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Bärenblues Ein Hap & Leonard-Roman von Lansdale, Joe R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2016
  • Verlag: Golkonda Verlag
eBook (ePUB)
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Bärenblues

Florida ist verschwunden. Haps frühere Flamme, Florida Grange, hat im Provinzkaff Grovetown nach den unveröffentlichten Tonbändern einer schwarzen Blues-Legende gesucht. Dabei kam sie womöglich einem Lynchmord auf die Spur und dem örtlichen Kapuzenklan in die Quere. Also machen sich Hap und Leonard nun auf die Suche nach ihr. Rammelnde Bären, schlechte Schattenspiele, Weihnachtsameisen, fortwährender Liebeskummer und selbst der endlose osttexanische Winterregen können das unzertrennliche Detektivduo nicht stoppen. Aber nach einer kräftigen Tracht Prügel vom versammelten rassistischen Mob im Grovetown Café müssen sie sich doch fragen: Wo zur Hölle sind wir hier gelandet? Und wie kommen wir da lebend wieder raus? Bärenblues ist nach Wilder Winter und Mucho Mojo das dritte detektivische Abenteuer von Hap Collins und Leonard Pine. Und diesmal steht ihnen das Wasser wirklich bis zum Hals. (Die erste deutschsprachige Ausgabe ist unter dem Titel Mambo mit zwei Bären im Rowohlt Verlag erschienen.) Joe R. Lansdale, der Meistererzähler aus Texas, ist mit bisher elf Büchern in unserem Programm vertreten, und es werden immer mehr. Kahlschlag stand zwei Monate lang auf der Krimibestenliste von Arte und ZEIT. Mit Gauklersommer, das Anfang August 2011 erschienen ist, haben wir diesen Erfolg fortgesetzt ? der Roman platzierte sich von Oktober 2011 bis Januar 2012 vier Monate lang durchgängig auf der Krimibestenliste. Im März 2012, rechtzeitig zur Buchmesse in Leipzig, haben wir Ein feiner dunkler Riss vorgelegt, und im März 2013, ebenfalls zur Leipziger Buchmesse, ist Straße der Toten erschienen. Im September 2013 folgte Blutiges Echo, die deutsche Ausgabe von Lost Echoes, im Frühjahr 2014 Machos und Macheten (Captains Outrageous), die dt. Erstausgabe des sechsten Hap & Leonard-Romans, sowie im Herbst 2014 eine Neuausgabe des ersten Hap & Leonard-Romans, Wilder Winter (Savage Seasons). Im Frühjahr 2015 ist die dt. Erstausgabe des siebten Hap & Leonard-Romans, Vanilla Ride, erschienen: Das Dixie-Desaster; und im Herbst 2015 folgte die Neuausgabe des zweiten Hap & Leonard-Romans, Mucho Mojo. Im Frühjahr 2016 ist die deutsche Erstausgabe des achten Hap & Leonard-Romans erschienen, Rote Rache. Im Herbst 2016 wird Bärenblues folgen, die Neuausgabe von Band 3, The Two-Bear Mambo, und für Frühjahr 2017 haben wir die deutsche Erstausgabe von Band 9, Honky Tonk Samurai, eingeplant.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 275
    Erscheinungsdatum: 15.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946503057
    Verlag: Golkonda Verlag
    Serie: Hap & Leonard 3
    Originaltitel: The Two-Bear Mambo
    Größe: 4987 kBytes
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Bärenblues

KAPITEL 1

Als ich Heiligabend bei Leonard ankam, hatte er drüben in seinem Haus die Kentucky Headhunters voll aufgedreht. Sie sangen "The Ballad of Davy Crockett", und Leonard steckte zur Feier des Tages mal wieder das Haus seiner Nachbarn in Brand.

Ich hatte gehofft, er würde es sein lassen. Beim ersten Mal hatte ich ihm noch geholfen, beim zweiten Mal ging es auf seine Kappe, und ausgerechnet jetzt, beim dritten Anlauf, musste ich wieder bei ihm aufkreuzen. Klar, was die Bullen davon halten würden, wenn sie hier anmarschierten. Irgendwer hatte sie schon alarmiert. Wahrscheinlich die Arschlöcher aus dem Nachbarhaus. Das Sirenengeheul war unüberhörbar.

Leonards Lover, Raul, stand auf der Veranda von Leonards Haus, die Hände in den Manteltaschen vergraben, und glotzte zu den Flammen hinüber und zu der Keilerei, die in vollem Gange war. Er machte ein entsetztes Gesicht wie ein Methodistenprediger auf Hausbesuch, der gerade feststellen musste, dass das Familienoberhaupt die letzte Hähnchenkeule verdrückt hat.

Ich parkte meinen Pick-up in Leonards Auffahrt, stieg aus und ging zur Veranda, wo ich mich zu Raul gesellte. Unser Atem dampfte schneeweiß in der klirrenden Kälte. "Was hat er denn jetzt schon wieder?", fragte ich.

"O Mann, Hap, ich hab keine Ahnung. Du musst ihn aufhalten, bevor sie seinen schwarzen Arsch in den Knast verfrachten."

"Zu spät, sie kriegen ihn sowieso. Die Sirenen werden wohl kaum Schlafwandlern gelten."

"Scheiße, scheiße, scheiße", sagte Raul. "Warum hab ich mich auch mit so 'ner Macho-Schwuchtel eingelassen. Wär ich bloß in Houston geblieben."

Eigentlich war Raul ein ziemlich gutaussehender Bursche, aber hier, mitten in der Nacht, im orangen Flackern des brennenden Hauses, sah er verschrumpelt aus, wie das Opfer einer Riesenspinne. Er schwankte hin und her wie ein Bowlingpin, den die Kugel bloß gestreift hatte, und sah zu, wie Leonard einen hünenhaften Schwarzen auf die Veranda des brennenden Hauses zerrte. Leonard stieß den Kerl, dessen Hemd und Hose Feuer gefangen hatten, von der Veranda und trieb ihn durch den Vorgarten.

Ich kannte den Kerl. Sein Haarschnitt hatte ihm den Spitznamen "Mohawk" eingehandelt, doch nach dieser Nacht würde er wohl einfach Smoky heißen. Er und einer seiner Kumpels hatten sich mal mit Leonard und mir angelegt und eine gewaltige Tracht Prügel bezogen. Ich träumte noch manchmal nachts davon, wenn ich eine Aufmunterung gebrauchen konnte.

Andere Hausbewohner stürzten aus den Fenstern oder der Hintertür, um sich in den Wald hinterm Haus zu schlagen. Zwar stand keiner so richtig in Flammen, aber ein paar waren angesengt. Eine kleine, pummelige Frau hatte es besonders eilig. Sie trug nichts außer einem braunen Bademantel und schlampigen Puschen und hielt eine Perücke in der Rechten. Ihre kurzen Beine blitzten beim Laufen auf, ihr Bademantel flatterte, und ihr Atem zerstob in kalte weiße Dampfwölkchen. Die Perücke schmorte vor sich hin. Mit qualmendem Haarersatz und schlackerndem Bademantel verschwand sie, so schnell sie die Füße trugen, im Unterholz, dicht gefolgt von den anderen, bis auch die kaum noch im Gestrüpp auszumachen waren und nur die Rauchfahne ihrer angesengten Klamotten zurückblieb. Im nächsten Moment waren sie verschwunden wie eine Brut Wachteln, die in ihr Nest abtaucht. Die Feuerwehr raste mit Sirenengeheul heran und fuhr Mohawk, den Leonard mit einem Hüftschwung umgerissen und auf die Straße geschleudert hatte, um ein Haar über den Haufen. Mohawk kugelte über die Fahrbahn und knallte auf der anderen Straßenseite gegen den Bordstein, der Löschwagen scherte aus und schoss über den Rasen vor dem brennenden Haus, sodass Leonard aus dem Weg springen musste.

Wenigstens hatte das Rumgewälze Mohawks Feuer gelöscht. Genau wie es die Feuerwehr uns immer wieder einschärft: "Stehen bleiben, hinlegen und wälzen", Mohawk hat's befolgt. Leonard sei Dank.

Durch die rosarote Brille sah es

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