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Auf Messers Schneide Kriminalroman von Stammsen, Sebastian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Auf Messers Schneide

Manuela erkennt sich selbst nicht mehr. Der Polizist Andreas ist eigentlich gar nicht ihr Typ und ihre Gefühle für ihn sicher nur eine flüchtige Schwärmerei. Aber warum muss sie dann ständig an ihn denken? Während Andreas in einem grausamen Mordfall ermittelt und dabei in die Welt des Taijiquan und Schwertkampfes hineingezogen wird, flüchtet sich Manuela in ihrer Verzweiflung ausgerechnet in die Arme von Andreas Hauptverdächtigem. Und plötzlich steht nicht nur ihr Liebesglück, sondern buchstäblich ihr Leben auf Messers Schneide.

Sebastian Stammsen, geboren 1976 in St. Tönis am Niederrhein, studierte Psychologie. Er arbeitet für die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in seinem Geburtsort. Er praktiziert seit 2010 Taijiquan und seit 2012 den Chen-Stil nach Chen Xiaowang in der WCTAG. 'Auf Messers Schneide' ist sein fünfter Kriminalroman mit Ermittlern der Krefelder Kriminalpolizei.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 04.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741214998
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 396kBytes
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Auf Messers Schneide

Kapitel Sechs

E r fand es immer wieder erstaunlich, was alles aus einem VW herauszuholen war, wenn man nur das richtige Pedal tief genug durchtrat. Während Andreas am Steuer saß, klammerte Fabian sich eingeschüchtert an das Armaturenbrett.

"Ist Gefahr im Verzug?", fragte er.

"In einer Mordermittlung zählt jede Sekunde", behauptete Andreas grimmig und beschleunigte weiter. Was nüchtern betrachtet im Stadtverkehr ein wenig grenzwertig war.

"Hör mal, wegen der Befragungstechnik, ich wollte dir wirklich nur sagen, dass ich es toll fand, wie du das gemacht hast."

Neuere Studien bewiesen, dass Autofahrer bei einem Unfall instinktiv das Lenkrad verrissen, um sich zu schützen und dabei den Beifahrer dem größten Aufprall aussetzten. Wenn er es geschickt anstellte, konnte Andreas sich vielleicht damit herausreden.

"Ist ja auch meine Aufgabe, dir was beizubringen, Grünschnabel", brummte er.

"Genau", stimmte Fabian eilig zu, als sie nur knapp an einem wild hupenden Transporter vorbeischlidderten, der sich seiner Vorfahrt beraubt fühlte. "Du hast vollkommen recht."

Wirklich nachtragend war Andreas nur selten, deshalb nahm er den Fuß ein wenig vom Gas. "Was weißt du über die PBK?", fragte er den Frischling.

Fabian war eifrig bei der Sache. "Die Krefelder Privatbank übernimmt für ihre Kunden Finanzinvestitionen. Meistens kleinere Unternehmen oder Immobilien. Billig kaufen und mit hohem Gewinn wieder abstoßen."

So viel wusste wohl jeder aufmerksame Zeitungsleser in Krefeld. "Und?"

"Und die Methoden der PBK sollen besonders skrupellos sein. Sie schrecken auch vor Erpressung und Körperverletzung nicht zurück, wenn es nur den Profit erhöht."

"Weiter."

"Das konnten wir bisher noch nicht beweisen, weil niemand bereit ist, gegen die Bank auszusagen."

"Gut", stellte Andreas fest, als er mit einem gewagten Manöver auf den Personalparkplatz der Bank einscherte. "Das ist alles, was wir für den Augenblick wissen müssen."

Fabian hielt sich erneut theatralisch fest. Andreas machte sich nicht die Mühe, auf dem überfüllten Platz eine Lücke zu suchen, sondern brauste bis zum Eingang vor und stellte das Zivilfahrzeug mit quietschenden Reifen auf einem Parkplatz mit dem Schild Reserviert - Direktorium ab. Beim Aussteigen schob er noch ein diskretes Polizeischild hinter die Windschutzscheibe, das bisher noch jeden Abschleppversuch vereitelt hatte.

Die Regel, dass sich eine Bank umso protziger und pompöser präsentierte, je mehr Geld sie verwaltete, galt nur bis zu einem bestimmten Niveau. War diese Grenze erst einmal überschritten, zählte nur noch Understatement. Und wenn man dann noch bedachte, welche Geschäfte und Methoden der Bank nachgesagt wurden und dass sie das Institut durch den Hintereingang betraten, wurde die Schlichtheit der Ausstattung verständlich.

Nachdem Andreas seinen Dienstausweis vor die Kameralinse gehalten und das Gespräch mit einem Vorgesetzten von Rainer Frömming verlangt hatte, war die Tür aufgeschwungen. Kaum dass sie den Flur betreten hatten, stürmte ihnen eine Frau mit wehenden blonden Haaren entgegen. In vielerlei Hinsicht bildete sie einen so deutlichen Gegensatz zum Flur, dass Andreas beinahe Absicht dahinter vermutete. Der Flur erstreckte sich ein wenig schummrig in farblosen Tönen mit endlosen Geraden, wenigen quadratischen Bildern, würfelförmig getrimmten Pflanzen und einigen Türen mit schlichten grauen Rahmen. Die Gegensätze begannen bei den blonden Haaren der Frau, hörten dort aber nicht auf.

"Silvia Eitel", stellte sie sich vor und strahlte die Polizisten an, als wollte sie die beiden dazu bewegen, ihr sauer verdientes Geld in der Bank anzulegen.

Fabian stellte sich und seinen Partner ebenfalls vor und übernahm die Höflichkeiten, während Andreas abschätzig die blonden Locken musterte. Von seiner Exfreundin wusste er, dass solche Locken sogar noch länger benötigte

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