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Auf engstem Raum Thriller von Nössler, Regina (eBook)

  • Erschienen: 01.06.2012
  • Verlag: Konkursbuchverlag
eBook (ePUB)
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Auf engstem Raum Thriller

Ein Schreibwarenladen in Berlin. Der Laden ist vollgestopft und eng. Als Verkäufer werden studentische Aushilfskräfte beschäftigt. Manche, wie Marie und Odette, arbeiten schon sehr lange dort. Moderne Tagelöhner, die nur Geld bekommen, wenn sie tatsächlich zu ihrer Schicht erscheinen. Auch der Chef Heinz Wuttke steht hinter der Ladentheke, gemeinsam mit seiner Frau. Spannungen wachsen. Konflikte werden nicht ausgetragen. Die Geschäfte gehen immer schlechter. Wuttke ignoriert das. Unbezahlte Rechnungen türmen sich. Frau Wuttke erträgt ihren Mann von Tag zu Tag weniger. Schleichend kippt die Stimmung in dem von außen so liebenswert altmodisch wirkenden Geschäft. Eine langjährige Kundin empfindet ihre Besuche, auf die sie sich früher immer gefreut hat, inzwischen sogar als Mutprobe. Die Mitarbeiter giften sich offen an. Nicht nur das, sie und Frau Wuttke werden auch zu den Kunden zunehmend unfreundlicher. Abschalten geht nicht mehr. Marie redet zu Hause mit ihrer Freundin nur noch von der Arbeit und einer Kollegin, die sie nicht leiden kann. Eines Tages liegt ein Toter vor dem Laden. Aber das ist erst der Anfang ...

Produktinformationen

    Größe: 418kBytes
    Herausgeber: Konkursbuchverlag
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 400
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783887698904
    Erschienen: 01.06.2012
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Auf engstem Raum Thriller

1 September, heute

Der massige Körper sank plötzlich zu Boden, direkt vor der geöffneten Tür, und versperrte den Eingang. Ein großes, unüberwindliches Hindernis. Niemand konnte den Laden mehr betreten oder ihn verlassen.

Im Inneren des Ladens war Marie Voss damit beschäftigt, neue Ware einzusortieren. Eine verhasste Aufgabe, vor der sie sich wenn möglich drückte. Sie hatte die schwankenden Bewegungen des Mannes, sein Taumeln, schon eine ganze Weile von drinnen beobachtet und jeden Augenblick damit gerechnet, dass er sich nicht mehr lange auf den Beinen würde halten können – doch als es dann tatsächlich geschah, war sie überrascht. Dass jemand vor der Tür stürzte und nicht mehr aufstand, passte nicht zu diesem schönen, heiteren Spätsommertag, an dem die Leute auf der Straße leichte Kleidung trugen und gut gelaunt wirkten.

Marie Voss hielt die Packung mit den Bleistiften, die sie in eine Schublade der Ladentheke räumen wollte, noch in der Hand. Ihr linkes Augenlid zuckte. Nur ganz leicht, aber trotzdem aufdringlich. Sie sah nach draußen. Tat sich dort etwas? Nein. Der Körper vor der Tür rührte sich nicht. Er lag mitten im Weg. Marie Voss fühlte sich eingesperrt.

Heinz Wuttke, der Inhaber des Ladens, kam von hinten aus dem Büro.

"Was ist denn da los?", rief er, Empörung im Blick. "Wieso liegt der denn da?"

"Ich weiß auch nicht", antwortete Marie, "es ist gerade erst passiert."

Heinz Wuttke ging einen Schritt näher zur geöffneten Tür, blieb aber in gebührendem Abstand zu dem Mann draußen am Boden, als müsste er sich vor ihm in Acht nehmen.

"Wahrscheinlich betrunken", sagte er angeekelt. "Das hat man gern. Am helllichten Tag!"

Er schüttelte den Kopf, der sich innerhalb weniger Sekunden merklich gerötet hatte. Marie Voss führte es nicht auf das Wetter zurück, sondern auf den Ärger ihres Chefs über diese ungeheuerliche Störung des Alltags.

Unterdessen war Helga Wuttke, die Ehefrau des Ladeninhabers, ihrem Mann nach vorne gefolgt.

"Ist etwas passiert?", fragte sie.

Heinz Wuttke zeigte zur Tür. "Da liegt einer."

"Der liegt ja genau vor dem Laden!", sagte Helga Wuttke. "Das geht doch nicht! Du musst etwas tun!"

"Und was bitteschön soll ich tun?", fragte Heinz Wuttke.

Draußen hatte sich eine Menschenmenge aus Neugierigen gebildet. In bunter, fröhlicher Sommerkleidung bevölkerten sie den Gehweg vor dem Schaufenster. Marie sah einige bekannte Gesichter darunter: Die Kundin, die alle paar Tage in den Laden kam und sich jedes Mal beschwerte – wenn nicht über die Preise, dann über die ihrer Ansicht nach unfreundliche Bedienung, das Wetter, den Zustand der Welt oder alles zusammen. Den Mann mittleren Alters, der immer den Abfall vom Bürgersteig klaubte und den sie im Laden insgeheim den "Müllmann" nannten. Er war nicht etwa bei der Stadtreinigung angestellt, sondern er fühlte sich durch den allgegenwärtigen Schmutz belästigt, was er allzu häufig kundtat. Im Laden befanden sich außer Marie Voss und dem Ehepaar Wuttke noch zwei Kundinnen, die ihren Einkauf längst erledigt hatten und gehen wollten.

"Wie soll ich denn jetzt hier rauskommen?", fragte eine der Kundinnen. "Können Sie mir das sagen? Ich hab doch noch so viele Termine!"

Es konnte ihr niemand sagen.

"Ausgerechnet bei uns vor dem Laden", bemerkte Helga Wuttke und stemmte angriffslustig ihre Hände in die Hüften. "Muss das denn sein? Warum nicht ein paa

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