkleidung schweißüberströmt am Bock saß, beugte sich zu der aufgehenden Tür hinunter und meldete: "Ich glaube, hier ist es, gnädiger Herr."

Der Kutschenschlag öffnete sich gänzlich und ein Herr von vornehmen Äußerem stieg eilig heraus, ohne auf die Hilfestellung seines Kutschers, der halbherzige Anstalten gemacht hatte, vom Bock zu springen, zu warten. Aufmerksam betrachtete er das Haus. Die Fassade war schmucklos, der Verputz aber offensichtlich vor nicht allzu langer Zeit erneuert und ordentlich. Was besonders auffiel, waren die blitzblanken Fenster, die sich insoweit wohltuend von den staubverschmierten der Nachbarhäuser unterschieden. Die Straße war menschenleer, nur vor dem bewussten Haus machte sich ein mit einem Reisigbesen bewaffneter Mann zu schaffen. Er war von kleiner gedrungener Gestalt, hatte einen runden Bauch und einen runden stoppeligen Kopf. Eine Schürze, zu der er derbe Stiefeln anhatte, ließen in ihm einen Hausknecht vermuten. Mit seinem Besen wirbelte er gewaltige Staubschwaden auf, die teils durch die hitzeflirrende Luft davonzogen, sich zum größeren Teil aber auf ihrem Verursacher niederließen und ihn mit einer grauen Schicht bedeckten. Genau genommen war es völlig unsinnig, was er da in seinem Ordnungsdrang trieb.

Der Ankömmling presste sich ein Taschentuch gegen Mund und Nase und trat näher. "Wohnt hier der Rittmeister Hagenberg, guter Mann?", fragte er. Das staubige Subjekt schenkte ihm einen zutiefst befremdeten Blick und ließ eine gewaltige Staubwolke hochwirbeln. "Hier wohnt kein Rittmeister."

Der Herr warf seinem Kutscher einen fragenden Blick zu, aber der saß lethargisch auf seinem Bock und erlaubte sich - von der langen Fahrt ermüdet - ein despektierliches Schulterzucken. "Hör doch einmal auf", fuhr der von einer neuen Wolke umwehte Herr den Staubproduzenten an. "Ich suche den Rittmeister Hagenberg. Weißt du, wo ich ihn finde?"

Der Hausknecht, oder was immer er sein mochte, hielt inne und betrachtete den Fragenden mit einem unendlich blöden Blick. "Es ist schwer, bei dieser Hitze überhaupt jemand zu finden", sagte er ein wenig zusammenhanglos. Eine kurze Pause trat ein, dann hatte der Fremde verstanden. Er langte in die Tasche und zog eine Krone heraus, die er in die bereitwillig geöffnete Hand drückte. "Hier wohnt der Herr Hagenberg", verkündete der Beschenkte, "aber kein Rittmeister und er ist nicht zu sprechen. Er empfängt nicht, schon gar keine unangemeldeten Fremden."

Diese von einem offensichtlich subalternen Kerl im entschiedenen Ton vorgebrachte Erklärung irritierte den Ankömmling, aber er erkannte instinktiv, dass er mit Grobheiten nicht weit kommen würde. "Würden Sie dann die Güte haben, mich dem Herrn Hagenberg zu melden?", fragte er mit größter Freundlichkeit und reichte seinem Gesprächspartner eine Visitenkarte, wobei er nicht versäu

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