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Aus Wut Kriminalroman. von Stressenreuter, Jan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2011
  • Verlag: Querverlag
eBook (ePUB)
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Aus Wut

Eine Leiche aufgehängt am Fleischerhaken im Kühlhaus eines Schlachthofs - und das ist erst der Beginn einer beispiellosen Mordserie, der die resolute Kölner Ermittlerin Maria Plasberg und ihr schüchterner Kollege Torsten Brinkhoff auf den Grund gehen müssen. Innerhalb weniger Tage tauchen drei weitere Leichen in der Domstadt auf, alle auf grausame Art zugerichtet, und alle tragen einen gelben Zettel auf ihrer Stirn: Niemand kann seiner Strafe entkommen. Doch wo ist der Zusammenhang, wo die Verbindung zwischen den Opfern? Und welche Rolle spielt der Büroleiter des Polizeipräsidenten, der sich über die Maßen in Plasbergs Fall einmischt? Bei ihren Ermittlungen geraten beide Kommissare schnell unter Druck, denn der Täter hinterlässt keine Spuren und das Interesse der Medien ist gewaltig. Erst als sogar Brinkhoffs Leben in Gefahr schwebt, erkennen die Ermittler, dass der Täter eine alte Rechnung begleicht und dass Recht nicht immer etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat. Doch da ist es schon zu spät.

Jan Stressenreuter, geboren 1961 in Kassel, aufgewachsen in der Nähe von Düsseldorf, lebt mit seinem Mann in Köln. Im Querverlag erschienen die Romane: Love to Love You, Baby (2002); Ihn halten, wenn er fällt (2004); Und dann der Himmel (2006); Mit seinen Augen (2008); Wie Jakob die Zeit verlor (2013) sowie Kurzgeschichten in diversen Anthologien. Seine Kriminalromane Aus Rache (2009), Aus Angst (2010) und Aus Wut (2011) erschienen in der Reihe quer criminal.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 26.08.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896565211
    Verlag: Querverlag
    Größe: 403kBytes
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Aus Wut

Handschriftliche Notiz

Handschriftliche Notiz PP Eberswalde an Kriminalhauptkommissar Lutz Beerbaum, Leiter KK12

Habe in der besprochenen Sache ein Gutachten von einem Außenstehenden angefordert. Der Mann ist Spezialist für Traumata und schreibt auch hin und wieder allgemeinmedizinische Artikel für Zeitschriften und Zeitungen. Habe ihn gebeten, sein Memorandum so verständlich wie möglich zu halten. Vielleicht haben wir dann eine neue Entscheidungsgrundlage, wie wir mit unserem Problem umgehen. Werde Ihnen das Gutachten ggf. weiterleiten. Aber sehen Sie zu, dass nichts davon in den Akten erscheint.

Vertraulicher Bericht

z. Hd. Dr. Helmut Eberswalde, Polizeipräsident Köln

Betr.: Neubewertung der Geschehnisse beim Überfall auf die ARAL-Tankstelle, Cäcilienstraße, Köln, am 27. März 2005

Beauftragter Gutachter: Dr. med. Jens Hartung, Facharzt für Psychotraumatologie, Köln

Nach gründlicher Studie aller vorliegenden Unterlagen sowie aller - auch der aus Sicherheitsgründen unter Verschluss liegenden - Dokumente und einer Überprüfung der damals verfügbaren Zeugenaussagen erscheint es mir notwendig, die Ereignisse der Nacht vom 26./ 27. März 2005 neu aufzurollen und zu bewerten.

Gleich zu Beginn muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass dieses Gutachten nur auf sekundären Quellen beruht - keine der an den Geschehnissen beteiligten Personen standen mir (aus den bekannten Gründen) zur direkten Befragung zur Verfügung.

Daher kann diese Beurteilung auch nur für den internen Gebrauch bestimmt sein und nur als zusätzliche Informationsquelle genutzt werden. Sie sollte in dem Sinne behandelt werden, wie sie angefordert wurde: ein Perspektivwechsel aus der Sicht eines unbeteiligten Fachmediziners.

Nach meiner Auffassung gibt es keine Anhaltspunkte, dass der Überfall auf die ARAL-Tankstelle und die daraus resultierenden Mordanschläge geplante Taten waren. Weder die vor Ort gesicherten Spuren noch die Aussagen der überlebenden Zeugen deuten in diese Richtung, auch nicht die Antworten auf den Fragekomplex zur Tatwaffe, den die Staatsanwaltschaft in ihrem damaligen Plädoyer meiner Meinung nach zu einseitig behandelt hat. Die Ereignisse der betreffenden Nacht scheinen sich eher zufällig entwickelt zu haben, wobei insbesondere das noch junge Alter des Haupttäters Hajo Webknecht und des Fahrers des Fluchtwagens, Andreas Schmidt-Werner, zu berücksichtigen ist. Beide waren zum Tatzeitpunkt 24 respektive 18 Jahre alt. Beiden ist während der Verhandlung ein geringer Reifegrad attestiert worden, tatsächlich scheinen mir beide Persönlichkeiten durch ausgeprägte psychische Störungen gekennzeichnet zu sein. Daher halte ich es für notwendig, meinen Erläuterungen zum Tathergang ein kurzes Psychogramm der Täter voranzustellen.

Webknecht ist bereits vor dem Überfall mehrmals polizeilich in Erscheinung getreten und sowohl bei der Justiz als auch bei den Sozialbehörden der Stadt aktenkundig. Seine Biografie ist aus der Sicht eines Psychologen ein erschreckendes Beispiel dafür, dass unsere Gesellschaft sich nicht mehr in der Lage sieht, ihren schwächeren Gliedern die Fürsorge und Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen, um ein regelkonformes Leben zu gestalten.

Webknecht entstammt einem zerrütteten Elternhaus und wächst zusammen mit drei Geschwistern bei einer allein erziehenden Mutter auf. Einen Vater, der als positives Rollenmodell wirken könnte, gibt es nicht. Ein jüngerer Bruder und die jüngste Schwester haben andere Väter. Die Mutter kommentiert ihre Unfähigkeit, eine langfristige Bindung einzugehen, beim Prozess gegen ihren Sohn vor Gericht folgendermaßen: "Ich bin immer an die Falschen geraten. So südländische Mackertypen, die waren schon immer mein Verhängnis, verstehen Sie? Keiner hat es länger als ein oder zwei Jahre ausgehalten, dann haben sie die Biege gemacht und mich mit den Blagen sitzen lassen. Sind zurückgegangen nach Algerien, Slowe

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