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Auf den Schwingen des Adlers Roman von Follett, Ken (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2010
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Auf den Schwingen des Adlers

Ein spannender Thriller um die Befreiung der amerikanischen Geiseln Paul Chiapparone und Bill Gaylord - in die Geschichte eingegangen als 'Operation Hotfoot' Teheran, 1978: Streiks und antiamerikanische Ausschreitungen künden den bevorstehenden Zusammenbruch des Schah-Regimes an. Ohne Angabe von Gründen werden zwei Spitzenmanager eines texanischen Computerkonzerns verhaftet. Alle Bemühungen, sie auf diplomatischem Wege wieder freizubekommen, scheitern. Kurzerhand entschließt sich der Konzernchef zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er heuert auf eigene Faust ein Rettungskommando an. Auftrag der 'Adler': die beiden Gefangenen befreien. Um jeden Preis ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 543
    Erscheinungsdatum: 13.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838703473
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: On the Wings of Eagles
    Größe: 2053 kBytes
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Auf den Schwingen des Adlers

2

R OSS PEROT WAR sein Leben lang ein Glückspilz gewesen.

Am Morgen des achtundzwanzigsten Dezember 1978 saß er in seiner Berghütte in Vail, Colorado, und ließ sich von Holly, der Köchin, das Frühstück servieren.

Die "Blockhütte", hoch am Abhang eines Berges und halb versteckt in einem Espenwald gelegen, verfügte über sechs Schlaf- und fünf Badezimmer, einen Wohnraum von zehn Meter Länge und einem "Après-Ski-Erholungsraum" mit einem Strudelbad vor dem offenen Kamin - eben ein Urlaubsdomizil.

Ross Perot war steinreich.

Mit tausend Dollar Startkapital hatte er EDS gegründet, und inzwischen waren die Aktien der Firma, von denen er selbst noch immer über die Hälfte hielt, mehrere hundert Millionen Dollar wert. Außerdem war er alleiniger Besitzer der Petrus Oil and Gas Company, deren Rohstoffreserven einen Wert von mehreren hundert Millionen Dollar darstellten, und besaß zahlreiche Grundstücke in Dallas. Wieviel Geld genau er sein eigen nannte, war schwer festzustellen - das hing auch davon ab, wie es gezählt wurde -, aber es war wohl irgendwas zwischen fünfhundert Millionen und einer Milliarde Dollar.

In Romanen werden die Superreichen immer als habgierig, machtbesessen, neurotisch, verhaßt und unglücklich geschildert - vor allem als unglücklich. Perot las kaum einmal einen Roman. Er war ganz einfach glücklich.

Er glaubte nicht, daß das am Geld lag. Zwar glaubte er ans Geldverdienen, an business and profits , denn das war der Motor Amerikas; auch hatte er seine Freude an manchen Spielsachen, die man für Geld kaufen konnte, an seinem Kabinenkreuzer zum Beispiel, den Schnellbooten, dem Hubschrauber -, aber sich in Hundertdollarscheinen wälzen zu können, war nie sein Traum gewesen. Geträumt hatte er allerdings davon, eine Firma zu gründen, die Tausenden Beschäftigung gab, und seinen schönsten Traum hatte er direkt vor Augen: seine Familie, die in diesem Augenblick noch in Thermounterwäsche herumlief und sich zum Skifahren fertigmachte. Da war Ross junior, zwanzig Jahre alt, und Perot war überzeugt, in ganz Texas sei kein prächtigerer Bursche zu finden. Da waren seine 4 - in Worten: vier - Töchter: Nancy, Suzanne, Carolyn und Katherine. Lauter gesunde, intelligente und liebenswerte Kinder. In Interviews hatte Perot verschiedentlich geäußert, er messe seinen Erfolg im Leben an seinen Kindern: Wenn aus ihnen gute Bürger würden, die sich für ihre Mitmenschen engagierten, dann hätte sein Leben einen Sinn gehabt. Die Reporter sagten gewöhnlich: "Zum Kuckuck, wir glauben Ihnen ja, aber wenn wir so'n Schmus bringen, denken die Leser, Sie hätten uns geschmiert!" Und Perot antwortete dann: "Das ist mir egal. Ich sage Ihnen die Wahrheit. Was Sie schreiben, ist Ihre Sache." Und bis jetzt hatten sich seine Kinder genau seinen Wünschen gemäß entwickelt. Daß sie mit Reichtümern und Privilegien aufgewachsen waren, hatte sie nicht im geringsten verdorben. Es war beinahe ein Wunder.

Und diejenige, die für dieses Wunder verantwortlich war, nämlich Margot Perot, rannte gerade mit Liftkarten, Wollsocken und Sonnenschutzcreme hinter eben diesen Kindern her. Margot war schön, liebevoll, intelligent, eine Klassefrau und perfekte Mutter. Sie hätte ohne weiteres einen John Kennedy, einen Paul Newman, einen Fürsten Rainier, einen Rockefeller heiraten können - statt dessen hatte sie sich verliebt in Ross Perot aus Texarcana, Texas: einssiebzig groß, mit schiefer Nase und nichts als Rosinen im Kopf. Sein Leben lang hatte Perot an sein Glück geglaubt, und wenn er jetzt, inzwischen achtundvierzig Jahre alt, zurückblickte, erkannte er, daß Margot der Haupttreffer gewesen war.

An diesem Weihnachtsfest fiel ein Schatten über sein Glück: Seine Mutter lag im Sterben. Sie hatte Knochenkrebs. Am Abend vor Weihnachten stürzte sie in ihrem Haus, und da der Krebs ihre Knochen geschwächt hatte, brach sie sich die Hüfte und mußte eilends nach Dallas ins Baylor Hospital gebra

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