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Bächle, Gässle, Todesstoß Der Badische Krimi von Wehrle, Ute (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2019
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Bächle, Gässle, Todesstoß

Ein tierischer Krimispaß, nicht nur für Freiburger. Mitten in den Vorbereitungen zum 900. Stadtjubiläum erschüttert ein makabrer Todesfall die Stadt Freiburg: Eine Opernsängerin wird auf offener Bühne erstochen. Wenig später fällt eine Kollegin in ihrer Garderobe einem Überfall zum Opfer. Journalistin Katharina Müller beginnt, verdeckt am Theater zu ermitteln. Unverhoffte Unterstützung findet sie in einem pfiffigen Kater, der ebenfalls wissen will, was sich hinter den Kulissen abgespielt hat ... Ute Wehrle ist gebürtige Freiburgerin und studierte Touristik-Betriebswirtschaft in Heilbronn. Sie arbeitet als freie Autorin und Journalistin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 21.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960415718
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 2907 kBytes
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Bächle, Gässle, Todesstoß

3

"So viel kann ich Ihnen versprechen. Das wird ein Fest, von dem noch unsere Urenkel sprechen werden", tönte Oberbürgermeister Norbert Winkler vollmundig im Kaisersaal des Historischen Kaufhauses vor der versammelten Pressemeute. "Ein Mega-Event, bei dem sich unsere schöne Stadt in eine riesige Freilichtbühne verwandeln wird, auf der sich alle Freiburger verwirklichen dürfen."

"Auch endlich mal die von der Opposition im Gemeinderat?" Die vorwitzige Bemerkung einer stupsnasigen Radioreporterin war nicht zu überhören.

"Geboten wird eine prächtige Zeitreise mit unzähligen Darstellerinnen und Darstellern, die unter dem Motto 'Freiburg-Protokoll' verschiedene wichtige Ereignisse und Stationen aus unserer ruhmreichen Geschichte aufführen werden", machte der Oberbürgermeister ungerührt weiter.

"Wie bitte? Den staubtrockenen Titel kann sich doch nur einer im Finanzamt ausgedacht haben", rutschte es der Stupsnasigen entgeistert heraus.

"Seit wann wird dort gedacht?" Ein Journalist, auf dessen T-Shirt unübersehbar Kaffeeflecken prangten, lachte laut über seinen eigenen Witz. Sein bärtiger Nebenmann gähnte unverhohlen.

Winkler räusperte sich vernehmlich. "Zu den Feierlichkeiten erwarten wir natürlich zahlreiche illustre Ehrengäste." So leicht ließ er sich nicht aus dem Konzept bringen, schon gar nicht von Journalisten, die er sowieso nicht leiden konnte. Stolz wie ein Pfau strich er sich durch seine gegelten Haare, die borstenartig von seinem Kopf abstanden. Böse Zungen behaupteten schon lange, er würde regelmäßig einen Drogeriemarkt überfallen, um seinen gewaltigen Bedarf an der klebrigen Masse zu decken. "In Ihrer Pressemappe finden Sie eine Liste, wen wir alles begrüßen dürfen. Oder nein, besser, ich lese Ihnen die Namen vor." Ganz so, als hätte er ein paar Erstklässler vor sich, die ein A noch nicht von einem Z unterscheiden konnten.

"Falls der Papst wiederkommt, sollte er sich aber dieses Mal im Papamobil anschnallen. Nicht, dass es noch mal eine Anzeige gibt." Schon wieder der Spaßvogel mit dem fleckigen T-Shirt.

"Das Einzige, was mich brennend interessiert, ist, wie lange der Zauber hier noch dauert", flüsterte Katharina ihrem Kollegen Dominik, der beim "Regio-Kurier" für die Fotos zuständig war, ins Ohr und rutschte unruhig auf ihrem Stuhl hin und her, während der Oberbürgermeister stolz einen Namen nach dem anderen herunterratterte. "Wenn Winkler in dem Tempo weitermacht, können wir unsere Mittagspause vergessen. Und ich habe nicht mal richtig gefrühstückt."

Seit einer geschlagenen Stunde saß sie jetzt schon im Kaisersaal, um den Lesern des "Regio-Kuriers" berichten zu können, was sie zum neunhundertsten Jubiläum der Stadt Freiburg erwartete.

Obwohl sie es nie zugegeben hätte, war selbst Katharina von Winklers ambitioniertem Programm beeindruckt: Drei Tage lang würden Ende Juli in der ganzen Stadt kurze Theaterstücke zu sehen sein, um Freiburgs Historie lebendig zu machen. Stoff dafür gab es reichlich, seit der Zähringer Konrad den Freiburgern 1120 das Marktrecht verliehen hatte. Und damit das Event nicht allzu sehr die eh schon strapazierte Stadtkasse belastete, wurde jeder, der nicht bei drei auf den Bäumen war, genötigt, sich doch bitte schön ein historisches Kostüm zu besorgen, um als Statist in der Rolle eines Nachtwächters, Mönchs, Gauklers, Feuerschluckers oder einer Wäscherin das Stadtbild zu bereichern.

Ihren großen Auftritt haben sollten auch jene berühmten Persönlichkeiten, die, jede auf ihre Art, im Lauf der Jahrhunderte etwas dazu beigetragen hatten, dass Freiburg zu dem geworden war, was es heute war: ein Hort gepflegter Gemütlichkeit, gleichermaßen beliebt bei Tofu- und Würstle-Fans, und der blanke Horror für Autofahrer und Wohnungssuchende.

Das Gerangel um die Hauptrollen war bereits in vollem Gang. So legte der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Rudi Müller aus unerfindlichen Gründen allergrößten Wert darauf

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