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Ausgezählt von Eckert, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.05.2014
  • Verlag: Grafit Verlag
eBook (ePUB)
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Ausgezählt

Abgerechnet wird am Schluss: der furiose Kampf eines Polizisten um seine Rehabilitation Ein Partner, der Opfer eines Amokläufers wird; eine asiatische Statue, an der durch sein Verschulden Blut klebt; drei Tote in der Villa eines Antiquitätenhändlers, der wie ein Ziehvater für ihn war - das Leben von Kommissar Bruno Wegmann gerät ins Trudeln. Geplagt von Selbstzweifeln und den Anfeindungen von Kollegen ausgesetzt, versucht Bruno den Dingen auf den Grund zu gehen. Doch wer ist Freund, wer ist Feind? Horst Eckert, 1959 in Weiden/Oberpfalz geboren, lebt als hauptberuflicher Autor in Düsseldorf. Wie kaum ein Zweiter versteht er es, Spannung mit Tiefgang zu erzeugen, indem er Seelen in all ihren Schattierungen auslotet, und erweist sich als schonungsloser Chronist unserer Zeit. Davon zeugen zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt wurde ?Schwarzer Schwan? als bester deutschsprachiger Kriminalroman mit dem ?Krimi-Blitz? geehrt. Auch mit seinen - zum Teil ebenfalls preisgekrönten - Kurzgeschichten beweist Eckert immer wieder, dass er auch die ?Kleinkunst? des Krimischreibens perfekt beherrscht. Eckerts Romane sind ins Tschechische, Französische und Niederländische übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 409
    Erscheinungsdatum: 22.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894251710
    Verlag: Grafit Verlag
    Größe: 439 kBytes
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Ausgezählt

11.

Kurz vor siebzehn Uhr verdüsterte sich der Aprilhimmel, das Gewitter legte los und ein Wolkenbruch spülte alle Hoffnungen auf einen lauen Abend fort. Vor der Graf-Adolf-Straße stauten sich die Autos, die in Richtung Bilk und weiter nach Süden unterwegs waren. Der Grund war ein unbeleuchteter Rheinbahnwagen, der mitten auf der Kreuzung seine Fahrgäste entließ – Stromausfall. Auf drei Spuren ging es nur schleichend voran, Fußgänger nutzten die Lücken und drängelten sich durch.

Brunos neuer Partner ließ die Hupe des Omega dröhnen. "Nichts als Idioten! Von wegen, wir brauchen kein Blaulicht!"

"Reg dich ab", antwortete Bruno.

Kästner war zweiunddreißig wie er, aber einfacher Kommissar – Bruno war nun Chef im Zweierteam und musste nicht mehr am Steuer sitzen. Die zweite Woche mit dem Neuen: Der cholerische Glatzkopf ging Bruno auf die Nerven.

"Warum sprichst du nie über diese Schießerei im November?", fragte Kästner.

"Ich denk, du hast Zeitung gelesen."

"Sicher."

"Dann weißt du alles."

Bruno sagte sich, dass es ungerecht sei, den neuen Partner mit Thomas Eberhard zu vergleichen. Brunos Tage bei der Kriminalwache waren ohnehin gezählt – hoffentlich. Sein Versetzungsantrag wurde noch immer zwischen der Verwaltung und dem Führungsstab des Kripochefs hin- und hergeschoben.

Kästner grummelte. "Ich bieg an der nächsten Kreuzung ab. Zeit für den Sundowner. "

So nannten sie die Kaffeepause, die sie in der Halbzeit jeder Schicht einlegten. Sie steuerten dafür eine Dönerbude in Oberbilk an. Mit der koffeinhaltigen Brühe verstieß Bruno insgeheim gegen Karens Richtlinien – sie war nach wie vor auf dem Ayurveda-Trip.

Kästner hatte sich in die Bedienung des Imbissladens verguckt. Er bildete sich ein, dass die Frau nur für ihn den Ausschnitt um ein paar Knöpfe zu weit geöffnet ließ. Aber er sprach sie nie an, aus Schiss vor seiner Ehefrau oder vor dem Bruder der Türkin, einem bärtigen Kerl mit eng stehenden Augen. Kästner nannte ihn Osama.

Auf der Gegenspur nahm ein uniformierter Kollege einen Unfall auf. Überall in der Stadt schien es zu krachen, im Funk herrschte Chaos.

Es dauerte eine Weile, bis Bruno begriff, dass einer der Rufe ihm und seinem Partner galt.

Er griff nach der Handpuste und drückte die Sprechtaste. "Düssel 31. Was liegt an?"

"Sag dem Onkel, dass wir im Stau stecken", knurrte Kästner, das Krächzen aus dem Lautsprecher übertönend. "Es gibt noch andere Teams."

Bruno drehte den Regler auf Anschlag und bat den Kollegen im Äther, die Meldung zu wiederholen. Es ging um eine Schlägerei in einem Fitness-Studio. Sie waren keinen halben Kilometer entfernt.

Kästner fluchte: "Sind wir Schupos oder was?"

"Denk an deine Beförderung", erwiderte Bruno.

Vor seiner Versetzung hatte sich der Kahle eine gute Beurteilung schreiben lassen und geglaubt, den zweiten Stern auf der Schulter damit sicher zu haben. Inzwischen sah Kästner das anders: "Scheiß drauf, ist doch sowieso gelaufen. Eine freie Oberkommissarstelle im gesamten KK 44 und in jeder Dienstgruppe ein bis zwei Hühner, die darauf lauern. Wie nennt ihr den Gruppenleiter Geißler?"

"Zitronenfalter."

"Genau. Der hat selbst gesagt, dass er Frauen bevorzugt. Ohne Geschlechtsumwandlung hast du heute keine Chance mehr."

Der Verkehr kam erneut zum Stehen. "Hat keinen Zweck", stellte Bruno fest. "Wir laufen den R

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